Gerüchte über eine neue Lücke belasten die IKB

18. März 2008 hap. FRANKFURT, 18. März. Die IKB-Bank sorgt abermals für Unruhe. Am Montag war kurzfristig der neue Präsidialausschuss des Verwaltungsrates der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, die Hauptaktionär der IKB ist und den größten Teil des milliardenschweren Rettungspakets trägt, zusammengerufen worden. Während das Treffen, das um 21.30 Uhr begann und bis in die Nacht dauerte, offiziell als "konstituierende Sitzung des Präsidialausschusses, in dem dieser sich ein Bild über die Lage der IKB und den laufenden Verkaufsprozess gemacht hat", dargestellt wurde, hieß es von anderer Seite: "Der Dachstuhl brennt." Vermutlich hat sich die Lage der Bank weiter verschlechtert, seit sie zuletzt Mitte Februar über zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf berichtet hatte. Aus der Verschärfung der Finanzkrise und dem Umstand, dass die IKB, um für Käufer interessant zu sein, Teile ihres Portfolios (unter Wert) verkaufen muss, dürften abermals Verluste entstanden sein und entstehen. Wie hoch diese sind und wer sie tragen soll, ist Gegenstand von Spekulationen. Die Börse nahm die Gerüchte am Dienstag zunächst negativ auf, die Aktie notierte in freundlichem Umfeld im Minus. Der Kurs drehte zu Handelsschluss aber ins Plus. Die IKB hat Investments von knapp 6 Milliarden Euro in der Bilanz, von denen rund 3 Milliarden als risikoreich und 3 Milliarden als risikoarm eingestuft werden. 1 Milliarde Euro ist durch einen Risikoschirm abgesichert, weitere 950 Millionen Wertrückgang (630 Millionen auf den risikoreichen Teil und 320 Millionen Euro auf den risikoarmen) waren Mitte Februar gemeldet und durch eine Deckungszusage aus Berlin über 1,2 Milliarden Euro aufgefangen worden.

Dem Präsidialausschuss gehören nach Angaben der KfW Wirtschaftsminister Michael Glos als Vorsitzender sowie Finanzminister Peer Steinbrück als Stellvertreter an. Weitere Mitglieder sind der CDU-Politiker Michael Meister, der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, der Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Franz-Josef Möllenberg, sowie Jürgen Thumann vom Bundesverband der Deutschen Industrie.

Text: F.A.Z., 19.03.2008, Nr. 67 / Seite 15

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