Flugverkehr

JetBlue-Einstieg bringt Lufthansa-Aktie nicht weiter

14. Dezember 2007 Mit leichten Kursgewinnen von bis zu 1,3 Prozent auf bis zu 18,64 Euro im frühen Handel reagierte die Aktie der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa auf den bekannt gegebenen Kauf von 19 Prozent der Anteile an der amerikanischen Fluggesellschaft JetBlue. Allerdings fiel das Papier rasch wieder in die Konsolidierungsbewegung zurück, in die es zu Jahresbeginn nach den deutlichen Kursgewinnen in den Jahren 2005 und 2006 übergegangen war.

Lufthansa werde die Aktien als Paket im Rahmen einer am Donnerstag vom Vorstand der JetBlue beschlossenen Kapitalerhöhung übernehmen, hatte das Unternehmen am Donnerstagabend mitgeteilt. Der Kaufpreis betrage den Angaben zufolge 300 Millionen amerikanische Dollar oder umgerechnet 204 Millionen Euro) Der Aktientransfer stehe noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die amerikanische Kartellbehörde.

Erschließung des amerikanischen Binnenmarktes

Lufthansa und JetBlue strebten darüber hinaus eine operative Zusammenarbeit an. JetBlue ist eine amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in New York, die an der Nasdaq-Börse gelistet ist. Den Großteil ihrer Flugdienste bietet JetBlue von New York, Boston und Orlando im Binnenmarkt und die Karibik an, wie es in der Mitteilung hieß. „Wir freuen uns, ein Investor von JetBlue zu werden“, sagte der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber. „Unsere Investition ist Ausdruck unseres Vertrauens in die Qualität von JetBlue, die Wachstumsmöglichkeiten und sein Management.

Das klingt optimistisch und konsequent. Denn die Lufthansa scheint auf diese Weise nicht nur vom schwachen Dollar profitieren zu können und sich weiter auf das Open-Sky-Abkommen einzustellen. Allerdings dürfte letzteres in den kommenden Jahren den Wettbewerb im Transatlantikverkehr mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich intensivieren. Während das alleine schon die Papiere der Lufthansa trotz ihrer optisch attraktiven Bewertung in die Defensive bringt - kritische Anleger rechnen offensichtlich mit sinkenden Margen -, dürfte auch der Kauf der Anteile an der amerikanischen Binnen-Airline etwas zu denken geben.

Denn JetBlue konnte in den vergangenen Jahren zwar den Umsatz im Trend von Jahr zu Jahr zuverlässig steigern. Die Gewinnentwicklung jedoch kann bisher niemanden überzeugen. Es gibt nicht nur keinen Aufwärtstrend bei der Gewinnentwicklung, wie man sie als vernünftiger Anleger von einem interessanten Unternehmen erwarten würde, sondern in den vergangenen Jahren musste man froh sein, wenn das Unternehmen überhaupt einen Gewinn erzielen konnte. Auf dieser Grundlage ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen (KGV) von 55 und 21,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr für eine zudem stark zyklische Branche hoch bewertet.

Lufthansapapiere sind optisch günstig - Bewertung zeigt die Skepsis des Marktes

In diesem Sinne dürfte man als Anleger auch die Papiere der Lufthansa mit der notwendigen Skepsis betrachten müssen, auch wenn sie optisch mit KGVs von 7,2 und 8,5 noch so attraktiv sein mögen. Fakt ist, dass die Umsatz- und Gewinnentwicklungen in den vergangenen Monaten trotz der sehr hohen Energie- und Rohstoffkosten zwar vergleichsweise attraktiv aussehen. Allerdings stellt sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbs die Frage, wie lange die vorteilhaften Bedingungen denn auch andauern mögen. Die Konsolidierung des Aktienkurses deutet die Skepsis der Börsianer an.

Immerhin setzt sich in Europa die Konsolidierung fort und führt ebenso zu einem intensiver werdenden Wettbewerb, wie er im auch im globalen Geschäft absehbar ist. Immer mehr Airlines drängen mit immer größeren Kapazitäten auf den Personen- und Frachtmarkt, vor allem auch kapitalstarke Unternehmen aus dem Nahen Osten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

 
NamePunkteProzent
Dax 6.391,30 -0,77
TecDax 722,09 +0,07
DowJones 11.349,28 -2,43
Nasdaq 2.291,50 +0,50
STOXX 50 3.329,07 -0,76
Nikkei 225 13.334,76 -1,97
S&P 500 Zert. 12,50 -2,34
Euro/Dollar 1,57 +0,03
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Gold 922,93 -0,51
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