Rohstoffe

Aktie von Zinifex sehr vernünftig bewertet

Vermarktbares Zink

Vermarktbares Zink

23. Februar 2006 Der Rohstoffboom der vergangenen Monate hinterläßt allerorten Spuren. Auch bei den Aktien des australischen Unternehmens Zinifex, dessen Papiere im April des Jahres 2004 zu 1,90 australischen Dollar an die Börse kamen. Wer sich die Aktien damals oder auch danach ins Depot legte, hat einen guten Griff getan.

Denn nach einem kleinen anfänglichen Kurstaucher etablierte das Papier einen Aufwärtstrend, der nach einem Kursgewinn von bis zu 461 Prozent im Januar noch auf ein Allzeithoch von 8,25 Dollar geführt hatte. Am Donnerstag liegt das Papier mit einem Kurs von 7,31 Dollar zwar leicht darunter. Allerdings zeigt der mittelfristige Trend weiterhin nach oben.

Aktie sehr vernünftig bewertet

Gleichzeitig scheint das Papier mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von etwas mehr als sechs und 7,19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr noch sehr günstig zu sein. Vor allem dann, wenn man sich die Entwicklung in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres ansieht.

Bis Ende Dezember des Jahres 2005 konnte das Unternehmen den Nettogewinn auf 227,6 Millionen australische Dollar oder 46,3 Cents je Aktie steigern. Das sind knapp 165 Prozent mehr als die 17,5 Cents je Aktie in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Damit stieg der Gewinn deutlicher als der Umsatz, der immerhin um 23 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar in lokaler Währung gesteigert werden konnte.

Das Unternehmen sucht, fördert und verarbeitet Zink, Blei und Silber und hat in den vergangenen Monaten von steigendem Absatzvolumen und vor allem auch den steigenden Preisen profitiert. Der Zinkpreis hat zwar in den vergangenen Tagen etwas konsolidiert, allerdings hatte er noch Anfang Februar mit Preisen bis zu 2.400 Dollar je Tonne an der London Metals Exchange Rekordstände erreicht. Er dürfte sich auf einem hohen Niveau halten, da es zumindest im Moment am Markt ein Angebotsdefizit gibt.

Die Nachfrage läßt sich indirekt über die anhaltende weltwirtschaftliche Dynamik erklären. Zink wird unter anderem dazu benötigt, Stahlteile zu schützen und zu veredeln und dürfte vom gut laufenden Maschinenbau profitieren. Allerdings sollte man wohl die Entwicklung nicht zu positiv betrachten. Denn Zinifex berichtet auch von deutlich steigenden Kosten. So hätten in der Hütte in den Niederlanden die Strom- und Gaspreise angezogen. Aus diesem Grund richtet das Management sein Augenmerk auf die Kontrolle der Kosten.

Anhaltender Nachfrageüberhang bei Zink erwartet

Die langfristige Strategie besteht im Ziel, diszipliniert zu wachsen. Das heißt, die Erträge sollten langfristig deutlich über den Kapitalkosten liegen. Dabei möchte sich das Unternehmen weiterhin auf das Minen- und Verarbeitungsgeschäft von Zink und anderen Metallen wie Blei, Silber, Kupfer und Gold konzentrieren, da sie in ähnlichen geologischen Bodenformationen zu finden seien.

“Action“ in der Zinkmine

"Action" in der Zinkmine

Das Unternehmen blickt positiv in die Zukunft und rechnet zumindest für die kommenden zwei Jahre mit einem angespannten Markt bei Zinkkonzentraten. Bei anhaltender weltwirtschaftlicher Dynamik werde die Nachfrage nach Zink das Angebot in diesem Zeitraum übertreffen, so die Analyse des Unternehmens. Es stellt sich mit dieser Aussage gegen die Meinung vieler anderer Analysten. Sollte sich der Zinkpreis wie erwartet auf dem erreichten Niveau halten, werde das Ergebnis des zweiten Halbjahres sogar noch besser ausfallen als im ersten. Der Umsatz werde sich dyamischer entwickeln als die Kostenseite. Bei Blei sehe die Lage weniger vielversprechend aus.

Insgesamt dürfte die Aktie des Unternehmens aufgrund der Bewertung und des Trends bei anhaltender weltwirtschaftlicher Dynamik weiterhin einen Blick wert sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET, Zinifex

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