1926 und 2006: Postsparkasse
Baazis und Greane
Gleich zweimal geriet die österreichische Postsparkasse P.S.K. durch Skandale in die Schlagzeilen. Bereits 1922 waren fragwürdige Devisengeschäfte ruchbar geworden. Mit dem Rücktritt des langjährige Gouverneurs Schuster kamen 1926 die Verluste aus Spekulationen mit Effekten und Devisen, durch Transaktionen zwischen der P.S.K. und dem Großspekulanten Siegmund Bosel und durch Sanierungs- und Hilfsaktionen für die Austria-Bank und andere Institute ans Tageslicht. Die Gesamtverluste überstiegen nicht nur das Eigenkapital der PSK, sondern lagen im Bereich von etwa 30 Prozent der bei ihr eingelegten Mittel.
Im Jahr 2000 erwarb die Bank für Arbeiter und Angestellte BAWAG des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) die Mehrheit an der P.S.K. 80 Jahre nach dem ersten Skandal geriet die Bank dann in den Strudel der Affäre um den Broker Refco, der sich vor allem in Zins- und Währungs-Swaps engagiert, wobei die Verluste mit Hilfe der BAWAG in Briefkastenfirmen geparkt wurden.
Im Mai 2007 wurde die BAWAG-P.S.K. an den Finanzinvestor Cerberus verkauft. Vom Kaufpreis von 3,2 Milliarden Euro gingen 2,6 Milliarden Euro an den ÖGB, der damit Schulden abbaute und eine Haftung der Republik Österreich vermied.