IFA 2007

Die Telekom setzt auf das Internetfernsehen

Von Johannes Winkelhage

„Der Markt wird jetzt verteilt“: Telekom-Festnetzchef Höttges

„Der Markt wird jetzt verteilt": Telekom-Festnetzchef Höttges

30. August 2007 „Die Konzentration auf den Breitbandmarkt sichert die Kundenbasis der Deutschen Telekom und reduziert die Quote der Kündigungen.“ Dies sagte der Festnetzvorstand Timotheus Höttges der Deutschen Telekom in Berlin. Die Telekom, die allein im vergangenen Jahr mehr als 2 Millionen Festnetzkunden verloren hat, setzt zur Stabilisierung dieses Segments vor allem auf den weiteren Ausbau ihres Internetfernsehens. Dies wird zur Messe in neuen Bündelangeboten und zu deutlich niedrigeren Preisen vorgestellt. Die Telekom rechnet nach seinen Angaben bis zum Jahr 2010 mit rund 25 Millionen DSL-Anschlüssen in Deutschland und will ihren hohen Marktanteil in diesem Segment auf jeden Fall halten.

„Der Markt wird jetzt verteilt, und daher ist ein hoher Marktanteil jetzt wichtig, um die Kunden dann weiter zu entwickeln“, erklärte Höttges. Mit dem neuen Angebot des Internetfernsehens, das ab Herbst in rund 770 Städten zu nutzen sein wird, will die Telekom bis zum Jahresende zwischen 100.000 und 200.000 Kunden gewinnen. Nach Angaben von René Obermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Telekom, sollen rund 17 Millionen Haushalte bis zum Jahresende die Produkte nutzen können. „Wir haben die Technik verbessert. Das Internetfernsehen ist jetzt marktreif“, fügte Obermann hinzu.

Gegen die Kabelnetzanbieter

Die Preise wurden dafür nach Angaben des Unternehmens um durchschnittlich 16 Prozent gesenkt. Das Einstiegsangebot liegt jetzt bei 60 Euro für die einfache Ausstattung mit 70 Kanälen und 75 Euro für die erweiterte Variante, die rund 100 Fernsehkanäle über die DSL-Leitung in die Wohnzimmer transportiert. Wenn der Anschluss auf der Basis der schnellen DSL-Variante VDSL realisiert wird, kommen jeweils noch einmal 10 Euro obendrauf. Mit dieser Initiative setzt sich die Telekom vor allem gegen die Kabelnetzanbieter zur Wehr, die verstärkt dazu übergehen, neben den Fernsehangeboten auch Telefonie und Breitbandzugänge anzubieten.

Neben den neuen Produkten zum Internetfernsehen stellte die Telekom in Berlin auch einen neuen Mobilfunktarif vor, in dem der Kunde mit fünf anderen Mobil- oder Festnetzanschlüssen für nur 5 Cent in der Minute telefoniert. Dabei ist es egal, ob die Mobilfunkanschlüsse bei T-Mobile liegen oder bei den Konkurrenten wie Vodafone oder E-Plus. Allerdings wird hierfür ein monatlicher Grundpreis von 17,50 Euro fällig.

Text: F.A.Z., 30.08.2007, Nr. 201 / Seite 16
Bildmaterial: dpa

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