Wolfgang Ziebart

Infineon-Chef steht vor der Ablösung

22. Februar 2008 Bei Europas zweitgrößtem Chiphersteller Infineon steht Vorstandschef Wolfgang Ziebart offenbar vor der Ablösung. Teile des Aufsichtrates unter Max Dietrich Kley suchen laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ nach einem Nachfolger. Eine Entscheidung so noch nicht gefallen. Ein Infineon-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Ziebart ist wegen der Verluste von Infineon in die Kritik geraten. „Das Maß ist voll“, zitierte die Zeitung ein Mitglied des Kontrollgremiums. Nach Aussagen aus dem Kontrollgremium und dessen Umfeld berieten einflussreiche Aufsichtsräte im kleinen Kreis über eine Ablösung von Ziebart.

Öffentlich unter Druck gesetzt

Kley hatte Ziebart auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche öffentlich unter Druck gesetzt. Der Aufsichtsratschef hatte von Ziebart verlangt, den seit Jahren verlustreichen Konzern endlich in die Gewinnzone zu führen. Infineon hatte Anleger mit der Ankündigung enttäuscht, das die defizitäre Sparte für Telekommunikationschips entgegen früheren Ankündigungen auch im laufenden Geschäftsjahr rote Zahlen schreiben werde.

Infineon steht zudem vor der schwierigen Aufgabe, die restlichen Konzernanteile an der defizitären Speicherchiptochter Qimonda abzustoßen. Der Konzern sucht seit Monaten nach Käufern. Der Konzern will seinen Anteil von derzeit 77,5 Prozent loswerden.

Kley hatte zuletzt Infineon-Finanzchef Rüdiger Günther nach wenigen Monaten vor die Tür gesetzt. Nach dem Rücktritt des früheren Vorstandschefs Ulrich Schumacher hatte Kley die Unternehmensleitung kurzzeitig selbst übernommen.



Bildmaterial: dpa

 
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