Eiszeit im Autohandel

Absatzkrise

Autohändler kämpfen um ihre Existenz

Der Verkauf von Neuwagen wird immer schwieriger. Bislang spielte sich der Niedergang im Stillen ab. Nun stehen in Deutschland bis zu 30.000 Arbeitsplätze im Handel auf dem Spiel. Von Christoph Ruhkamp

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Januar 2009 18:06

Herr @Ortwein!

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

Der Vergleich mit "Früher" hinkt jawohl gewaltig. Oder gehören Sie zu den Singles, die tatsächlich Smart/Käfer/Lupo fahren? Ich hab mir jedenfalls schon als Single keinen keinen Lada, Dacia oder "Landwind" zugemutet, und nach meiner Genesung von einem mit sehr viel Glück überstandenen Vrkehrsunfall werde ich bestimmt nicht meinen kleinen Kindern derartige Billigprodukte zumuten. Wenn Sie für sich persönlich das anders sehen, dann bitte. Für die Allgemeinheit ist die technische Entwicklung wie auch das Gefahrenpotential des Strassenverkehrs seit der Käfer-Ära deutlich vorangeschritten. Vielleicht sollten Sie sich `mal ein wenig informieren...

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06. Januar 2009 13:56

Nur noch 2,8 Mio Neuwagen im Jahr?

Ronald Bach (onlyhuman)

Es scheint ja nicht so zu sein, dass überhaupt keine Autos mehr verkauft werden, oder geht das Abendland jetzt zugrunde, weil es ein paar Prozent weniger Fahrzeuge sind? (Dafür werden ja vielleicht wieder neue U-Boote oder Panzer nachgefragt...) Ich habe es mangels zuverlässiger Quellen nicht nachgerechnet, aber wenn man sich nicht nur die abgesetzten Einheiten als absolute Zahl ansieht, sondern mal den Verkaufspreis als Multiplikator dazunimmt, könnte es dann nicht sein, dass die Summe annähernd stabil zu den Vorjahren bleibt!? Dann könnte man zur Erkenntnis kommen, dass jeder von uns seine Euronen nur ein einziges Mal ausgeben kann. Und wenn ich vor der Wahl stehe, mein altes Auto nochmal fit für den nächsten TÜV zu machen, es dann aber wieder zwei Jahre fahren zu können oder eben für lächerliche 10-20 EUR Steuerersparnis im Monat als Anreiz einen völlig überteuerten Neuwagen (vielleicht sogar auf Pump) zu nehmen, bei dem schon beim ersten Anlassen mindestens 10% des Kaufpreises (das können schon mal 3000 EUR sein) als Wertverlust weg sind, ist die Sache doch klar. Wie heisst es in dem Artikel sinngemäß: die Gebrauchten halten doch locker 10-14 Jahre...viele noch länger, wenn es sein muss... :-)

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06. Januar 2009 13:53

Wozu brauchen wir noch Autohändler?

Engelbert Kühlwetter (wallibelli)

Im Durchschnitt kostet die Herstellung eines Autos inkl. Rücklagen für Garantie und Abschreibung der Entwicklungskosten / Produktionswerkzeuge ca 25-30 % (je nach Fahrzeug) der deutschen UPE inkl. Mwst. Alles darüber hinaus sind im weitesten Sinne Vertriebskosten und Deckungsbeiträge. Der mehrstufige Handel verteuert alles nur. Es ist überhaupt kein Problem, wartungsfreie Autos bis 100.000 km anzubieten. Die Mehrkosten lägen max. im unteren dreistelligen €-Bereich. Langfristig haben die Händler sowieso keine Chance. Das Internet beeinflusst auch bei Autokauf immer mehr den Vertrieb. Schon seit 1999 besorgen wir unsere Firmenwagen überwiegend als Jungwagen bis ca. 6 Monaten über das Internet. Dann fungiert der Handel nur noch als reiner Abwickler. Bei den paar konfigurierten Neuwagen bedienen wir uns ebenfalls der Internetmöghlichkeiten, holen Angebote ein und der billigste erhält den Zuschlag. Letztlich wickeln die Händler nur noch Order und Auslieferung ab. Dazu braucht es keine Glaspaläste, dutzende Präsentationsautos und Personal, das fachlich den immer differenzierteren Anforderungen nicht gewachsen ist. Die Abzocke bei Autopreisen, Werkstatt- und Teilekosten muss ein Ende haben. Weg mit dem aufgeblasenen und teuren Popanz!

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06. Januar 2009 13:47

Der Handel ist wirklich nicht zu beneiden - aber mal ehrlich, wer halbwegs ...

