08. September 2006 Bei der spanischen VW-Tochtergesellschaft Seat gibt es einen Führungswechsel: Andreas Schleef kündigte sein Ausscheiden an. Sein Nachfolger wird Audi- Einkaufsvorstand Erich Schmitt, wie Audi mitteilte. Schleef scheide mit Ablauf seines 63. Lebensjahres aus, hieß es.
Schmitt, 59 Jahre, studierte Maschinenbau an der Fachhochschule Gießen. Nach seinem Abschluß als Diplom-Ingenieur begann er seine berufliche Karriere 1969 bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim als Ingenieur für Wertanalyse. Nach mehreren Stationen bei Opel wechselte er 1990 zu General Motors Tochtergesellschaft Vauxhall nach England. Er arbeitete dort als Leiter für den Einkauf und als Commodity Manager für Elektrik und Elektronik für General Motors Europe.
Seit 1992 bei Audi
Im April 1992 begann er bei der AudiI AG in Ingolstadt als Leiter für den Einkauf von Produktionsmaterial. Seit November 1992 ist Schmitt Mitglied des Vorstands der Audi AG für den Geschäftsbereich Einkauf, Finanz und Organisation. Seit Juni 1997 ist er für den Geschäftsbereich Einkauf im Vorstand für das China-Geschäft im VW-Konzern zuständig.
Auf Schmitt wartet eine schwierige Aufgabe bei Seat. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehemn mit Absatzproblemen zu kämpfen. Die jährlichen Auslieferungen gingen von einst etwa 500 000 auf 422 000 im Jahr 2005 zurück. Vor rund einem Jahr war sogar spekuliert worden, VW erwäge eine Trennung von der Marke, falls das Geschäft nicht anziehe.
Wieder leichtes Absatzplus
Von Beginn dieses Jahres bis Ende August stieg der Absatz um 4,1 Prozent auf gut 290 000 Fahrzeuge, wie ein Sprecher sagte. Getragen wird das Plus vor allem von den um 6,1 Prozent gestiegenen Exporten, während der Absatz im spanischen Markt nur geringfügig gewachsen ist. Vor allem verkauften sich die Modelle Ibiza und Leon.
Seat hatte im vergangenen Jahr die Kapazitäten dem niedrigeren Absatz-Niveau angepasst. Dabei wurden 965 Stellen gestrichen. Ursprünglich sollte es um mehr als 1300 Stellen gehen. Die Verhandlungen wurden mehrfach von Arbeitsniederlegungen der Seat- Mitarbeiter begleitet. 2005 schloss Seat erstmals seit zehn Jahren mit roten Zahlen ab.
Der Verlust betrug 62 Millionen Euro nach einem Gewinn von 145 Millionen Euro 2004. Der Umsatz sank um 10,1 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro. Nach Vorlage der Zahlen im Februar hatte es Spekulation über eine Ablösung Schleefs gegeben, die jedoch umgehend dementiert wurden. Ende 2005 investierte VW rund 700 Millionen Euro in Seat.
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Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP