01. Juni 2007 Das sagte der amerikanische Präsident George W. Bush im Gespräch mit der F.A.Z. über seine Initiative für den Klimaschutz.
Ich sehe den Gipfel als die Bemühung betroffener Nationen, sich auf die Lösung des Problems zu verständigen. Meine Initiative sieht vor, dass die weltgrößten Treibhausgasemittenten ein internationales Ziel vorgeben. Es muss also eine Post-Kyoto-Rahmenvereinbarung geben. Das war das Erste, was Bundeskanzlerin Merkel wissen wollte: Stimmte ich ihr zu, dass es einen Post-Kyoto-Prozess geben müsse? Und, falls ja, was seien meine Vorschläge? Ich glaube, Angela Merkel wird zufrieden sein, dass ich zugestimmt habe, sie hat darauf hingearbeitet.
Zweitens glaube ich, dass wir ein internationales Ziel brauchen. Ich habe ein Verfahren beschrieben, bei dem die Treibhausgasemittenten, einschließlich der Entwicklungsländer, am Tisch sitzen. Wir könnten ein strenges Treibhausgas-Regime einführen, aber wenn Länder wie Indien oder China nicht dabei sind, wäre das gar nichts wert. Also ergibt es Sinn, Russland, China, Indien, die Vereinigten Staaten, die EU und andere Staaten einzubeziehen. Drittens braucht jedes Land ein Zwischenziel und muss die Methodik entwickeln, um es zu erreichen.
Unser Land fühlt sich verpflichtet. Aber ich habe gesagt, dass jedes Land einen Plan braucht, der zu seiner Wirtschaft und zur politischen Umwelt passt. Wenn Sie wollen, dass die Vereinigten Staaten eine aktive Rolle spielen, dann ist das der beste Weg. Viele unserer Leute wollen nicht, dass unsere Umweltpolitik von jemand anderem formuliert wird. Sie glauben, dass wir unsere eigene Umweltpolitik machen sollten, um, in diesem Fall, internationale Ziele zu erreichen. Das verspreche ich.
Neue Technologien werden uns zugleich Energieunabhängigkeit ermöglichen sowie wirtschaftliche Vitalität und Wachstum - und als aktiver Handelspartner der Vereinigten Staaten werden Sie uns wirtschaftlich stark sehen wollen, denn mit einem schwachen Partner gibt es nichts zu handeln.
Ich freue mich darauf, von unseren technologischen Durchbrüchen zu berichten. Ich glaube, unsere Autos verbrauchen derzeit rund sechs Milliarden Gallonen (etwa 23 Milliarden Liter) Maisäthanol. In den nächsten Jahren wird jedes zweite Auto in den Vereinigten Staaten ein ,Flex-fuel-Modell' sein, dann können Sie also wählen, ob Sie Äthanol oder Benzin tanken. Wir geben Hunderte von Millionen Dollar dafür aus, um Äthanol aus verschiedenen Rohstoffen gewinnen zu können. Wäre es nicht bemerkenswert, wenn wir unsere Autos mit Treibstoff betanken könnten, den wir aus Holzspänen gewinnen? Sie haben doch viele Wälder in Deutschland! Ich würde mich freuen, diese Technologie mit Ihnen zu teilen. Die Vereinigten Staaten werden ihren Benzinverbrauch binnen zehn Jahren um 20 Prozent senken. Das hat noch kein Präsident gesagt.
Die fundamentale Frage, mit der Amerika konfrontiert ist, lautet: Wie schnell entwickeln wir emissionsfreie Kohlekraftwerke? Dafür geben wir sehr viel Geld aus. Wir haben in den Vereinigten Staaten noch Kohle für ungefähr 250 Jahre. Wir wissen, dass Kohleverbrennung für die Umwelt besonders problematisch ist. Beim G-8-Gipfel werde ich andere ermutigen, so viel Geld wie wir in die Forschung und Entwicklung zu investieren. Und wir sollten unsere Technologien mit Entwicklungsländern teilen. Ich hoffe, dass die Menschheit nicht ihr Vertrauen in die Fähigkeit der Technik verliert, unsere Lebensweise positiv zu verändern.
Wenn Sie das Treibhausgasproblem lösen und eine wachsende Wirtschaft haben wollen, sollten Sie zu guter Letzt aber auch für die zivile Nutzung der Kernkraft sein. Es gibt also viel zu besprechen, und ich freue mich darauf.
Text: F.A.Z., 02.06.2007, Nr. 126 / Seite 2
Ärzte für die Dritte Welt: Die German Doctors“, eine Frankfurter ![]()
Mord an Ägypterin: Ermittlung gegen Justiz
Video: Gabriel verabschiedet Müntefering
| Tops | in % | |
| FMC | +2,10% | |
| Infineon | +1,35% | |
| ThyssenKrupp | +1,23% |
| Flops | in % | |
| MAN | −0,79% | |
| Volkswagen | −1,85% | |
| Commerzbank | −2,58% |