Türkei

Weiterer deutscher Terrorverdächtiger gefasst

06. November 2007 Im Zusammenhang mit den vereitelten Bombenanschlägen in Deutschland hat die türkische Polizei einen vierten Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um Attila S., dessen Anwalt Manfred Gnjidic die Festnahme bestätigte. Eine Bestätigung durch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe blieb zunächst aus.

Attila S. aus Ulm soll untergetaucht sein, nachdem die deutsche Polizei im Sauerland eine mutmaßliche Terrorzelle zerschlagen und drei Personen festgenommen hatte. Sie wollten angeblich Sprengstoff herstellen und planten mehrere Anschläge mit Autobomben auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland. S. wird verdächtigt, der Gruppe um die beiden Konvertiten Fritz G. aus Ulm und Daniel S. aus dem Saarland sowie dem Türken Adem Y. aus Hessen bei Planung und Vorbereitung geholfen zu haben. Er gilt als enger Freund von Fritz G.

„Er hat damit nichts zu tun“

Laut Angaben seines Anwalts bestreitet S. jegliche Vorwürfe im Zusammenhang mit Terrorismus. „Er hat damit nichts zu tun“, sagte Gnjidic. Der Anwalt weiß nach eigenen Worten nicht, an welchem Ort in der Türkei sich sein Mandant in Haft befindet.

Nach Erkenntnissen der Geheimdienste soll S. zudem ein Ausbildungslager für Terroristen in Pakistan besucht haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Seine Verhaftung hatte sich demnach immer wieder verzögert, obwohl die Deutschen frühzeitig um Amtshilfe gebeten hatten. Er habe sich sogar in der türkischen Stadt Konya vor einer Fernsehkamera interviewen lassen.

Dort soll Attila S. auch festgenommen worden sein, berichtet „Spiegel online“. Der 22-Jährige lebe seit Anfang des Jahres in der Provinzhauptstadt und sei sei mit einer jungen Türkin verheiratet.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

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