02. Juli 2009 Ronnie, sagte Nancy Reagan vor Jahren einmal, als es ihrem Mann immer schlechter ging, jenem amerikanischen Präsidenten, nach dem die Reaganomics benannt wurden, von denen viele und sogar Reagans eigener Sohn heute sagen, dass sie die Krise heraufbeschworen haben, Ronnie sieht immer noch die leuchtende Stadt auf dem Berg. Nancy wiederum, das hat sie gerade eben Bob Collacello von Vanity Fair erzählt, sieht immer noch Ronnie leuchten. In der Nacht, im Schlafzimmer ihres Hauses in Bel Air, das auch auf einem Berg in einem Bundesstaat liegt, in dem jetzt allerdings die Lichter ausgehen, erscheint er ihr.
Ob sie mit ihm dann auch über ihre Heimat redet, deren Gouverneur Ronnie einmal war? Er hatte damals, Ende der sechziger Jahre, den Haushalt ausgeglichen. Davon ist der Gouverneur von heute, wieder ist es ein Hollywood-Schauspieler, weit entfernt - so weit wie die leuchtende Stadt auf dem Berg. Da sitzt Nancy in ihrem Garten, achtundachtzig Jahre ist sie jetzt alt und ihr Mann seit ziemlich genau fünf Jahren tot, und am Horizont stehen die Türme von Century City, einem der Finanzzentren der achtgrößten Wirtschaftsmacht der Welt: Kalifornien. Sie trägt Rot auf dem Foto in Vanity Fair, eine Art Maria-Elisabeth-Schaeffler-Rot, aber dass ihr Mann, der aus einer Traumfabrik kam und machte, dass auch aus der Wall Street eine Traumfabrik werden konnte, irgendetwas mit den düsteren Aussichten zu ihren Füßen zu tun haben könnte: Daran glaubt sie nicht.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS
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