15. Oktober 2007 Mit Kursgewinnen von bis zu 4,3 Prozent auf 89,18 Euro im bisherigen Tageshoch reagieren am Montag die Aktin des Luxusgüterkonzerns LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton auf die Umsatz- und Gewinnzahlen des dritten Quartals.
Das Unternehmen konnte in dieser Periode den Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr von 3,7 auf vier Milliarden Euro steigern und damit die Erwartungen des Marktes leicht übertreffen. Zur Gewinnentwicklung machte es für die Periode keine konkreten Angaben, sondern nur für die ersten neun Monate.
Deutliches organisches Wachstum
In den ersten drei Quartalen insgesamt lag das ausgewiesene Umsatzwachstum bei 7,7 Prozent auf 11,446 Milliarden Euro, auf vergleichbarer Basis - das heißt mit denselben Strukturen und bei konstanten Wechselkursen - hätte es nach Unternehmensangaben 13 Prozent betragen. 35 Prozent der Erlöse wurden in den ersten neun Monaten mit Mode- und Lederwaren erzielt, 25 Prozent im Einzelhandel, 18 Prozent mit Weinen und Spirituosen, 17 Prozent mit Parfumes und Kosmetikartikeln und etwas mehr als fünf Prozent mit Uhren und sonstigen Wertsachen.
In der zuletzt genannten Sparte fiel das Wachstum mit einem Plus von 22 Prozent organisch im Vergleich mit den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres am deutlichsten aus, gefolgt von den restlichen Sparten mit organischem Wachstum zwischen elf und 14 Prozent. Das Management des Unternehmens geht davon aus, im Gesamtjahr sowohl Umsatz als auch Gewinn trotz eines starken Euro auf Basis der Qualität der eigenen Produkte und des Bekanntheitsgrades der Marken deutlich steigern zu können.
Das klingt angesichts der im Trend zunehmenden Umsatzentwicklung in den vergangenen Jahren und der deutlichen Gewinndynamik der vergangnen Monate vernünftig. Immerhin scheinen die Produkte des Unternehmens in Asien immer beliebter zu werden. Auf diese Weise macht sich die zunehmende Kaufkraft in der Region bei den Herstellern von Luxusgütern positiv bemerkbar. Gleichzeitig sind Luxusgüter in konjunkturell schwächeren Zeiten relativ unelastisch in der Nachfrage.
Aktie ist kein ausgeprägtes Schnäppchen
Allerdings sollte man schon sehen, dass LVMH im vergangenen Jahr etwas mehr als 26 Prozent seiner Umsätze in den Vereinigten Staaten erlöst hat. So fragt sich nun, ob sich der schwache Dollar und die angeschlagene Konjunktur nicht doch bemerkbar machen und zur Enttäuschung der hohen Erwartungen des Marktes führen könnten. Sie zeigen sich in den Gewinnschätzungen der Analysten, die im Durchschnitt zu Kurs-Gewinnverhältnissen von 20,4 und knapp 18 auf Basis der Prognosen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr führen.
Damit ist die Aktie alles, nur kein ausgeprägtes Schnäppchen. Sie befindet sich zwar nahe an einem Sieben-Jahreshoch. Allerdings hat sich die Kursdynamik nach oben in den vergangenen Monaten offensichtlich etwas erschöpft und das Papier steht charttechnisch an einer Widerstandszone. Insgesamt dürfte das Papier nur in einem anhaltend robusten weltwirtschaftlichen Klima weiteres Kurspotential haben. Auf der anderen Seite dürften sich Absicherungsmaßnahmen gegen Enttäuschungen empfehlen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |