04. Juli 2008 Nur 10 Cent könnten in der kommenden Woche über Glück oder Unglück der Wirtschaftswelt entscheiden. Denn wenn in den Vereinigten Staaten die Bilanzsaison beginnt, blicken alle auf die Zahlen von General Electric.
Der Mischkonzern ist dafür bekannt, die Prognosen der Experten sehr genau zu treffen - beim Gewinn je Aktie eben bis auf 10 Cent. Wenn sie den Gewinn je Aktie nur um einen 'Nickel' verfehlen, ist es, als lägen sie tausend Meilen daneben, sagte Fred Dickson, Marktstratege bei D.A. Davidson & Co. Alles andere als eine Punktlandung dürfte also in der angespannten Wirtschaftslage Unternehmer, Anleger und Währungshüter gleichermaßen alarmieren.
Indikator für das Wohl Amerikas
Ohnehin gilt der Konzern GE als Indikator für das Wohl der amerikanischen Wirtschaft, weil sich seine Geschäftssparten über so zahlreiche Branchen erstrecken. Zudem machen Finanzdienste einen großen Teil der GE-Umsätze aus, so dass gerade der von der Kreditkrise gebeutelte Finanzsektor am Freitag mit Spannung auf die GE-Zahlen vom zweiten Quartal warten wird.
Noch schmerzt viele die Erinnerung daran, dass GE für das erste Quartal die Prognose für den Gewinn je Aktie nur um 7 Prozent verfehlte - und damit den eigenen Aktienkurs und Märkte weltweit auf Talfahrt schickte. GE-Aktien gaben damals 13 Prozent nach. Für das zweite Quartal rechnen die Experten nun mit einem Gewinnrückgang auf 5,33 Milliarden Dollar nach 5,4 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Lahmende Wirtschaft
Mit der Einnahmenflaute im zweiten Vierteljahr liegt GE im Trend: Die Gewinnprognosen sanken jüngst stetig, nachdem mehrere große amerikanischen Unternehmen wie der Paketzusteller United Parcel Service (UPS) in den vergangenen Wochen mit Gewinnwarnungen Handelsräume und Vorstandsetagen in den Vereinigten Staaten schockiert haben. Die Ursachen: die lahmende Wirtschaft und der Ölpreis von rund 145 Dollar je Fass à 159 Liter.
Öl hat sich ohnehin zum größten Unsicherheitsfaktor für die Unternehmensgewinne und auch das Wirtschaftswachstum entwickelt. Verbraucher müssen an den Zapfsäulen immer tiefer in die Tasche greifen, es bleibt ihnen weniger Geld für den Konsum. Ein hoher Ölpreis verteuert aber auch die Produktion der Unternehmen, was vor allem auf den Bilanzen energieintensiver Branchen lastet.
Einen hohen Energieverbrauch muss auch der Aluminiumkonzern Alcoa einkalkulieren. Der Konzern legt am Dienstag seine Quartalsergebnisse vor und eröffnet so als erstes Dow-Jones-Unternehmen die Bilanzsaison. Die Hotelkette Marriott folgt am Donnerstag, bevor am Freitag GE unter die Lupe genommen wird - auf 10 Cent genau.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP, F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |