21. Dezember 2007 Research in Motion (RIM), der Hersteller des Blackberry-Mobiltelefons mit E-Mail-Funktion, hat die Wall Street mit stürmischem Wachstum begeistert. Der Umsatz des kanadischen Unternehmens hat sich im abgelaufenen Quartal verdoppelt, die Zahl der Kunden stieg sprunghaft an. Der Aktienkurs legte am Freitag um 12 Prozent auf 120,50 Dollar zu. Damit hat die RIM-Aktie im bisherigen Jahresverlauf mehr als 160 Prozent an Wert gewonnen.
RIM führt das Wachstum darauf zurück, dass der Blackberry mehr und mehr zu einem Produkt für Endverbraucher wird. Lange Zeit galt das Gerät in erster Linie als Arbeitsutensil für Manager und als Accessoire für Wohlhabende und Prominente. Seit vergangenem Jahr versucht RIM aber verstärkt, mit billigeren Modellen wie dem Blackberry Pearl auch Endverbraucher anzusprechen.
Den Blackberry für Jedermann
Der Co-Vorstandsvorsitzende Jim Balsillie sagte in einer Telefonkonferenz, dass heute 34 Prozent aller Blackberry-Inhaber keine Unternehmenskunden seien. Im abgelaufenen Quartal seien die Hälfte aller Neukunden Endverbraucher gewesen. Im vergleichbaren Quartal des Vorjahres habe der Anteil noch bei 30 Prozent gelegen. Immer wichtiger wird auch das Auslandsgeschäft: Ein Drittel aller Kunden befinden sich außerhalb Nordamerikas.
Insgesamt steigerte RIM seinen Umsatz im am 1. Dezember zu Ende gegangenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 auf 1,67 Milliarden Dollar, nach 835 Millionen Dollar im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 1,65 Milliarden Dollar gerechnet. Auch der Gewinn hat sich von 175 Millionen auf 370 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie von 65 Cent lag um 3 Cent über den Analystenschätzungen.
Immer schneller immer mehr
RIM hat im abgelaufenen Quartal 1,65 Millionen Neukunden gewonnen und hat nun insgesamt 12 Millionen Abonnenten. Das Unternehmen weitet damit seine Kundenbasis immer schneller aus. In den vorangegangenen beiden Quartalen gewann das Unternehmen 1,45 Millionen und 1,2 Millionen neue Abonnenten.
Im laufenden Quartal erwartet RIM eine weitere Beschleunigung und sagt 1,82 Millionen Neukunden voraus. Beim Umsatz stellt das Unternehmen 1,8 bis 1,87 Milliarden Dollar in Aussicht. Wegen seiner stärkeren Ausrichtung auf Endverbraucher wird RIM eigener Einschätzung zufolge mehr als früher von der Weihnachtssaison profitieren.
RIM habe dies nach den Worten von Balsillie bereits am Freitag nach dem Thanksgiving-Fest im November gespürt, dem traditionellen Startschuss für das Weihnachtsgeschäft in Amerika. In der Vergangenheit sei dies ein verkaufsschwacher Tag für RIM gewesen, in diesem Jahr habe das Unternehmen so viele Blackberrys verkauft wie an keinem anderen Tag in seiner Geschichte.
Angriff auf das iPhone
Analysten rechnen damit, dass RIM weitere endverbraucherfreundliche Geräte plant, um sein Wachstum fortzusetzen. So gibt es Spekulationen, wonach RIM demnächst einen Blackberry mit berührungsempfindlichem Bildschirm auf den Markt bringen will. Das wäre ein Angriff auf das in diesem Jahr eingeführte iPhone von Apple, das auch einen Touchscreen hat.
Mit seinem Quartalsbericht steht RIM im krassen Gegensatz zu seinem Wettbewerber Palm, der in dieser Woche ebenfalls Zahlen vorgelegt hat. Palm hat im abgelaufenen Quartal einen Verlust ausgewiesen und für das nächste Quartal einen Umsatzeinbruch von bis zu 24 Prozent vorausgesagt.
Das kanadische Unternehmen Research in Motion hat seinen Umsatz verdoppelt. Immer mehr Endverbraucher kaufen einen Blackberry.
Die Aktie ist im Höhenflug.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, BLOOMBERG NEWS
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