Trauma statt Traum

22. Oktober 2009 Nicaragua hat seinen Frieden nicht gefunden. Vom Glück wollen wir gar nicht reden. Es hat so viel Gewalt gesehen, so viele Desillusionierungen erlebt, dass es nicht mehr an das Gute im Menschen zu glauben scheint. Der Mann, der einst den Tyrannen Somoza vertrieb, dem Sozialismus zum Sieg verhalf und dann alle Versprechungen ans Volk brach, tyrannisiert heute als radikalchristlicher Präsident das Land mit seiner Bigotterie. Die Armen sind immer noch arm, die Korrupten immer noch korrupt, die Schwachen immer noch schwach. Die Schweizer Fotografin Olivia Heussler, die 1984 mit viel Idealismus ins sandinistische Nicaragua kam und immer wieder zurückkehrte, hat die Traumata des Landes mit fast schmerzhafter Lakonie dokumentiert. Es sind Bilder jenseits der Hoffnung, in denen doch ein Trost liegt: Manchmal ist der Mensch stärker als seine Verzweiflung. (str.)

"Der Traum von Solentiname" von Olivia Heussler (Fotos), mit Texten von Sergio Ramírez und Martin Heller (Deutsch, Englisch und Spanisch). Edition Patrick Frey, Zürich 2009. 280 Seiten, 250 Fotografien. Gebunden, 44 Euro.

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Der Traum von Solentiname
von Heussler, Olivia
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Buchtitel: Der Traum von Solentiname
Buchautor: Heussler, Olivia

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2009, Nr. 245 / Seite R4

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