02. September 2004 Die Lockup- oder Verbots-Frist für Aktienverkäufe von Google-Insidern ist am Donnerstag abgelaufen. Doch eine goße Anlegergruppe fällt als Käufer bis auf weiteres aus: Indexfonds, die den S&P 500 Index und den Nasdaq-100 Index abbilden. Google, ein Schwergewicht mit einem Marktwert von 27,5 Milliarden Dollar, ist noch in keinem Index enthalten.
Die Fonds, die den S&P 500 abbilden, verwalten rund 1,1 Billionen Dollar, dem Nasdaq-100 folgen Fonds mit einem Gesamtkapital von 21 Milliarden Dollar. Die Nasdaq 100 Tracking Stocks, bekannt unter ihrem Symbol "QQQ", sind das meistgehandelte aktienbasierte Wertpapier in Amerika.
Aktien, die in den vergangenen vier Jahren in den S&P 500 aufgenommen wurden, haben im Schnitt bei der ersten Transaktion danah 8,2 Prozent zugelegt, berichtet Lehman Brothers Die Google-Aktie hat seit dem IPO im vergangenen Monat 18 Prozent zugelegt.
Lockup-Periode kürzer als üblich
Ab Donnerstag können einige Google-Aktionäre nach Angaben im Börsenprospekt 4,6 Millionen Aktien veräußern. Damit ist die Lockup-Periode, während der Insidern Aktienverkäufe untersagt sind, deutlich kürzer als bei anderen IPOs. Normalerweise beträgt sie 180 Tage. Im Rahmen des IPO hatten Altaktionäre bereits 8,4 Millionen Aktien abgegeben.
Probleme hat Google bei den Anforderungen des S&P 500 an den Streubesitz. Manager und Aufsichtsräte des Unternehmens halten rund 55 Prozent der umlaufenden Aktien. S&P verlangt dagegen, daß mindestens die Hälfte des Aktienkapitals frei gehandelt werden kann.
"Wenn der Streubesitz bei Google auf 50 Prozent steigt, wann auch immer das sein wird, in sechs Monaten oder sechs Jahren, werden wir uns die Aktien anschauen", sagt David Blitzer, Vorsitzender des Indexausschusses bei S&P. "Die Vorschrift über den Streubesitz ist wirklich die wichtigste bei der Beurteilung von Google." Außerdem verlangt S&P von Unternehmen, daß sie nach ihrem IPO vier Quartale hintereinander Gewinne erzielen, heißt es auf der Website des Indexanbieters.
Aufnahme in den S&P 500 vor September 2005 unwahrscheinlich
Es ist unwahrscheinlich, daß Google vor September 2005 in den S&P 500 aufgenommen wird, erklärt Alex Matturri, Leiter Indexinvestments Aktien weltweit bei Northern Trust. Dabei nahm er auf einen Plan Bezug, die Gewichtungen in den amerikanischen Indizes vom Streubesitz abhängig zu machen und nicht wie bisher vom gesamten Marktwert. Die Veränderung würde Google ein geringeres Gewicht geben als bisher. "Es macht keinen Sinn, Google nach den alten Regeln aufzunehmen, wenn dann zu neuen Richtlinien gewechselt wird", erläuterte Matturri. "Das würde den Umsatz in den Aktien zu sehr antreiben."
S&P wählt die Aktien für ihre Indizes nach der Entscheidung eines Ausschusses aus. Dieser bestimmt, wie hoch die Gewichtung einzelner Branchen sein soll, um den amerikanischen Aktienmarkt abzubilden. Nasdaq, ebenso wie die Index-Anbieter Russell Investment Group und Wilshire Associates , nimmt den Marktwert als Grundlage für die Aufnahme eines Unternehmens.
Der Nasdaq-100 bildet die größten an der Nasdaq notierten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ab. Seine Zusammensetzung wird einmal jährlich im Dezember überprüft. Ansonsten wird der Index nur dann umgestaltet, wenn ein Indexmitglied übernommen wird, Insolvenz anmeldet oder an eine andere Börse wechselt, wie beispielsweise die New York Stock Exchange.
Unternehmen muß vor Aufnahme ein Jahr notiert sein
Ein Unternehmen, das zu den 25 größten an der Nasdaq gehört, muß mindestens ein Jahr lang börsennotiert sein, damit es in den Index aufgenommen werden kann, beschrieb John Jacobs, Executive Vice President für Finanzdienstleistungen. Kleinere Unternehmen müssen sogar zwei Jahre warten. Google könnte bereits im August 2005 in den Index aufgenommen werden, falls ein anderes Unternehmen herausfällt, fügte er hinzu.
Der Indexanbieter Russell jedoch dürfte Google bereits am Monatsende in seine Indizes aufnehmen, nachdem er die Regeln für die Aufnahmen von Börsenneulingen in dieser Woche geändert hat. IPOs, die unter die 3.000 größten Unternehmen nach Marktwert kommen, werden jetzt jedes Quartal in die 21 Russell-Indizes aufgenommen, während sie bisher nur einmal jährlich dazukommen konnten. Auch in den Dow Jones Wilshire 5.000 Index dürfte Google noch in diesem Monat kommen. Die Indexzusammensetzung wird am Ende eines jeden Monats überprüft.
Text: Bloomberg/Bearbeitung: @thwi
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| INFINEON TECHNOLOGIE | +0,21 | +5,71 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | +1,53 | +4,01 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +2,15 | +3,49 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -1,69 | -14,20 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -4,28 | -8,94 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -2,36 | -7,65 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.447,11 | -5,11 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,57 |
| Bund Future | 117,28 | +0,26 |
| Gold | 887,72 | +3,02 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |