Informationstechnik

Optimismus mit einer Portion Vorsicht

Branchenverband Bitkom rechnet mit einem Umsatz wie 2008

Branchenverband Bitkom rechnet mit einem Umsatz wie 2008

14. April 2009 Die deutsche Informationstechnologie zeigt sich vorsichtig optimistisch. Kein Wunder: Sehen doch viele ihrer Kunden im Unternehmensbereich während der momentanen Weltwirtschaftskrise moderne hausinterne Informationstechnologie als eines der wichtigsten Instrumente an, Kosten zu senken. Der Branchenverband Bitkom schätzt, dass der deutsche Gesamtmarkt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik mit 145 Milliarden Euro das Umsatzniveau des Vorjahres durchaus erreichen könnte. Er sieht derzeit nicht mehr als 20 Prozent der in einer quasi-repräsentativen Umfrage befragten Unternehmen, die für dieses Jahr geplante Investitionen aufschieben. 80 Prozent ziehen ihre Planungen durch. Für das kommende Jahr wagt noch keiner eine Prognose.

Vor allem kleinere Firmen wie das Softwarehaus PSI aus Berlin oder IDL aus Schmitten halten dank einer nach wie vor guten Auftragslage an ihren Investitions-Budgets fest und suchen fachkundige Mitarbeiter. Dagegen fährt Europas größtes Softwarehaus SAP eigenen Angaben nach derzeit mit allen Ausgaben „auf Sicht“ und streicht Stellen. Die für das laufende Jahr vorgesehenen Investitionen in Sachanlagen werden voll aus dem operativen Mittelzufluss (Cashflow) bestritten. Der Vorstand hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wieder auf 12 Prozent des jeweiligen Jahresumsatzes zurückzufahren. In den zurückliegenden Jahren war die Quote vorübergehend auf 14 Prozent und somit auf zeitweise fast 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Grund war unter anderem die Entwicklung eines Softwareprogramms für mittelständische Kunden, das in den kommenden Monaten auf die Märkte kommen soll.

Die Nummer zwei auf dem deutschen Softwaremarkt, die Software AG, sieht sich weiterhin in der Offensive, gibt sich vorsichtig, doch expansionsfreudig. Das Unternehmen hatte allein im vergangenen Jahr etwa 75 Millionen Euro in die hauseigene Forschung und Entwicklung investiert. Das entsprach mehr als 14 Prozent des Produktumsatzes. Der Vorstand peilt für dieses Jahr diese Quote wieder an. Anfang April hatte er einen Konkurrenten mit 120 Fachkräften übernommen. Weitere Akquisitionen stehen vorerst nicht auf dem Programm, sind aber angesichts der gut gefüllten Kassen und des vollen Auftragsbuches nicht ausgeschlossen.

Text: fib., F.A.Z.
Bildmaterial: AP

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