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Mario Heinen verantwortet A380

Mario Heinen

Mario Heinen

05. September 2006 Wegen der Fertigungsprobleme mußten EADS-Co-Chef Noël Forgeard und Airbus-Chef Gustav Humbert Anfang Juli gehen. Am Montag tauschte Airbus auch den Chef des A380-Programms, Charles Champion, durch den Luxemburger Mario Heinen aus. Der 50-Jährige kam 1999 von der Lufthansa Technik zu Airbus und leitete dort zuletzt das Programm der A320-Familie. Dieses erfolgreiche Programm von Flugzeugen mit nur einem Mittelgang wird künftig von dem Franzosen Alain Flourens, 49 Jahre, verantwortet. Charles Champion wurde zum Sonderberater des neuen Airbus-Chefs Christian Streiff ernannt.

Beim ersten Praxistest des Super-Airbus A380 haben am Montag 474 Passagiere das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten auf Herz und Nieren geprüft. Darunter waren neben knapp 30 Experten für Kabinentechnik auch hunderte Freiwillige, die unter den 15.000 Airbus-Mitarbeitern ausgelost worden waren.

Versuchsweise nach Norwegen oder auf die Kanaren

Einchecken für den ersten Flug in der weltgrößten Passagiermaschine

Einchecken für den ersten Flug in der weltgrößten Passagiermaschine

Die Testpassagiere sollen von der Bequemlichkeit der Sitze über die Toiletten und die Leistung der Klimaanlagen bis hin zu Beleuchtung und Vibration mögliche Schwächen aufdecken, die vor dem Ersteinsatz korrigiert werden können. Der erste Passagierjet mit 555 Sitzen soll Ende 2006 an Singapore Airlines abgeliefert werden. Airbus ist mit dem Prestigeprojekt A380 um mindestens ein Jahr in Verzug, was beim Mutterkonzern EADS bis 2010 zu Gewinneinbußen von zwei Milliarden Euro führt.

Die A380-Testmaschine hob kurz vor 10.00 Uhr in Toulouse zu ihrem siebenstündigen Langstreckenflug ab. Das Flugzeug der Seriennummer MSN002 war in Hamburg mit einer Standardkabine für 474 Passagiere ausgerüstet worden. Bis Freitag sollen drei weitere Testflüge mit Passagieren („Early Long Flights“) von zehn, zwölf und 15 Stunden Dauer folgen. Darunter ist ein Nachtflug, um alle Flugbedingungen abzudecken. Für kürzere Testflüge wurden auch Strecken in Deutschland ausgewählt; die längeren Flüge finden auf Routen nach Norwegen und den Kanarischen Inseln statt.

Testpassagiere müssen Fragebögen ausfüllen

Einer der Testpassagiere, der 29-jährige Fabien Carpentier aus einer Airbus-Niederlassung bei Amiens sagte, er habe „keinerlei Befürchtungen“, in das Flugzeug zu steigen. Er bezeichnete sich als „einen der glücklichen Auserwählten“, die per Los einen Flug in der ersten Klasse bekamen. Carpentier sagte, er habe wie die anderen Passagiere die Aufgabe, „vier oder fünf Fragebögen“ über seine Beobachtungen beim Flug
auszufüllen. Sie sollen dann zu möglichen Verbesserungen an der Kabine führen.

Unter rund 15.000 Mitarbeitern von Airbus-Werken in aller Welt waren insgesamt 2000 Test-Passagiere ausgelost worden. Einige kommen aus China, den USA und Russland. Am montäglichen Probeflug
nahmen auch rund 30 Stewardessen und Stewards teil, darunter Angestellte der Lufthansa.

Fast 2000 Flugstunden absolviert

Die insgesamt vier Testflugzeuge haben bisher fast 2000 Flugstunden absolviert. Bisher wurden 159 Passagier- und Frachtflugzeuge des Typs A380 von 16 Kunden fest bestellt.

Neben der Überprüfung des A380-Programms bereitet Airbus derzeit die Einführung des neuen Langstreckenmodells A350 vor. Die ursprüngliche Version des A350 floppte bei den Kunden, weshalb Airbus das Modell von Grund auf überarbeitete. Das Flugzeug wird daher gut zwei Jahre später als ursprünglich geplant auf den Markt kommen.


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Luftfahrt

Text: FAZ.NET mit Material von dpa/Reuters/AFP
Bildmaterial: AFP, AIRBUS S.A.S. 2006, e*m company / H. Goussé , AP

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