die meiner Meinung nach in die richtige Richtung geht. Auch die Erhebung von Zinsen ist in Ordnung, so sie denn reell sind. In mehreren Berichten habe ich mittlerweile gelesen, dass einzelne Personen ihren Lebensstandard durch diese Mikrokredite erheblich verbessern konnten. Noch wichtiger aber ist, dass diese Menschen - im Gegensatz zur herkömmlichen "Verteiler-Entwicklungshilfe" lernen für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Nur daraus entsteht wirkliche Eigeniniative. Meines Erachtens ging der Friedensnobelpreis völlig zu Recht an Herrn Yunus für diese Idee. Ich habe selbst Verwandschaft in Afrika und weiß, wie sehr dort lediglich die Hand aufgehalten wird, damit der vermeintlich reiche Bruder, Sohn, Neffe in Europa Geld hineinwirft. Auch mein Mann und ich fördern im Kleinen nur noch Anschaffungen von z.B. Nähmaschinen oder gewerblichen Gegenständen, um die Leute zur Selbstständigkeit zu motivieren.
Der neue ungekrönte Star in der entwicklungspolitischen Szene ist, wenn ich des Interview richtig verstehe, ein überzeugter Kapitalist und Marktwirtschaftler. Seine Überlegungen sind zwar stark vereinfacht und einige seiner Denkansätze sind wohl ein wenig Realitätsfremd, aber sie gehen in die richtige Richtung.
Armut kann nicht durch Umverteilung von Wohlstand bekämpft werden, die Armen Länder werden sich ihren Wohlstand schon selber erarbeiten müssen. Diese Chance müssen wir ihnen, wie durch den angesprochenen Abbau von Handelsschranken und ungerechter Subventionspolitik, aber auch gewähren. Es ist nur zu befürchten, das wir uns damit viel schwerer tun werden, als mit dem Verteilen von vermeintlich großzügigen Almosen.
Warum keine Frage zu den abverlangten Zinsen? Meines Wissen nimmt die Grameen Bank 20% Zinsen und ist in Monopolstellung. Warum ist das bei nur 1% Ausfallquote nötig? (für Baukredit 8% dort)
Volksverdummung nenn ich das.