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RAG Neuer Vorstand ist komplett
Der Bergbau- und Energieriese RAG hat seinen Vorstand auf dem Weg zum Börsengang neu zusammengesetzt. Die Topmanager der beteiligten Unternehmen sind vertreten. Vorstandschef bleibt Werner Müller. Personalvorstand bleibt Ulrich Weber und zum Finanzchef rückt der bisherige Degussa-Finanzvorstand Heinz-Joachim Wagner auf. Dafür wird Peter Schörner zuständig für Immobilien, Controlling und Service. Degussa-Chef Klaus Engel übernimmt zusammen mit seinem Stellvertreter Alfred Oberholz die Chemie. Vorstand für den Bereich Energie wird der bisherige Steag-Chef Alfred Tacke.
RAG-Vorstandsmitglied Bernd Tönjes wird bei der Trennung von der Bergbaugesellschaft den RAG-Vorstand verlassen. Auch Immobilienchef Hermann Marth wird zum Jahresende ausscheiden. Börsengang im Sommer Die RAG Beteiligungs AG soll im Sommer 2007 unter einem neuen Namen an der Börse platziert werden. Zuvor müssen allerdings noch wegen der Folgekosten des Bergbaus die Bundesregierung und die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen dem zustimmen.
Der neue Name, der künftig auch die Trikots der Fußballer von Borussia Dortmund zieren soll, wird derzeit noch gesucht. Zum Börsengang ist im Herbst ein Spitzengespräch in Berlin geplant. Müller will 1300 Stellen in der Verwaltung und insgesamt Kosten in Höhe von knapp 256 Millionen Euro jährlich sparen. Die Gewerkschaft IG BCE will ihre Zustimmung zum Börsengang des Essener RAG-Konzerns aber an die politische Zusage einer langfristigen Anschlußfinanzierung des deutschen Steinkohlenbergbaus knüpfen. Wir wollen keinen Auslaufbergbau, sondern einen Referenzbergbau, sagte IG BCE-Chef Hubertus Schmoldt vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.
Der Gewerkschafter, der zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der RAG AG ist, machte deutlich, daß er langfristig eine Jahreskapazität von 10 Millionen Tonnen Kohle für erforderlich hält. Diese Fördermenge entspräche der Kapazität von drei bis vier Bergwerken. Christa Toben möchte 6 Millionen Tonnen als Sockel Diese Position will Schmoldt auch beim nächsten Spitzentreffen zum RAG-Börsengang in Berlin deutlich machen. Im Energiemix sollte die deutsche Steinkohle auf Dauer rund 10 Prozent der Stromproduktion absichern.
Die NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), deren Landesregierung grundsätzlich ein Auslaufen der Steinkohleförderung befürwortet, habe ihm gegenüber einen Sockelbetrag von 6 Millionen Tonnen in den Raum gestellt. Das sei aus seiner Sicht zuwenig, auch wisse er nicht, ob Frau Thoben noch zu dieser Aussage stehe, sagte Schmoldt. Jeder Tag Verzögerung ist ein verlorener Tag Grundsätzlich befürwortet seine Gewerkschaft den für den Frühsommer 2007 geplanten Börsengang der RAG. Jeder Tag der Verzögerung ist ein verlorener Tag. Das jetzt in Auftrag gegebene Gutachten zur Bewertung aller RAG-Aktivitäten könnte seiner Meinung nach den Börsengang noch verzögern. Sollte es den Wert des sogenannten weißen Bereichs, bestehend aus Degussa, Steag und RAG Immobilien, deutlich höher bewerten als die Altlasten des Bergbaus, könnten die Alteigentümer möglicherweise deutlich mehr für ihre Anteile fordern als den geplanten symbolischen Euro.
Einer Zerschlagung der RAG und Verkäufen in Einzelteilen wird die IG BCE nicht zustimmen, betonte Schmoldt. Selbst wenn dies höhere Erlöse ergeben sollte, sei dies nur eine Momentbetrachtung. Auch aus strukturpolitischer Sicht sei das Land gut beraten, andere Maßstäbe anzulegen. Text: St./B.K./F.A.Z.Bildmaterial: Degussa, picture-alliance/ dpa/dpaweb, RAG, Steag |
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