Branchenanalyse

Hoher Ölpreis macht Eisenbahnaktien reizvoll

Güterzug im Nebel am Susquehanna River

Güterzug im Nebel am Susquehanna River

22. Juni 2007 Kaum jemand passt der steigende Ölpreis besser ins Konzept als den amerikanischen Eisenbahngesellschaften. Je stärker die Kraftstoffkosten anziehen, umso wettbewerbsfähiger wird die Schiene gegenüber der Landstraße.

Schon im vergangenen Jahr kletterte das Frachtvolumen der Bahnbetreiber auf einen neuen Rekord und zog Ergebnisse und Aktienkurse der Unternehmen mit nach oben. "Innerhalb von fünf Jahren können sich die Gewinne und die Kurse der Eisenbahnbetreiber vervierfachen", erwartet Snehal Amin, Partner bei TCI Fund Management in London. "Bei diesen Aussichten sind die Aktien heute Schnäppchen."

Bahn ist im Energieverbrauch effizienter als der Straßenverkehr

Seit März des Jahres 2003 haben sich die Aktienkurse der führenden Eisenbahnbetreiber schon verdreifacht. Legendäre Investoren wie die beiden Multimilliardäre Warren Buffett und Carl Icahn sind bereits auf den Zug aufgesprungen und haben Aktien wie Union Pacific, Burlington Northern Santa Fe, CSX und Norfolk Southern eingekauft. Angesichts rasant steigender Importe aus dem asiatischen Raum, niedrigerer Personalkosten und verstopfter Autobahnen rechnen sie sich auch langfristig gute Chancen aus.

"Die Bahn ist im Energieverbrauch normalerweise etwa dreimal effizienter als der LKW", stellt Jason Seidl, Analyst der Credit Suisse in New York, fest. Je höher der Ölpreis steige, umso weiter klaffe diese Spanne auseinander. Das schlägt sich auch in den Kursen nieder: In den fünf Monaten vom 18. Januar kletterte der Preis für Rohöl um 37 Prozent. Gleichzeitig konnten die Titel von Union Pacific, dem amerikanischen Marktführer, 24 Prozent zulegen. Für CSX, die Nummer drei, ging es 26 Prozent aufwärts.

Umkehr gegenüber dem Trend von vor 50 Jahren

Für die Aktionäre der Eisenbahngesellschaften bedeutet der Einstieg von einflussreichen Investoren wie Icahn und Buffett weitere Gewinnchancen. Icahn, der CSX-Aktien im Wert von 122 Millionen Dollar hält, ist bekannt dafür, Unternehmen dazu zu drängen, etwas für den Kurs zu tun. Buffet ist über seine Investmentholding Berkshire Hathaway größter Aktionär von Burlington Northern und auch an Union Pacific und Norfolk Southern beteiligt.

TCI hält neben CSX auch Titel von Union Pacific und Norfolk Southern und forderte im Mai die Eisenbahnbetreiber dazu auf, mehr für den Aktienkurs zu tun. Nachdem TCI-Partner Amin diese Rede hielt und sich mit dem Management traf, kündigte CSX für dieses Jahr eine Preiserhöhung um bis zu sieben Prozent an. Norfolk Southern überlegt nun, das bestehende Aktienrückkaufprogramm auszuweiten.

Die jüngste Entwicklung markiert eine Umkehr gegenüber dem Trend von vor 50 Jahren. Seit damals verlor die Eisenbahn kontinuierlich gegenüber dem Lastwagen-Transport. Im Jahr 2005 wurden 69 Prozent der amerikanischen Fracht über die Straße transportiert, gegenüber 1994 ist das ein Zuwachs von drei Prozentpunkten. Für die Schiene ging es in dem Zeitraum zwei Punkte abwärts auf 13 Prozent, geht aus Zahlen des Branchenverbands American Trucking Associations, hervor. "Wir gehen davon aus, dass die Schiene über die nächsten zehn Jahre gegenüber LKW-Speditionen Marktanteile gut machen wird", erwartet Edward Wolfe, Analyst der Investmentbank Bear Stearns.

Zwar bleiben Lastwagen auf Kurzstrecken ungeschlagen und können auch deutlich mehr Ziele erreichen, sie sind jedoch auch deutlich teurer. Amin von TCI zufolge sind die Transportgebühren auf der Schiene etwa fünfmal günstiger. Und in Zukunft dürfte sich daran auch kaum etwas ändern. Der Ölpreis ist in den letzten drei Jahren um 80 Prozent geklettert und dem amerikanischen Energieministerium zufolge wird er bis ins Jahr 2030 die Marke von 100 Dollar je Barrel erreichen.

Text: F.A.Z./Bloomberg, 23.06.2007, Nr. 143 / Seite 20
Bildmaterial: FAZ.NET, Norfok Southern Corp., Norfolk Southern Corp

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Dax
Tec
Dow
Nas
12.11.2009 | 17:45
Dax 5.663,96
−0,08 %
 
        Vortag
Dax
Tec
Dow
Nas
12.11.2009 | 17:35
Tops & Flops Kurs in %
Linde 79,49 € +2,24%
BAYER AG NA 51,21 € +1,75%
K+S 38,50 € +1,72%
Lufthansa 11,20 € +1,63%
Allianz 83,46 € +0,74%
Fresenius Vz 44,23 € −1,36%
Commerzbank 7,18 € −1,64%
E.ON 26,79 € −1,69%
Salzgitter 62,01 € −2,04%
Volkswagen 98,22 € −5,10%
12.11.2009 | 19:24
Name Kurs in %
DAX 5.663,96 −0,08%
TecDAX 762,56 +0,28%
MDAX 7.297,53 +0,21%
SDAX 3.489,36 +0,15%
REX 373,71 +0,04%
Eurostoxx 50 2.876,92 −0,14%
Dow Jones 10.223,50 −0,66%
Nasdaq 100 1.777,13 −0,33%
S&P500 1.098,51 +0,50%
Nikkei225 9.804,49 −0,68%
EUR/USD 1,4863 −0,80%
Rohöl Brent Crude 75,64 $ −2,90%
Gold 1.114,75 $ +1,20%
Bund Future 121,30 € −0,22%
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
12.11.2009 13:00
1353,86 1328,57 1263,43
Performance-Index
12.11.2009 17:35
298,62 293,67 274,91
Euro-Aktien-Index
12.11.2009 17:35
142,80 137,27 125,35
F.A.Z.-Renten-Rendite
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche
nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.