Internet

Aktie von Google: Wachstumsphantasie ist alles

Google weiterhin in Bewegung

Google weiterhin in Bewegung

01. Februar 2007 Mit nachbörslichen Kursverlusten von 1,4 Prozent auf 494,35 Dollar reagierte am Mittwoch die Aktie des Internetunternehmens Google auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vierten Quartals des vergangenen Jahres. Diese Kursentwicklung deutet nicht unbedingt darauf hin, dass die Zahlen schlecht waren, sondern eher darauf, dass die Erwartungen an das Unternehmen hoch sind und waren.

Der Internetkonzern hat im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn fast verdreifacht und seinen Vorsprung zum Rivalen Yahoo ausgebaut. Der Umsatz stieg zwar im Rahmen der Erwartungen, einige Anleger hatten aber auf einen noch höheren Zuwachs erhofft.

Das Unternehmen wächst weiterhin deutlich und profitabel...

Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal auch dank niedrigerer Steuerzahlungen auf 1,03 Milliarden von 372,2 Millionen Dollar, wie der Suchmaschinenbetreiber bekannt gab. Dabei übertraf Google mit einem Gewinn je Aktie von 3,29 Dollar die durchschnittliche Analystenerwartung von 2,64 Dollar deutlich. Vor Sonderposten wie etwa den Steuererleichterungen lag der Gewinn mit 3,18 Dollar je Aktie ebenfalls über der Marktprognose von 2,91 Dollar.

Der Brutto-Umsatz stieg um 67 Prozent auf 3,21 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt mit einem Plus von 64 Prozent auf 3,14 Milliarden Dollar gerechnet. Dabei reichte die Spanne von 2,99 bis 3,27 Milliarden Dollar. „Der Aktienkurs gibt nach, weil sie die Zahlen nicht übertroffen haben“, sagte Analyst Martin Pyykkonen von Global Crown Capital der Nachrichtenagentur Reuters. Die Erwartungen waren zuletzt gestiegen.

Angesichts des Konkurrenzkampfes mit Yahoo, Microsoft und anderen Anbietern in punkto Internet-Werbung blicken die Anleger besonders kritisch auf das Umsatzwachstum. „Wie erwartet, konnten sie ihren Marktanteil gegenüber Yahoo bei der bezahlten Suche ausbauen, aber nicht in einem so großen Umfang wie Optimisten erwartet hatten“, sagte Pyykkonen. Im vergangenen Jahr konnte Google seinen Marktanteil bei der Internet-Suche zumeist stetig steigern.

Derzeit weitet das Unternehmen sein Geschäft auf andere Online-Bereiche aus, um sein schnelles Wachstum fortzusetzen, obwohl in den vergangenen Monaten die stärksten Zuwachsraten auf der eigentlichen Homepage erzielt wurden. Diese Entwicklung könnte zu denken geben. Denn nicht nur die Erlöse des Unternehmens steigen stark, sondern auch die Kosten. Das gilt nicht nur für teure Übernahmen, sondern vor allem auch für den so genannten Content. So sind die Kosten für Videos oder Satellitenkarten und allgemein für die Weiterentwicklung und das Marketing der Angebote des Unternehmens im vergangenen Quartal um 59 Prozent gestiegen. Die Investitionsausgaben legten um 49 Prozent auf 367 Millionen Dollar zu.

... fragt sich nur, wie lange das Geschäftsmodell in dieser Form wird tragen können

Bisher haben sich solche Ausgaben immer ausgezahlt. Daran dürfte sich kurzfristig wenig ändern. Mittel- und langfristig dürfte sich jedoch schon die Frage stellen, wie lange Suchmaschinenbetreiber noch vom günstigen Zugang zu bisher frei verfügbaren Inhalten profitieren können. Früher oder später dürften vor allem die gut aufgestellten Anbieter - wie zum Beispiel die Verlage - dazu übergehen, für ihre Produkte finanzielle Gegenleistungen sehen zu wollen. Wenn nicht direkt von den Lesern, so doch wenigstens von den Suchmaschinenanbietern. Denn diese können nur prosperieren und Werbeeinnahmen verbuchen, wenn sie auf vernünftige Inhalte verweisen können. In diesem Sinne dürften sich die Geschäftsmodelle früher oder später zu ihren Lasten verschieben, da sie gezwungen werden dürften, ihre Gewinne stärker als bisher zu teilen.

So mögen die Aktien von Google mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 36 und 27,5 angesichts des bisherigen Wachstum schon fast günstig erscheinen. Es fragt sich nur, wie lange das Wachstum in dieser Form wird anhalten können. Charttechnisch tendiert das Papier zwar in einem anhaltend freundlichen Markt weiterhin nach oben, allerdings hat die Dynamik in den vergangenen Monaten nachgelassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Machen Sie den Preisvergleich: Mit dem Gastarifrechner von FAZ.NET finden Sie den für Sie günstigsten Anbieter.

Dax
Tec
Dow
Nas
16.12.2009 | 13:23
Dax 5.876,06
+1,11 %
 
        Vortag
Dax
Tec
Dow
Nas
16.12.2009 | 13:16
Tops & Flops Kurs in %
Commerzbank 6,30 € +5,97%
Dt. Bank 51,77 € +4,59%
Infineon 3,49 € +1,90%
MAN 54,94 € +1,78%
Allianz 86,10 € +1,57%
Volkswagen 80,59 € +0,20%
Linde 86,26 € +0,16%
K+S 41,87 € −0,19%
Dt. Telekom 10,25 € −0,29%
Metro 42,68 € −0,67%
16.12.2009 | 13:39
Name Kurs in %
DAX 5.877,63 +1,14%
TecDAX 816,66 +0,57%
MDAX 7.452,68 +1,19%
SDAX 3.548,68 +0,35%
REX 377,45 +0,07%
Eurostoxx 50 2.916,82 +0,98%
Dow Jones 10.452,00 −0,47%
Nasdaq 100 1.798,21 −0,60%
S&P500 1.107,93 −0,55%
Nikkei225 10.177,40 +0,93%
EUR/USD 1,4573 +0,25%
Rohöl Brent Crude 72,95 $ +1,21%
Gold 1.122,00 $ +0,18%
Bund Future 122,31 € −0,16%
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
15.12.2009 13:00
1371,86 1344,74 1287,07
Performance-Index
15.12.2009 17:35
303,77 297,10 281,55
Euro-Aktien-Index
15.12.2009 17:35
143,01 140,67 129,15
F.A.Z.-Renten-Rendite
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche
nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009 Medienpartner: NZZ Online

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.