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Deutsche Post John Mullen übernimmt Verantwortung für DHL
Die Deutsche Post baut ihre Führungs- und Konzernstruktur um: Der Australier John Mullen, übernimmt mit sofortiger Wirkung die alleinige Verantwortung für das weltweite Expreßgeschäft der Tochtergesellschaft DHL. Peter Kruse, der seit 2001 das europäische Expreßgeschäft geleitet hat, scheidet aus dem Vorstand aus. Kruse übernehme als Sonderbeauftragter von Postchef Klaus Zumwinkel neue Aufgaben im Konzern. Mullen war erst Anfang 2005 als Nachfolger von Uwe Rolf Dörken, der über die DHL-Verluste in Amerika gestolpert war, in den Vorstand aufgerückt. Ende der Doppelspitze
Vom Ende der Doppelspitze erhofft sich die Post eine "straffere Steuerung" der renditeschwachen Expreßsparte. Gleichzeitig wird der Unternehmensbereich kräftig verkleinert: Das gesamte Speditionsgeschäft wird herausgelöst und als eigenständiges Geschäftsfeld der vom Briten John Allan geleiteten DHL Logistik zugeschlagen. Der Umsatz von DHL Express wird sich dadurch um rund vier Milliarden Euro, mehr als ein Fünftel des Vorjahresniveaus, verringern. Die Post begründete dies damit, daß ein zentrales Management der Landverkehre zusätzlichen Umsatz erschließen könne. Neuorganisation schichtet Ergebnis um Gleichzeitig verbessert die Abtrennung des margenschwachen Landverkehrs die Ergebnisdarstellung der Expreßsparte, weil die ausgewiesene Rendite steigt. Die Ergebnisprognose für das laufende Jahr bleibt trotz der neuen Struktur unverändert. DHL Express soll einen operativen Gewinn (Ebit) von wenigstens 450 und die Logistik von mindestens 700 Millionen Euro einfahren. Wie aus dem Konzern zu hören ist, wird durch die Neuorganisation ein Ebit in zweistelliger Millionenhöhe zwischen den Sparten umgeschichtet. Der Effekt sei aber nicht so groß, daß die Spartenprognosen angepaßt werden müßten. Expreß- und Paketgeschäft bleibt Sorgenkind Das Expreß- und Paketgeschäft bildet das Sorgenkind der Post. Zwar ist der Umsatz auch aufgrund der zahlreichen Zukäufe kontinuierlich gewachsen. Doch die schwierige Integration belastet das Ergebnis. Im vorigen Jahr betrug die operative Rendite gerade 0,1 Prozent, während Konkurrenten auf sechs bis sieben Prozent kamen. Unter dem Strich hat die Sparte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres praktisch kein Geld verdient: Das Ebit wurde mit lediglich fünf Millionen Euro angegeben. Im ersten Quartal war sogar ein Verlust angefallen. Besonders prekär ist die Lage in den Vereinigten Staaten, wo DHL Express ursprünglich schon 2005 die Gewinnzone erreichen sollte. Offenbar tragen Mullens Sanierungsbemühungen aber erste Früchte, während Kruse in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck geriet. In Frankreich schreibt DHL sogar noch rote Zahlen. Auch in Großbritannien war DHL vorübergehend in Schwierigkeiten geraten. In beiden Ländern ist inzwischen das Management ausgetauscht worden. In Deutschland leidet das Paketgeschäft vor allem unter der aggressiven Preispolitik von Hermes Logistik. Die Tochtergesellschaft des Versandhändlers Otto hat ihren Marktanteil nach eigenen Angaben auf etwa ein Fünftel ausbauen können. Text: bü. / F.A.Z., 23.09.2006, Nr. 222 / Seite 17Bildmaterial: Deutsche Post World Net |
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