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Deutsche Börse

Chronik der Führungskrise



Auf der Suche nach einem Anführer
12. September 2005 
Die seit Monaten andauernde Führungskrise bei der Deutschen Börse nähert sich offensichtlich ihrem Ende. An diesem Montag will der Personalausschuß des Aufsichtsrats den Chef der Schweizer Börse SWX, Reto Francioni, als Nachfolger Werner Seiferts vorschlagen. Seifert hatte im Mai seinen Hut genommen, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Londoner Börse (LSE) zu übernehmen.

Die folgende Chronik zeigt die wichtigsten Daten der Auseinandersetzung des Managements mit rebellischen Aktionären um den Hedgefonds TCI, die zu der Führungskrise geführt hatte.

13. Dezember 2004 - Die Deutsche Börse veröffentlicht ein Übernahmeangebot für die LSE über knapp zwei Milliarden Euro (siehe auch: Deutsche Börse will LSE übernehmen).

20. Dezember - Die Vierländerbörse Euronext bekundet ebenfalls Interesse an einem Kauf der LSE, nennt aber keinen Preis (siehe auch: Euronext beginnt Gespräche mit der Londoner Börse).

15. Januar 2005 - Der Hedge-Fonds TCI lehnt den LSE-Kauf als zu teuer ab. Er will den Aufsichtsrat abwählen und ein Aktienrückkaufprogramm beschließen lassen.

27. Januar - Die Deutsche Börse veröffentlicht Details zur geplanten Übernahme der LSE und macht Zugeständnisse an den Finanzplatz London. Das LSE-Management lehnt ab (siehe auch: London lehnt Angebot der Deutschen Börse ab).

22. Februar - Börsenchef Seifert bekräftigt Kaufpläne und nennt die Fusionsskepsis in Frankfurt „Finanzplatz-Romantik“.

25. Februar - Die Fondsgesellschaft Fidelity lehnt die Pläne zum Kauf der LSE ebenfalls ab (siehe auch: Aktionär Fidelity lehnt Kaufofferte für Londons Börse ab).

6. März - Die Deutsche Börse zieht auf Druck oppositionellen Aktionäre ihre Offerte für die LSE zurück. Sie behält sich aber ein neuerliches Angebot vor, sollte die Euronext aktiv werden (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Seifert hält sich Hintertür zur LSE offen).

7. April - Die Deutsche Börse will die Hedge-Fonds mit der Einrichtung eines Aktionärsrats und einem Aktienrückkaufprogramm besänftigen (siehe auch: Wenig Begeisterung für geplanten Aktionärsrat der Börse).

14. April - TCI beantragt die Abwahl von Aufsichtsratschef Rolf Breuer auf der Hauptversammlung am 25. Mai (siehe auch: TCI betreibt Ablösung Breuers).

19. April - TCI verlangt den Rücktritt Seiferts.

9. Mai - Seifert beugt sich dem Druck und tritt als Vorstandschef der Deutschen Börse zurück. Interimschef wird Finanzvorstand Mathias Hlubek. Breuer soll zum Ende des Jahres aus dem Aufsichtsrat ausscheiden (siehe auch: Kommentar: Die Meuterei).

12. Juli - Der frühere Investmentbanker Kurt Viermetz soll nach dem erfolgreichen Abschluß der Suche nach einem neuen Vorstandschef Nachfolger Breuers als AR-Chef werden (siehe auch: Deutsche Börse: Viermetz will Aufsichtsratschef werden).

31. Juli - Viermetz geht davon aus, daß die Suche nach einem Nachfolger für Seifert bis September abgeschlossen wird.

15. August - Die australische Macquarie Bank bestätigt ihr Interesse an einer Übernahme der LSE.

18. August - Die britische Kartellbehörde verschiebt ihre Entscheidung zur Übernahme der LSE auf spätestens 7. November.

6. September - Die Deutsche Börse will sich im Zusammenhang mit der immer noch möglichen Übernahme der LSE auf keinen Fall - wie von den Wettbewerbshütern gefordert - von ihrer Abwicklungstochter Eurex Clearing trennen.

6. September - Die Börse kündigt eine endgültige Entscheidung über den Nachfolger Seiferts für den 10. Oktober an. Breuer will an diesem Tag sein Amt an Viermetz übergeben.

7. September - Die Deutsche Börse und die Schweizer Börse SWX sprechen über eine Erweiterung der bestehenden Kooperation.

8. September - Der Präsident der Schweizer Börse SWX, Reto Francioni, soll nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung neuer Vorstandschef der Deutschen Börse werden (siehe auch Francioni wird Chef der Deutschen Börse).

9. September - Aufsichtsratskreise signalisieren ihre Zustimmung zur Berufung Francionis.

10. September - Der Personalausschuß des Aufsichtsrats beruft Francioni zum Vorstandschef der Börse. Der Aufsichtsrat muß der Personalie bei seiner nächsten Sitzung am 10. Oktober noch zustimmen (siehe auch: Francioni als Börsen-Chef nominiert).

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
 
 
   
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