Von Roland Zorn
11. April 2008 Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wehrt sich gegen die Vermutung, die Versetzung eines für die Verfahren des Bundeskartellamts gegen DFB und Deutsche Fußball Liga (DFL) zuständigen Spitzenbeamten beeinflusst zu haben.
Dies ist nicht unsere Aufgabe, dafür ist unser Respekt vor den staatlichen Behörden und Institutionen zu groß, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes gegenüber dieser Zeitung, die über die Versetzung des für das Verfahren bisher zuständigen Berichterstatters Christof Vollmer berichtet hatte (Siehe: Aufruhr im Bundeskartellamt). In einer Stellungnahme des Personalrats der Bonner Behörde an deren Leiter Bernhard Heitzer hieß es, die Versetzung könne als Signal gewertet werden, dass sich das (unabhängige) Amt öffentlichem und politischem Druck beugt.
Es wurde von der Seite des Fußballs keinerlei Druck ausgeübt
Das Kartellamt ermittelt gegen DFB und DFL wegen des Verdachts auf kartellrechtswidige Absprachen bei der Sponsorensuche und prüft dazu die Rechtmäßigkeit der zentralen Vermarktung der Bundesliga-Fernsehrechte für den neuen Ausschreibungszeitraum von 2009 an. Eine Hausdurchsuchung durch Kartellamtsmitarbeiter in den Frankfurter Räumlichkeiten von DFB und DFL vor knapp zwei Monaten hatte vor allem beim DFB viel Verdruss ausgelöst.
In der Folge hatten DFB-Präsident Theo Zwanziger und Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball ein Gespräch mit Heitzer in Bonn geführt. Es wurde darin von der Seite des Fußballs jedoch keinerlei Druck ausgeübt, hebt der DFB hervor, sondern lediglich deutlich gemacht, dass die Durchsuchungsmaßnahmen vom 26. Februar 2008 aus unserer Sicht ein unverhältnismäßiger Vorgang waren. Anschließend habe sich der Dialog zwischen Bonn und Frankfurt versachlicht. Im Übrigen, schreibt der DFB, haben wir behördeninterne Personalmaßnahmen nicht zu kommentieren.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
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