29. März 2007 Die Aktie des deutschen Generika-Herstellers Stada gehörte in den vergangenen drei Jahren zu den erfolgreichsten an der Börse. Trotz einer leichten Schwäche im Jahr 2005 und einer scharfen Konsolidierung im vergangenen Jahr konnte sich der Kurs von 13,52 Euro auf 46,48 Euro im Februar diesen Jahres fast verdreifachen und seit 1998 mehr als versechsfachen.
In den vergangene Woche schwächelte er indes wieder und konnte die Konsolidierungsverluste von Monatsanfang bislang noch nicht wieder wettmachen, obgleich das Unternehmen am 5. März die vorläufigen Ergebnisse für das elfte Rekordjahr in Folge vorlegte.
Eher unbestimmter Ausblick
Am Montag folgten nun die endgültigen Zahlen. Vor allem aber der Ausblick auf das laufende Jahr wurde mit Spannung erwartet. Bereits bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen hatte der Generikahersteller einen optimistischen Ausblick für 2007 angekündigt und mit 0,62 Euro pro Aktie (VJ: 0,39) eine kräftige Dividendenerhöhung für 2006 in Aussicht gestellt. In den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Konzernumsatz zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um etwa 17 Prozent gestiegen.
Indes könnte der vermeldete Ausblick eine Enttäuschung sein. Der Konzern teilte lediglich mit, dass von den sich bietenden strukturellen Wachstumspotentialen der Märkte profitieren und auch in Zukunft den nachhaltigen Wachstumskurs fortsetzen könne. Dabei
werde unverändert das Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der operativen Gewinnmarge verfolgt. Wachstum und Wertsteigerung bleiben für STADA unverändert Ziele, die der Konzern auch in den nächsten Jahren aus eigener Kraft erreichen
kann, so Stada-Chef Hartmut Retzlaff.
Vorsichtig zeigte sich der Konzern auch bei der Einschätzung der zum 1. April in Kraft tretenden nächsten Reformstufe. Die komplexen Auswirkungen der neuen Reform würden unter anderem von den wettbewerblichen Reaktionen abhängen und könnten somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht wirklich beurteilt werden.
Wachstumstreiber Hemofarm
Kontinuierliche Kostenoptimierung soll auch künftig die Basis für die angestrebte Verbesserung der operativen Gewinnmarge sein; ein wichtiger Beitrag dazu werde von der planmäßig verlaufenden Integration der serbischen Hemofarm-Gruppe in den Konzern erwartet. Auch Marcus Konstanti, Analyst bei Sal. Oppenheim sieht in Hemofarm einen starken Wachstumstreiber. Das große Fragezeichen aber sei die Richtung, die der deutsche Markt nehmen werde.
Des weiteren strebt der Generikahersteller zur Beschleunigung seines Wachstums unverändert weitere Zukäufe an. Vorrangige Akquisitionsziele blieben die weitere internationale Expansion und das Erzielen von Größenvorteilen. Zur Schaffung eines ausreichenden Finanzierungsrahmens seien unverändert auch geeignete Kapitalmaßnahmen vorstellbar.
Im übrigen bestätigte das Unternehmen die vorläufigen Zahlen für 2006. Demnach stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Der größte nationale Markt blieb Deutschland, wo Stada einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 481,9 Millionen Euro erzielte. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 78 Prozent auf 91,8 Millionen Euro. Der um einmalige Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn nahm um 27 Prozent auf 102,1 Millionen Euro zu.
Keine neuen Aussagen zu Merck
Das organische Umsatzwachstum im Berichtsjahr betrug zwölf Prozent, wobei die internationalen Umsätze im Verhältnis zum Gesamtumsatz erneut überproportional stiegen. In den beiden Kernsegmenten Generika und Markenprodukte konnte der Umsatz im Berichtsjahr insgesamt um 20 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gesteigert werden.
Ungeachtet der Gesundheitsreform habe in Deutschland ein deutlicher Umsatzzuwachs erzielt werden können. Auf den asiatischen Märkten stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 53 Prozent auf 42,9 Millionen Euro. Hier habe man vor allem in Vietnam mit einem Umsatzanstieg um 201 Prozent auf 18,4 Millionen Euro zugelegt, was im Wesentlichen auf ein einmaliges lokales Tendergeschäft im 1. Quartal 2006 zurückzuführen sei.
Enttäuscht könnten Anleger auch darüber sein, dass Stada keine neuen Aussagen zum Stand des Bietverfahrens um die Generika-Sparte von Merck machte. Dem Vernehmen nach gilt Stada derzeit nicht als besonders aussichtsreich.
Angesichts des doch wenig konkreten Ausblicks und der verhaltenen Prognose zum deutschen Markt sowie der fehlenden Aussagen zu Merck, ist am Donnerstag nicht davon auszugehen, dass sich der Kurs der Stada-Aktie nachhaltig wird verbessern können.
Das liegt auch nicht zuletzt daran, dass die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von über 19 für das laufende und über 16 für das kommende Jahr nicht eben ein Schnäppchen ist. Indes dürfte die Unterstützung bei 42,50 Euro nicht durchbrochen werden, da es auch keinen Anlass für eine negative Einschätzung gibt. Insofern dürfte die Notiz ihre Seitwärtstendenz in der Spanne zwischen 42,50 und 46,50 Euro verstärken.
Vorbörslich indes herrscht Optimismus vor und die Aktie wird rund 1,5 Prozent höher bei 44,99 zu 45,25 Euro gehandelt. Offenbar reichte die Ankündigung von Zukäufen aus, um bei den Anlegern neue Phantasie zu entfachen. Sollte sich eine positive Einschätzung durchsetzen und die Notierung das Allzeithoch bei 46,48 Euro überwinden können, so sind weitere Kursgewinne möglich.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: FAZ.NET, Hemofarm
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| DEUTSCHE LUFTHANSA A | +0,40 | +2,91 |
| DEUTSCHE TELEKOM AG | +0,15 | +1,36 |
| BAYERISCHE MOTOREN W | +0,26 | +0,87 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | -5,49 | -7,74 |
| ADIDAS AG INHABER - | -1,84 | -4,73 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,23 | -4,70 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.304,41 | -1,43 |
| TecDax | 734,85 | -2,73 |
| DowJones | 11.384,21 | +1,36 |
| Nasdaq | 2.294,44 | +2,28 |
| STOXX 50 | 3.287,60 | -1,35 |
| Nikkei 225 | 13.033,10 | -2,45 |
| S&P 500 Zert. | 12,41 | -1,74 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,30 |
| Bund Future | 112,15 | +0,09 |
| Gold | 922,70 | +0,62 |
| Öl | 142,31 | -0,93 |
Union nimmt Aktienoptionen in den Blick
21:57Im Jahr 2004 habe ich mich dazu herabgelassen
21:56Und ganz wesentlich: Es sollten Lehren aus diesem Fall gezogen
