
Self-Service. Kaffee, Tee UND Mineralwasser bereitstellen.
NachwuchsmanagerInnen (trainees) sollen sich zurückhaltend und bescheiden verhalten.
Mein Tipp: Switch on brain BEFORE opening mouth! You never get a second chance to make a first impression.
F. Huber

Aber auch die Entrüsteten sollten rein prophylaktisch auf der Hut sein. Immer. Solange wir in einer Konkurrenzgesellschaft leben :-).

Nach meiner eigenen Erfahrung ist die Darstellung ist auch für die Arbeit an einer grossen deutschen Uniklinik nur allzu realistisch. Gelegentlich hilft als Fortbildung der Besuch bei den Menschenaffen im Zoo mehr als das Bemühen der Vernunft. Was das Kindische angeht: es gibt Untersuchungen darüber, dass die Sozialstruktur von 4 Jährigen im Kindergarten der von Schimpansen ähnelt. Die flachen Hierarchien sind eine freundliche Illusion.

Einer Organisation, in der es zugeht wie von Herrn Weidner angenommen, sollte man schnellstens den Rücken kehren: Da wird niemand Freude haben. Umgekehrt sollte man sich vor Kollegen hüten, die sich diese Empfehlungen bei Herrn Weidner holen. (Oder beziehen sich die Empfehlungen vielleicht auf universitäre Gremien?)
Bitte keine weiteren derart fadenscheinigen Beiträge in der FAZ!

„Wer den Kaffee holt, hat verloren.“ Dieser Artikel vermisst jegliche journalistische Kunst. Er hinterfragt nicht und nimmt die höchst unethischen Aussagen von Jens Weidner kritiklos hin. Der Aufruf an Nachwuchsmanager zum Opportunismus, zur Unehrlichkeit und zur Nicht-Authentizität ist auf das schärfste zu verurteilen. Ich verstehe nicht, wie sich die FAZ mit solchen Aussagen identifizieren kann!
Herr Weidner: Ich halte ihre Thesen für puren Populismus. Sie sollten sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und dem, was sie mit ihren Aussagen (in Zeitungen und in ihren Bücheren) möglicherweise anrichten, bewusster werden. Sie sollten ihren Managementtheoretischen Ansatz komplett überdenken und ihre "losen" Thesen mit empirischen Daten wissenschaftlich belegen. Sie werden sicher vom Ergebnis überrascht sein. Ein kleiner Indikator sind schon die durchweg negativen Kommentare zu diesem Artikel in der FAZ.

Zwar selbständig als Rechtsanwalt und property developer habe ich in den letzten 30 Jahren immer mal wieder den Ruf in die Wirtschaft erhört. Managementtrainer Weidner liegt grundsätzlich durchaus richtig mit seinen Empfehlungen. Aber:
Es wird viel Kraft abgefordert, um an der fimeninternen Karriere zu basteln. Leider sind zu häufig destruktive und defensive Taktiken gefragt, die leicht zu einer negativen Attitüde animieren. Dadurch wird destruktives Denken und Verhalten gefördert.
Wenn dieses auch wie in Aussicht gestellt und erwartet belohnt wird und sich daher manifestiert, kann eine zu lange Tätigkeit unter solchen Bedingungen zu chronischen Charakterdefiziten führen. Wenn das Erwachen und die vehemente Abkehr von einer derartigen Gehirnwäsche zu spät erfolgt, sind die sich hieraus ergebenden neurotischen Erkrankungen fast zwangsläufig. Ob dem Unternehmen hiermit wirklich gedient ist, darf bezweifelt werden.
Letztlich bleiben die so erzeugten Defizite am Individuum hängen und üben ihren Einfluß aus auf das Privatleben mit zumeist desaströsen Folgen. Ob der Betroffene nach so vielen Jahren den Zusmmenhang noch zu erkennen vermag, ist eine andere Frage. Eine erfolgreiche Karriere von vielleicht zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren unter solchen Bedingungen kann einem den wohlverdienten Ruhestand völlig versauen.
Also sehr ambivalent das Spiel für Erwachsenen um das, was man gemeinhin Karriere nennt.

Wenn es in den meetings wirklich so zugeht wie im Artikel beschrieben - was zu befürchten ist - sollte man dafür die Kaffeepause opfern und den Rest der Zeit arbeiten, statt zu taktieren.
Es ist fast beschämend !
Man kann wirklich sagen: "Armes Deutschland!"

Der Betrag beweist, dass Karriere in einem Unternehmen ausschließlich den Zweck hat, sich selbst als wichtig hinzunehmen. Es geht nicht um Teamgeist und das Interesse des Unternehmens als Motivation der Tätigkeit, sondern nur um die Frage, wie ich mich selbst strategisch so positioniere, dass ich den größtmöglichen Nutzen ziehe. Kein Wunder, dass bei allen großen Unternehmen, die ich in meiner 15-jährigen anwaltlichen (selbständigen) Karriere kennengelernt habe, eine Unmasse von aufgeblasenen Wichtigtuern kennengelenrt habe, denen das Unternehmen letztlich egal war und nur wichtig war, wie ihr eigenes Fortkommen geregelt, gesichert und erweitert werden kann. Wenn dabei zufällig das Unternehmen profitiert, ist es gut, wenn nicht, ist es auch egal.
Mit solchen provokanten Thesen, wie sie in diesem Beitrag dargestellt werden, geht Unternehmenskultur und -ethik jedenfalls massiv den Bach hinunter. Ich bin froh, in meinem eigenem Büro keinen Karriereträumen nachlaufen zu müssen, sondern mich ausschließlich um meine Arbeit kümmern zu dürfen.