Anlegen in Ideen

Diese Fonds verwerten Patente

30. Oktober 2006 Das ging schnell: Im vergangenen Jahr bot die Credit Suisse ihren reichen Kunden zum ersten Mal einen geschlossenen Fonds an, der in Patente investiert - und hatte ihn nach rund sechs Wochen gefüllt, schon zur Hälfte der Frist. Jetzt arbeiten die Fondsmanager daran, 18 Prozent Jahresrendite nach Steuern zu erzielen. Nicole Niemeier, die Direktorin für geschlossene Fonds in Deutschland, ist schon mal zufrieden: „Wir haben gesehen, daß die Resonanz sehr groß war. Es wird immer mehr Angebote rund um das Thema Patente geben.“

In der Tat: Die Konkurrenz zieht nach. Unter dem Namen „Patent Select I“ füllt inzwischen auch die Deutsche Bank einen geschlossenen Fonds. Er verwertet etwa Patente für eine Druckmaschine, für eine Hörprothese und für die Herstellung von biologischen Wirkstoffen.

Wer sucht die Patente für den Fonds aus?

Fonds wie diese beiden lohnen sich allerdings erst für größere Vermögen, denn die Mindestbeteiligung liegt bei 50.000 Euro. Billiger ist da der neue „Alpha Patentfonds“: Dort können Investoren schon mit 10.000 Euro einsteigen. Der Alpha-Fonds soll nach den Angaben der Vertriebsgesellschaft Vevis in den kommenden Wochen über mehrere Banken angeboten werden. Hier kaufen die Anleger die Patente im Sack: Welche Techniken dieser Fonds aufnimmt, entscheiden die Manager erst, wenn sie das nötige Geld eingesammelt haben.

Interessenten müssen vor allem darauf achten, wer die Patente für ihren Fonds aussucht. Meist sind damit Unternehmen beauftragt, die auch sonst Patente und Techniken bewerten. Hinter den Fonds von Credit Suisse und Euram steckt vor allem das Steinbeis-Zentrum für Technologiebewertung und Innovationsberatung, das sonst zum Beispiel für die Sparkassen arbeitet. Die Deutsche Bank kauft das Wissen bei der Intellectual Property Bewertungs AG ein, deren Schwesterunternehmen gerade die erste deutsche Patentauktion organisiert.

Patente sind ein risikoreiches Geschäft

Auch wenn der Fonds noch so gut verwaltet ist, gilt: Patente sind ein risikoreiches Geschäft, sie können sich als wertlos herausstellen. Anleger können also auch eine Menge Geld verlieren. Deshalb sollten Investoren nur einen kleinen Teil ihres Vermögens so investieren - zumal das Geld in diesen Fonds für drei bis sechs Jahre festliegt.

Wer das vermeiden will, für den bleibt die Aktie des amerikanischen Patentverwertungsunternehmens Acacia Technologies. Dessen Aktien werden auch in Frankfurt und Berlin gehandelt, allerdings nicht oft. Anleger wissen also nicht, ob sie jederzeit einen Verkäufer oder Abnehmer zu einem fairen Preis finden. Das erhöht das Risiko weiter.

Text: bern., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.10.2006, Nr. 43 / Seite 56
Bildmaterial: FAZ.NET

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