Rolf Jonasson (R.Jonasson)

wirtschaftlich denken kann, wußte doch schon lange, dass da Luftschlösser gebaut wurden - und zwar auf Sand! Die Hersteller setzen unverdrossen auf das ewige Anhalten eines (unsinnigen) Trends: Immer fetter, schneller, durstiger und vor allem: teurer! Der Absatz im Ausland vom vermeintlich tumben deutschen Käufer subventioniert und voll auf Export und Dienstwagen im Inland gesetzt. Dass der Privatkäufer im Inland schon lange nicht mehr mithalten konnte beim Premium-Irrsinn, hat niemanden geschert. Ich bin schon, obwohl Dienstwagen-berechtigt, vor Jahren ausgestiegen - einfach, weil ich mich nicht mehr ausnehmen lassen wollte! Warum muss ich denn für die gleichen Sportsitze, die es im Golf oder Skoda für 600 Euro gibt, im Audi 1200 Euro bezahlen? Glauben die Herrschaften wirklich, dass der Kunde, der ab und zu den Wirtschaftsteil liest, das alles nicht merkt? Man wollte mich geradezu nötigen, ein völlig überteuertes Navi zu bestellen - nach dem Motto: Sonst werden wir (also der Handel) den als Gebrauchtwagen nie wieder los. Also muss ich als Kunde 2.500 Euro für etwas bezahlen, was ich erstens nicht brauche und was es zweitens im Media-Markt (bei gleicher Qualität) für 250 Euro gibt?! Reiche und dumme Kunden - sehr, sehr selten!

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06. Januar 2009 11:20

Die einfachste Lösung wäre...

Norbert Lang (eltonno06)

... eigentlich ganz einfach: Die Automobilhersteller bieten die frisch gefertigten Neuwagen günstiger an. Viele Bürger unseres ehrenwerten Landes können es sich ja meist nicht leisten einen Neuwagen zu erstehen, und steigen lieber auf Gebrauchtwagen um, die meist noch ganz gut in Schuss sind. In Deutschland, so glaube Ich, liegt das größte Problem - wie es schon genügend angesprochen haben - eigentlich darin, dass der Staat einfach zuviel Anteil von allem haben möchte. Sei es Mehrwertssteuer, KfZ-Steuer, Einführung der CO2-Norm etc., man versteht es ja, wenn man den bundesdeutschen Haushalt der letzten Jahre mal unter die Lupe nimmt, aber warum jetzt von dem mühsam ersparten Geld ein Konjunkturpaket schnüren? Sollte man nicht lieber davon ein paar Windräder bauen? Oder die Umweltplaketten, die bald auf jeder Frontscheibe etwas Sicht auf die Fahrbahn stehlen, finanzieren? Letztlich kann Ich nicht daran glauben, dass ein Konjunkturpaket auf lange Sicht, den Absatz der Autohändler steigert, zumindest wenn die mittelschicht in Deutschland sich immer mehr verkleinert. Die Automobilhersteller sollten den Händlern durch niedrigere Preise helfen. Einen Versuch wäre es bestimmt wert und der Verbraucher freut sich auch noch!

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06. Januar 2009 10:58

Früher

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Früher sind Millionen Familien mit VW-Käfer"Kleinwagen" durch die Gegend gefahren. Heute könnte eine Familie ebenfalls mit einem 3-Liter Lupo auskommen. Aber das ist allen "Aufsteigern" natürlich nicht zuzumuten. Sie müssen mindestens für jedes Familienmitglied einen eigenen Wagen spazierenfahren. Entsprechend sieht es auch in den westlichen Ländern aus. Wenn alle Menschen dieser Erde unsere Ansprüche hätten, wäre unser Ökosystem jetzt schon kollabiert.

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06. Januar 2009 10:55

genau im Ausland

Sven Michaelsen (Der_kleine_Amrumer)

Rchtig, im Ausland (Ausland ist übrigens nicht gleich Ausland, fragen sie doch mal Skandinavier!) sind deutsche Autos bis zu 40 günstiger (stimmt ja auch),we gemein von den bösen Autokonzernen die armen Deutschen auszubeuten... Vielleicht fragt sich der sich selbst bemitleidende Deutsche Kleinverdiener mal, warum denn auch eine Handwerkerstunde im Ausland bis zu 40% billiger ist, warum ein Personalausweis in Deutschland durch unsere so günstige Verwaltung/öffentlichen Dienst bis zu 40% teurer ist als im ausland, warum die deutsche Müllabfuhr bis zu 40% teurer ist als im ausland, und warum er selbst lieber schön auf billig in die Türkei,Griechenland etc in den Urlaub fliegt, um unsere Handelsbilanz zu schwächen und sich dann wichtig wundern dass die deutsche Binnennachfrage so schwach ist! Z.B deutsche Hoteliers,Gastronomen etc. sind es nämlich die die oben aufgeführten günstigen Dienstleistungen in Anspruch nehmen müssen. Wem die deutschen Autos (in Deutschland zu teuer sind) braucht ja einfach keins kaufen.... Oh wie seltsam, Toyota macht ja auch gerade Milliarden Verluste, trotz "billiger" Autos, angeblich toller Hybridmodelle etc...

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06. Januar 2009 08:57

Was mir immer wieder auf den Geist geht, ist

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

das ständig wiederholte Geschreibsel von kleinen Autos, "die weniger kosten, weniger verbrauchen und weniger CO2 ausstoßen." Was soll denn eigentlich eine Familie mit 2 - 3 Kindern nach Ansicht auch der zahlreichen Umweltschutz-Imame machen? 3 oder 4 Kleinwagen kaufen? Wieso wird nirgends - auch nicht in der FAZ - einmal ein Zusammenhang zwischen verschieden Themen (Auto - Familie) hergestellt?

