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Aktie von Google kann eine Pause vertragen

Im Contest sucht Google neue Programmiere

Im Contest sucht Google neue Programmiere

01. Februar 2006 Die Aktie des bekannten Internetunternehmens Google kannte nach dem Börsengang mit 85 Dollar im August des Jahres 2004 nur eine Richtung: nach oben. In der noch vor wenigen Tagen erreichten Kursspitze von 475 Dollar konnte das Papier auf einen Kursgewinn von 459 Prozent zurückblicken - und der Trend zeigt zumindest bisher noch nach oben.

Mochte die Aktie optisch bisher noch so überbewertet erscheinen, so konnte das Unternehmen immer wieder mit seinen rasanten Umsatz- und auch Gewinnzuwächsen überraschen. In den vergangenen Monaten jedoch scheinen die Erwartungen überzogen worden zu sein.

Gute Entwicklung - überhöhte Erwartungen

Denn ungeachtet eines 82-prozentigen Gewinnwachstums im vierten Quartal des vergangenen Jahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode konnte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Der Kurs des Papiers fiel aus diesem Grund am Dienstag nachbörslich um bis zu 12,4 Prozent auf 379 Dollar.

Das Unternehmen erzielte in den Monaten Oktober bis Dezember einen Nettogewinn von 372,2 Millionen Dollar oder 1,22 Dollar je Aktie. Ohne die Kapitalausstattung für die firmeneigene Stiftung sowie ohne Berücksichtigung der Aktienoptionen ergab sich ein Gewinn je Aktie von 1,54 Dollar. Die 31 von Thomson Financial befragten Analysten hatten allerdings auf dieser Basis im Mittel mit einem Gewinn je Aktie von 1,76 Dollar gerechnet.

Der Umsatz aus dem Kommissionsgeschäft erreichte mit 1,29 Milliarden Dollar und genau die von Analysten genannte Konsensschätzung. Allerdings hatte Google bisher in allen Quartalsberichten als börsennotierte Gesellschaft solche Schätzung übertroffen. So kann es enttäuschend wirken, wenn das nun plötzlich nicht mehr der Fall ist. Der Gesamtumsatz im Schlußquartal legte um 86 Prozent auf 1,92 Milliarden Dollar zu.

Insgesamt scheint trotzt der momentanen Enttäuschung die Wachstumsgeschichte des Unternehmens nach wie vor in Takt zu sein. Allerdings sollten sich die Anleger wohl daran gewöhnen, daß künftig bei den Wachstumsraten kleinere Brötchen gebacken werden. Denn erstens wird der Basiseffekt immer kleiner. Hohe Umsätze und Gewinne lassen sich eben nicht mehr so leicht so deutlich steigern wie „kleine Zahlen“ in der Gründungsphase eines Unternehmens.

Augen vor kritischen Punkten nicht verschließen

Zweitens dürften auch die operativen Geschäfte immer schwieriger werden. So wird der Wettbewerb immer intensiver. Denn viele Unternehmen der Branche versuchen Googles Geschäftsmodell zu kopieren. Abgesehen davon wird es auch immer schwieriger, das zu Beginn durchwegs positive Image und die damit verbundenen Möglichkeiten zu halten. Einerseits kommen immer mehr Zweifel auf, an der tatsächlichen Reichweite. Auf der anderen Seite gibt auch die „kapitalistische Geschäftstüchtigkeit“ den Nutzern zunehmend zu denken, vor allem auch in Verbindung mit so zweifelhaften Arrangements wie mit chinesischen Regierung in punkto Zensur.

Aus diesen Gründen und auf Basis der Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse für das laufende und das kommende Jahr liegen mit Blick auf optimistische Gewinnschätzungen bei 49 und 36,5 - dürfte die Aktie eine Pause vertragen. Wirklich interessant dürfte sie nur zu deutlich tieferen Kursen sein. Denn auf dem inzwischen erreichten Niveau besteht immer eine gewisse Rückschlagsgefahr. Mit den nachbörslichen Kursverlusten ist auch das technische Bild angekratzt, denn immerhin ist der bisherige Aufwärtstrend deutlich gefährdet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET

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