08. Juli 2008 Der amerikanische Aktienmarkt ist der größte der Welt und als solcher ausgesprochen unübersichtlich. Wer auf der Suche nach interessanten Aktien ist, muss sich durch lange Listen kämpfen und viele Kursentwicklungen prüfen, bevor sich die ein oder andere interessante Aktie findet.
Derzeit gilt das um so mehr, als die meisten Kursverläufe nicht eben einladend aussehen. Und wer der Ölpreisentwicklung genauso wenig über den Weg traut wie optisch so billigen Bank-Aktien, für den dünnt sich das Angebot momentan rasch aus.
Hoffnungen auf Föten-Untersuchungen
Nichtsdestoweniger gibt es noch immer einige Anteilsscheine, die ausgesprochen gefragt sind. So hat sich der Aktienkurs des Gentechnik-Unternehmens Sequenom seit Anfang Juni in etwa verdoppelt und notiert auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren.Sequenom entwickelt und vertreibt Lösungen zur DNA-Analyse.
Den Kursschub erfuhr die Aktie, als das Unternehmen Anfang Juni bekanntgab, dass das renommierte Krebsinstitut der Gesundheitsuniversität von Oregon die Massarray-Plattform von Sequenom künftig nutzen werde.
Große Hoffnung setzen die Anleger auf Sequre-Dx, eine Technik mit deren Hilfe es möglich sein soll, anhand einer Blutuntersuchung der Mutter bei Föten Aneuploidie festzustellen, also Abweichungen vom üblichen Chromosomensatz. die unter anderem das Down-Syndrom verursachen und die zum Teil auch für die Entstehung von Krebs mit verantwortlich gemacht wird.
Warten auf Gewinne
Der Weg, den das Unternehmen geht, ist mühsam. In die Gewinnzone ist man seit 2001 immer noch nicht gelangt, auch wenn sich die Ertragsentwicklung deutlich verbessert hat. Betrug der Verlust 2001 noch 4,08 Dollar je Aktie waren es im vergangenen Jahr nur noch 0,58 Dollar. Seit Mitte 2006 steigt auch der Umsatz im Trend, der zwischen 2002 und 2005 zunächst rückläufig war und dann stagnierte.
Dennoch konnte man mit den vergangene Quartalen nicht so recht zufrieden sein. der Verlust im vierten Quartal 2007 lag mit 16 Cents deutlich über den Erwartungen von 13 Cents. Und noch bevor Sequenom die Ergebnisse für das erste Quartal bekannt gab, reduzierte das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende von 53 bis 56 auf 50 bis 53 Millionen Dollar. 2007 waren 41 Millionen umgesetzt worden.
Grund sind schwächere Umsätze in den Vereinigten Staaten, die das Unternehmen auf die Zurückhaltung von Forschungseinrichtungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit zurückführt.
Im laufenden Jahr wird das Unternehmen auch weiterhin Geld verbrennen, man rechnet mit 26 bis 28 Millionen Dollar. Was Wunder also, wenn man das jüngste Kursplus rasch für die Emission von 5,5 Millionen Aktien zum Preis von 15,50 Dollar nutzte.
Hohe Erwartungen
Analysten erwarten auch für das kommende Jahr noch keine Gewinne. Nichtsdestotrotz hagelt es in der jüngsten Zeit Kaufempfehlungen, denen keine einzige andere Einschätzung gegenüber steht, wobei indes zwei der fünf Kursziele beim aktuellen Kurs von 16,98 Dollar längst übertroffen sind.
Die Marktkapitalisierung von 771 Millionen Dollar zeigt, welche Erwartungen die Anleger hinsichtlich Sequenom hegen. Chancen bieten sich, wenn einer Technik des Unternehmens der große Durchbruch gelingt oder zumindest solange das Gros der Anleger diese Erwartung hegt.
Charttechnische Widerstände gibt es derzeit keine mehr, wenn man nicht die Marken zugrundelegt die im Jahr 2000 gesetzt wurden, als sich die Aktie nach dem Börsengang im Höhenrausch befand und der Kurs bis auf 171, 625 Dollar stieg.
Indes hängt die Notiz auch von der aktuellen Börsenstimmung ab. So ging es am Montag 3,4 Prozent vom Sieben-Jahres-Hoch abwärts, im Frankfurter Handel am Dienstag verzeichnet die Aktie dagegen ein Plus von vier Prozent, allerdings bei einem Umsatz von nur 170 Stück. Die Aktie ist als sehr spekulativ einzuschätzen und dürfte besonders auf dem engen deutschen Markt sehr anfällig für Schwankungen sein. Absicherungsstrategien sind ein absolutes Muss und konservative Anleger sollten ihren Blick besser auf andere Werte richten.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: mho
Bildmaterial: F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| HYPO REAL ESTATE HOL | +1,65 | +39,95 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +9,49 | +16,79 |
| THYSSENKRUPP AG INHA | +2,60 | +16,77 |
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +11,06 | +3,23 |
| MERCK KGAA INHABER - | +2,96 | +4,80 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | +1,10 | +4,86 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.062,45 | +11,40 |
| TecDax | 584,64 | +13,14 |
| DowJones | 9.032,78 | +6,88 |
| Nasdaq | 1.764,91 | +7,00 |
| STOXX 50 | 2.688,32 | +11,00 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 9,30 | +5,32 |
| Euro/Dollar | 1,35 | -0,40 |
| Bund Future | 114,16 | -0,44 |
| Gold | 836,00 | -1,35 |
| Öl | 76,94 | +0,38 |