Die perfekte Linie des Dünenkamms

15. Oktober 2009 Bis heute ist die Sahara ein großer, heller Fleck auf dem Globus. Und obwohl schon lange niemand mehr die standardisierte Formel "Hic sunt leones" in die leere Fläche auf der Landkarte schreibt, "Hier sind die Löwen", müssen wir doch gestehen, dass wir von den tatsächlichen Bewohnern der Sahara - ob Raubtier oder Mensch - nur eine sehr vage Ahnung haben und dass selbst das Bild ihrer Landschaften für die meisten von uns so unscharf und flirrend bleibt wie eine Fata Morgana über dem heißen Wüstensand. Freddy Langer, leitender Redakteur des Reiseblatts dieser Zeitung, hat nun für das Lesebuch "Sahara" vierzehn Texte zusammengestellt, die ganz unterschiedlichen Aspekten dieses unwirtlichen Lebensraums auf den Grund gehen. Sie berichten ebenso von dem entbehrungsreichen Leben der Wüstenbewohner wie von den erfüllten oder auch unerfüllt gebliebenen Erwartungen der Besucher aus der Fremde. Paul Bowles erzählt vom Zauber der Wüste, Gustave Flaubert wird lakonisch angesichts der Pyramiden von Gizeh, und der Designer Otl Aicher schwärmt von der perfekten Linie eines Dünenkamms. Journalisten unserer Tage hingegen besuchen eine Schule in Timbuktu, geben sich alle Mühe, einen Termin bei Gaddafi zu erhalten, oder stürzen sich ins Nachtleben des Tschad. Dabei addiert sich die Reihung von West nach Ost, von Marokko bis Ägypten zur Reise im Zickzackkurs durch eine Region, die größer ist als ganz Europa.

F.A.Z.

"Sahara" herausgegeben von Freddy Langer. Erschienen in der Reihe: "Ein Reiselesebuch". Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2009. 144 Seiten. Gebunden, 12,80 Euro.

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Sahara
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Buchtitel: Sahara
Buchautor: Langer, Freddy

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2009, Nr. 239 / Seite R6

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