Atlas Maior

Bhutan

Von Eckart Nickel

19. August 2005 Die schönsten Worte verbinden im Kopf Schlüssel und Reiz zu einem Dritten und schöpfen Welten. Eines dieser Worte ist Bengalen. Der Traum vom Feuer im Gehirn, ausgelöst durch ein Kindersilvester-Schwefelholz namens „Bengalisches Licht“, erleuchtet die erste Exotik im Leben und gebiert jene Sorte Monstren, wie sie auch hier zu sehen ist: ein gigantischer Blinddarm als See, aus dem alle Flüsse entspringen, die das Bengalische Delta sicher schon damals als böse Heimsuchung des Monsuns regelmäßig auslöschten.

Wo der See liegt, sollte eigentlich Bhutan sein, das sogenannte Land des Drachens, an dessen Hochgebirgsspitzen die Täler mit ihren Bächen auf einem modernen Satellitenbild züngeln wie die Flüsse am See. Der Kartograph, so wird deutlich, ist immer auch Visionär, im ästhetischen Sinn.

Bildmaterial: Taschen Verlag

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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