21. November 2007 Die im ATX der Wiener Börse notierte Aktie der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) ist in den vergangenen Wochen etwas unter Druck geraten. Allein am Dienstag gab der Kurs der Aktie des Ölfeldausrüsters um mehr als vier Prozent nach. Einer der Auslöser dürfte seinerzeit auch eine Zurückstufung der Aktie durch die Analysten von Sal.Oppenheim von Buy auf Neutral gewesen sein.
Grund dieser Abstufung war zum einen der starke Kursanstieg. Die Notierung hatte seit Jahresbeginn mehr als 100 Prozent zugelegt. Zum anderen enttäuschten die Ergebniszahlen des Wettbewerbers Halliburton. Den fairen Wert bezifferten die Analysten mit 69,70 Euro unter dem damaligen Allzeithoch von 72,25 Euro.
Analystenerwartungen übertroffen
Indes konnte das Unternehmen am Mittwoch vor Börseneröffnung durchaus erfreuliche Neunmonatsergebnisse vorlegen und die Analystenerwartungen teilweise leicht übertreffen. So stieg das Betriebsergebnis (Ebit) im Berichtszeitraum um 57 Prozent auf 55 Millionen Euro, wohingegen Analysten nach Berichten des Internet-Dienstes Börse-Express mit 53 Millionen Euro gerechnet hatten.
Im Gegensatz zu den Annahmen der Analysten von Sal. Oppenheim, die mit stabilen 22 Prozent gerechnet hatten, stieg die Ebit-Marge auf einen neuen Rekordwert von 23,5 Prozent.
Auf der Umsatzseite verzeichnete SBO einen Zuwachs von 32 Prozent auf 233,6 Millionen Euro, gleichfalls etwas mehr als das, womit die Analysten im Mittel gerechnet hatten. Diese Umsatzsteigerung wurde durch den kontinuierlichen Ausbau der Produktionskapazitäten und eine weitere Verbesserung der Preisqualität ermöglicht, teilte das in niederösterreichischen Ternitz ansässige Unternehmen mit. Mit einem Nettoergebnis von 37,7 Millionen Euro traf SBO die Prognose von im Schnitt 37 Millionen Euro nahezu punktgenau.
Auftragseingang weiter stark
Die hohe Nachfrage spiegele sich auch in einem anhaltend hohen Auftragseingang von 103,9 Millionen Euro allein für das 3. Quartal 2007 wider, der allerdings damit nur leicht über dem des Vorjahresquartal liegt. Kumuliert erreichte der Auftragseingang in den ersten neun Monaten einen neuen Rekordwert von 266,3 Millionen Euro nach 262,8 Millionen Euro in der Vorjahresvergleichsperiode. Der Auftragsbestand beträgt 260,3 Millionen Euro nach 218,3 zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Die Orders reichten weit in das Jahr 2008 hinein.
Unter der Voraussetzung einer weiterhin positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung geht SBO davon aus, dass die hohe mengenmäßige Nachfrage nach Rohöl auch im vierten Quartal 2007 und darüber hinaus anhalten wird. Für das Geschäftsjahr 2007 rechnet das Unternehmen trotz des starken Euro und hoher Rohstoffpreise mit einem neuerlichen Rekordjahr.
Hohe Bewertung
Indes macht sich das brummende Geschäft trotz der Kursverluste der vergangenen Wochen immer deutlicher in der Bewertung bemerkbar. Mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 20 für das laufende und knapp 17 für das kommende Jahr und einer Marktkapitalisierung in dreifacher Höhe des Umsatzes ist die Aktie mittlerweile recht hoch bewertet.
Das dürfte sich vor allem dann bemerkbar machen, wenn der Ölpreis wieder nachgeben sollte, was allerdings derzeit nicht in Sicht ist. Die Kursverluste der vergangenen Wochen haben allerdings das charttechnische Argument deutlich geschwächt. So hat die Unterstützung bei 65 Euro nicht gehalten. Indes ist der Kurs noch weit von der stärkeren Unterstützung bei 55 Euro entfernt.
Kurzfristiger Abwärtstrend
Durch den raschen Kursverlust wurden die exponentielle 38-Tage- und 100-Tage-Linie nach unten durchstoßen, was gleichfalls nicht für das Papier spricht, zudem spricht auch der MACD deutlich gegen einen Aufschwung. Insofern wäre ein Kursrückgang bis auf 55 Euro zu erwarten, wenn die heute vorgelegten Zahlen nicht zu einem starken Kursschub führen.
Das ist aber angesichts einem nur leicht höheren Eröffnungskurs von 60 Euro nicht zu erwarten, so dass sich bis zu einer erkennbaren Bodenbildung oder Trendwende empfiehlt, Vorsicht walten zu lassen, allzumal SBO auch aufgrund des Booms in der Industrie durch Kapazitätsausweitungen der Stahlwerke mit einem zunehmenden
Wettbewerb beim Absatz von amagnetischen Stählen an Dritte rechnet.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: FAZ.NET
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +13,53 | +6,90 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | +3,59 | +6,32 |
| COMMERZBANK AG INHAB | +1,32 | +6,26 |
| MERCK KGAA INHABER - | -5,80 | -7,17 |
| RWE AG STAMMAKTIEN O | -1,57 | -2,03 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | -0,37 | -1,05 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.536,09 | +1,45 |
| TecDax | 746,70 | +2,21 |
| DowJones | 11.632,38 | +0,26 |
| Nasdaq | 2.325,88 | +0,95 |
| STOXX 50 | 3.387,50 | +1,84 |
| Nikkei 225 | 13.312,93 | +0,97 |
| S&P 500 Zert. | 12,80 | +2,40 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,09 |
| Bund Future | 110,11 | +0,03 |
| Gold | 922,70 | +0,11 |
| Öl | 126,52 | -4,27 |