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06. Januar 2009 01:09

Gut bezahlte Schlafmützen

Karl Friederichs (KFrieder1)

Ja wenn die Lemminge in den Führungsriegen der Autoindustrie etwas weniger selbstherrlich wären, hätten Sie vielleicht geahnt, dass es nicht funktioniert, den Arbeitnehmern die Reallöhne immer weiter zu kürzen und von ihnen gleichzeitig zu erwarten, dass sie alle vier Jahre völlig überflüssigerweise ein immer teureres Auto kaufen, das aktuell zudem in 8 Monaten (Inkrafttreten der Euronorm 5) altes Eisen ist. Vielleicht erzählt ihnen zumindest mal ein Berater, dass man Autos heute 10-14 Jahre fahren kann, und dass schrumpfender Wohlstand keinen zunehmenden Autoverkauf erwarten lässt. Dann können die Journalisten wenigstens mal wieder kreativ werden, statt nur das alte Märchen von der Krise neu zu erfinden.

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06. Januar 2009 00:05

Richtige Frage, Herr Almstedt!

Michael Menzel (Galenos)

Es ist einfach unbegreiflich, warum Autos 30-50% billiger im Ausland sind als in Deutschland. Und das, wie Sie richtig schreiben sogar Mehrwertsteuer-"bereinigt". Ist das nicht ein Irrsinn, daß der Staat bei einem inzwischen (deutsch)-normalen Preis für ein unteres mittelklasse Auto 6000-10000 Euro Steuer eintreibt. Und dann bieten die einem irgendwelche lächerlichen paar hundert Euros an mit idiotischen Manipulationen an der Steuer für CO2 (die CO2 Lüge ist ein Ganovenstück für sich) oder Hubraum oder das offene Bein der Oma. Und dieses Quatscher und Dilettanten erwarten allen Ernstes, daß solche "Subventionen" den Automarkt in Deutschland retten. Ist das nicht ALLES ein Wahnsinn inzwischen?

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05. Januar 2009 23:41

Betrifft Toyota wohl nicht....

Joachim Kühn (jokuehn)

Ich hatte heute einen Termin zur Probefahrt bei einem Toyota-Händler. Zur vereinbarten Uhrzeit waren weder Fahrzeug noch Verkäufer da!! Ja, der Branche scheint es schlecht zu gehen!

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05. Januar 2009 23:38

mit masse scheint

J. Visp (Fass4)

es sich beim premiumautohandel ja um ein b2b geschäft zu handeln. da will man ja als privater nicht weiter stören, um überteuerte preise für technik von gestern (siehe navi-beispiel) zu bezahlen.

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05. Januar 2009 22:08

Kämpfen? Schnarchen träfe es wohl besser...

Bernd Almstedt (Almstedt)

Sorry, aber unter "kämpfen" verstehe ich seit meiner Bundeswehrzeit etwas anderes als das, was mir alle zwei Jahr wieder im Autoneuhandel und alle paar Monate im Werksservice widerfährt. Im Neuwagenkauf wird kaum auf die Bedürfnisse des Kunden eingegangen und die professionelle Arroganz geht so weit, dass mein Auto-Verkäufer tatsächlich gefragt hat, ob ich nicht genug "Budget" für das 2300€ teure AUDI hätte. Das ich ein besseres und flexibleres Navi sogar bei Discountern inzwischen für unter 300€ bekommen kann, scheint dem Mann nicht bewußt zu sein. Überhaupt ist die Verkaufsstrategie der Hersteller - ich spreche hier bewußt nicht vom Handel - für den informierten Kunden nicht mehr nachvollziehbar. Warum zahle ich für mein Auto in Deutschland fast 55.000€ während mich das gleiche Auto in den USA sogar Mehrwertsteuerangepasst nur 32.000€ gekostet hat - auch bei nur 4% Nachlass auf den Listenpreis!!! Solange ich in Deutschland als Kunde weder von der Autoindustrie und schon gar nicht vom Handel ernst genommen werde, kaufe ich meine Autos nur noch als Importmodelle und bringe sie nach Ablauf der Garantie in eine freie Werkstatt - wer sich so "reinhängt" wie unsere Industrie und Händler hat das Ergebnis wahrlich verdient!

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05. Januar 2009 21:39

Zwei Welten

Marvin Parsons (mapar)

Es scheint im Autohandel zwei Paralleluniversen zu geben: Das eine ist die immerklagende Branche, der es so schlecht geht, wie man schon lange wiederholt in den Zeitungen liest. Das andere sind die heiligen Hallen, in denen man als Interessent nicht immer, aber recht häufig auf Desinteresse, Arroganz und Veteilermentalität des Personals trifft, das sich durch potentielle Kunden offenbar belästigt fühlt, wenn es nicht gleich das Weite sucht. Der tatsächliche Verkauf von Autos gehört wohl nicht zum Kerngeschäft dieser "Häuser".

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