
Es ist schlicht falsch zu behaupten, dass ein schwacher Dollar "gut" für die US-Amerikanische Wirtschaft und schlecht für die deutsche sei.
Ja, die Zeiten haben sich geändert und ja die Russen, Inder, Brasilianer und Chinesen sind eine messbare Größe auf dem Markt und DESWEGEN spricht nichts gegen einen starken Euro ZUM DOLLAR. Schauen wir und Euro-Yen, Euro-Rubel, Euro-Rupie und Euro-Yüen an .... dann kann man vielleicht eine Aussage treffen.
Der US-Amerikanische Markt wird weniger konsumieren, schwacher Dollar hin, starker Euro her.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Amerikaner ein so starkes Handelsbilanzdefizit haben, dass es unausweichlich ist, dass der Dollar abfällt um dann wieder ein Equilibrium herzustellen, dass zu beschreiben 1200 Wörter übersteigt.
Euroland ist auch nicht Deutschland. Frankreich und Spanien werden natürlich stärker negativ beeinflusst als Deutschland.
Für Deutschland ist ein starker Euro gegen einen schwachen Dollar gut, sind doch die meisten Rohstoffe noch in Dollar denominiert. Zudem gibt es die Möglichkeit des derivativen Devisenhedgings.

Auf den ersten Blick riecht das Ganze nach einer Wiederholung von 9/11, als die Fed die Zinsen bekanntlich ebenfalls extrem gesenkt und dadurch die Immobilienkrise geradezu heraufbeschworen hatte. Aber es gibt einen Unterschied: 2001 waren die Chinesen, Araber, Russen und alle anderen, die über große Dollarreserven verfügten, noch bereit, amerikanische Bonds um fast jeden Preis zu kaufen; die Verzinsung war nicht so wichtig. Das ändert sich gerade: Wer jetzt Dollars hat, sucht zunehmend nach attraktiveren Investments – und dieser Trend wird durch die Zinssenkung eher noch mal verstärkt. Die Folge ist, dass der Dollar sinkt. Das verteuert leider Exporte der nicht-amerikanischen Wirtschaft (Pech für Deutschland), verbilligt aber andererseits Exporte der amerikanischen Wirtschaft. Und durch die Zinssenkung wird es für die amerikanische Wirtschaft noch mal attraktiver, exportfähige Güter zu produzieren. Das alles war in den Folgejahren von 2001 nicht so; damals stand der Dollar ziemlich hoch und hat eher die amerikanischen Importe beflügelt – mit der Folge, dass das Außenhandelsdefizit angestiegen ist.

Bernanke hat sich schon in der Vergangenheit sehr kritisch über das Außenhandelsdefizit geäußert; von daher hatte er dies bei der Zinssenkung sicher im Blick. Es gibt meines Erachtens durchaus die Chance, die USA durch die Zinssenkung vor einer Rezession gerade zu bewahren – vermutlich auf Kosten der europäischen Exportwirtschaft. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Gegenwärtig wird die europäische Wirtschaft als viel attraktiver als die amerikanische wahrgenommen. Das ist schön – aber an einem zu großen Auseinanderklaffen gegenüber den USA können auch die Europäer langfristig kein Interesse haben: Dies wäre die gefürchtete „harte Landung“ der US-Wirtschaft, die für Europa sicher nicht ohne Folgen bleibt.

Die setzen alle voraus, niedrige Zinsen sind unbedingt gut für die Wirtschaft, und deswegen müsse man Aktien kaufen. Einseitig. Nur die Zinsen, die ins Ausland wandern, sind für die Wirtschaft verloren, in den verschuldeten USA mögen sie viel sein. Sonst ist das ganze nur eine Umverteilung. Von höheren Zinsen gewinnt zwar der verschuldete Staat nicht direkt, auch nicht unbedingt die Banken, weil bei ihnen die Zinsdifferenz die entscheidende Rolle spielt, aber andere Wirtschaftskreise. Der Zins geht dann in den Konsum oder zur Kapitalbildung, um danach niedrige langfristige Zinsen für produktive Anlagen zu garantieren. Wenn Rentner oder Sozialschwache profitieren, dann kann auch der Staat in Sozialausgaben sparen.
Langsam frage ich mich, ob der Londoner Krisenmanagement nicht besser sei: wieso soll die Unterstützung über den Tenderverfahen geschehen, anstatt direkt, diskret und mit strengen Auflagen verbunden. Völlig richtig: die beste Geldpolitik soll die langweiligste sein.

Das Kind hat so lange gequängelt bis der Papa (total genervt und gegen seine Prinzipien) ihm ein Eis gekauft hat.
Schade das Börse so infantil ist.