Markttechnik

Der Dax marschiert in Richtung 6000 Punkte

Von Wieland Staud

Wieland Staud: “Trends können weiter gehen, als wir gemeinhin vermuten“

Wieland Staud: "Trends können weiter gehen, als wir gemeinhin vermuten"

07. März 2008 Der Deutsche Aktienindex Dax hat in den vergangenen zwei Wochen seiner wenig berauschenden Technik Tribut gezollt und ist unterm Strich deutlich zurückgekommen. Um es vorwegzunehmen: Trotz der Erholung zur Wochenmitte bleibt es weiterhin mehr als fraglich, ob der deutsche Leitindex seine finalen Tiefen schon ausgelotet hat.

Drei analytische Momente sind besonders auffällig. Zum einen finden sich unter den 30 Einzelwerten des Dax nach wie vor kaum Aktien, die unserer Einschätzung nach zu mehr als einer kurzfristigen Erholung in der Lage sein dürften.

Überall sind Aktien auf Talfahrt gegangen

Zum anderen macht die Entwicklung an der Wall Street unverändert nicht allzu viel Mut. Der Dow-Jones-Index hat sich zwar gerade in den vergangenen Tagen ganz wacker geschlagen. Aber nach wie vor steht kaum ein Signal im Chart, das einer größeren Trendwende das Wort reden könnte.

Diesem Argument kommt auch deshalb besondere Bedeutung zu, weil die bislang nach dem Bruch des langfristigen Aufwärtstrends entstandenen Kursverluste von rund 5 Prozent deutlich hinter der durchschnittlichen Vorgabe für einen solchen Fall von wenigstens 10 bis 15 Prozent zurückbleiben.

Die gebrochenen langfristigen Aufwärtstrends sind mittlerweile zu einem globalen Problem geworden. Sieht man von rühmlichen Ausnahmen wie beispielsweise dem indischen Sensex-Index ab, kann kaum ein Aktienmarkt noch ernsthaft behaupten, sich in einem langfristigen Aufwärtstrend zu befinden.

Schlechte Stimmung gibt ein wenig Grund zur Hoffnung

Aber einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es schon, nämlich die ungewöhnlich schlechte Stimmung der Marktteilnehmer. Im Normalfall begrenzt diese Gemütslage der Investoren den Spielraum nach unten signifikant.

Die analytischen Rahmenbedingungen, in denen sich der Dax momentan bewegt, sind also weiterhin und trotz der schlechten Stimmung wenig überzeugend. Dem gilt es mit der Prognose Rechnung zu tragen. Der hinter uns liegende feste Mittwoch formt zwar im Zusammenhang mit dem vorangegangenen schwachen Dienstag ein vergleichsweise klares kurzfristiges Entspannungsmuster.

Die begonnene Erholung hat deshalb auch das Zeug, sich noch ein wenig fortzusetzen und nach dem aktuellen Stand der Analyse vielleicht wieder an der Unterseite der Widerstandszone bei 6860 Punkten zu kratzen. Mehr erscheint aber auch nicht möglich.

Massive Unterstützung bei 6130 Punkten

Ein Ende der mittelfristigen Kalamitäten ist bislang nicht in Sicht. Neue Tiefs bis in den Bereich der massiven Unterstützung um 6130 Punkte bleiben deutlich wahrscheinlicher als eine unmittelbare und vor allem nachhaltige Trendwende zum Besseren.

Summa summarum befindet sich das Kursbarometer der deutschen Standardwerte also in einer noch nicht abgeschlossenen Korrekturphase, die noch Zeit brauchen wird, bis sie endgültig ausgestanden ist.

Aber um auch keine Zweifel aufkommen zu lassen: Wir halten es definitiv nicht mit denjenigen, die am Horizont bereits den Untergang des Abendlandes heraufziehen sehen. Die aktuelle Korrekturphase wird in einem überschaubaren Zeitraum ihr Ende finden. Der Dax findet danach wieder auf den Pfad der Tugend zurück.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider. Der Autor ist technischer Analyst in Bad Homburg.



Text: F.A.Z. / @stt
Bildmaterial: F.A.Z., FAZ.NET

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Euro-Aktien-Index
13.11.2009 17:35
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