China

„In diesem Jahr werden besonders viele Kinder geboren“

Singapur heißt das chinesische neue Jahr willkommen

Singapur heißt das chinesische neue Jahr willkommen

28. Januar 2006 Zum Beginn des chinesischen „Jahr des Hundes“ spricht die Astrologin Chi An Kuei im F.A.Z.-Interview über Optimismus, Glück, Feuer und Katastrophen.

Am Sonntag beginnt nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Hundes. Müssen sich die Chinesen nun vor Unglück hüten?

Nein. Hundejahre bedeuten im allgemeinen Glücksjahre. Das liegt vor allem daran, daß der Hund als Haustier dem Menschen nahe ist. Er steht für Sicherheit, Geborgenheit und gute Instinkte.

Dann wird Chinas Wirtschaft demnächst also noch mehr blühen?

So einfach ist das nicht. Jeder muß sein Glück selbst in die Hand nehmen, es wird ihm nicht in den Schoß gelegt.

Was raten Sie also?

Man sollte sich zu Beginn des Jahres viele Ziele stecken, dann wird auch viel erreicht. Und die Menschen sollten sich vom Optimismus inspirieren lassen, den das Jahr symbolisiert.

Wie denn?

Heiraten zum Beispiel. Außerdem werden in diesem Jahr besonders viele Kinder geboren.

Bei all dem Guten, was der Hund verkörpert, spielt aber auch das „Feuer“ eine Rolle, das in diesem Jahr als Element an das Tierkreiszeichen gekoppelt ist, oder?

Ja, und leider keine unwesentliche Rolle. Das Feuer stand immer für Unglück und Katastrophen. Ereignisse geschehen unerwartet und heftig.

Kennen Sie Beispiele aus der Vergangenheit?

Mit dem Element Feuer gab es in China immer wieder Aufstände und Demonstrationen. Es bringt Unerwartetes, das dann über das Land hereinbricht.

Auch Umweltkatastrophen oder Epidemien?

Es wird gute Sommer und heftige Regenzeiten geben, dazu könnte extreme Kälte kommen. Durch Feuer läßt sich viel gewinnen, durch Feuer geht aber auch viel verloren.

Stimmt es, daß chinesische Politiker und Manager ihre Entscheidungen an den Prognosen der Astrologen ausrichten?

Nicht nur die chinesischen. Auch in Europa, speziell in Deutschland, lassen sich viele berühmte Persönlichkeiten in ihre Zukunft blicken.

Wie erklären Sie sich den Glauben an die chinesische Astrologie?

Wenn Sie verletzt sind, gehen Sie zum Arzt. Wenn Sie schöner werden wollen, gehen Sie zum Friseur. Zu mir kommen die Leute, wenn sie Sorgen haben. Die chinesische Astrologie ist mit ihren kulturell verankerten Deutungen für viele nachvollziehbar.

Wollen die Menschen eher kurzfristige oder langfristige Prognosen?

Es geht niemals darum, ob man nächste Woche im Lotto gewinnt oder wann man den richtigen Partner findet, sondern wie man sein Leben lenken kann.

Das Thema „Partnersuche“ ist in der chinesischen Astrologie auch beliebt, oder?

Ja. Aber das bezieht sich weniger auf die Zukunft als auf die Tierkreiszeichen.

Dann sagen Sie mal, wer paßt denn am besten zum Hund?

Viele: Ratte, Tiger, Hase, Schwein. Menschen, die in einem Jahr des Hundes geboren wurden, sind sehr beliebt.

Wenn also jemand im Jahr des Hundes geboren wird, nimmt er die Eigenschaften des Tiers an?

Genau. Da der Hund treu, aufrichtig, mutig ist und ein hohes Gerechtigkeitsempfinden hat, ist er der ideale Partner.

Gibt es auch ein unbeliebtes Tierkreiszeichen, zum Beispiel die Schlange?

Nein, alle symbolisieren auch etwas Gutes. Die Tierkreiszeichen sind entstanden, als Buddha alle Tiere des Waldes zu sich rief, aber nur zwölf kamen. Zum Dank widmete er jedem Tier ein Jahr.

Können Sie jemandem ansehen, in welchem Tierjahr er geboren wurde?

Ich kann es sehen, wenn ich jemanden länger kenne. Dann klingt er wie ein kleiner Drache, wie ein Huhn oder Pferd.

Die Fragen stellte Katharina Iskandar.



Text: F.A.Z., 28.01.2006, Nr. 24 / Seite 7
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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