und das Thema lautet Türkei, nicht irgendwelche "muslimischen Gesellschaften weltweit". Und die Türkei erlebt zur Zeit ein beispielloses Wirtschaftswachstum, weil sie sich unter der AKP konsequent geöffnet und von den etatistisch-nationalistischen Traditionen des Kemalismus abgewandt hat.
Des weiteren hat in dieser Diskussion niemand den großen oder kleinen Satan bemüht. Allerdings hört man von Türkei- Bashern öfters, die USA wollten Europa zwingen, die Türkei aufzunehmen, um die geopolitischen Interessen der USA zu bedienen. Ist es vielleicht das, was Sie mit "der große Satan ist an allem schuld" meinen?
Der Berliner Imam, der von stinkenden Deutschen (das "Schwein" ist glaube ich eine Zutat von Ihnen, damit es schlimmer klingt) gesprochen haben soll, wurde wie sich das gehört angezeigt. Zu einer Verurteilung bzw. Ausweisung ist es meines Wissens nicht gekommen. Bitte nur bewiesene Tatverhalte zitieren!
Kein Mensch will Ihnen irgendetwas aufzwingen, Herr Klier! Leben Sie Ihr Leben und lassen Sie sich beglücken von Ihren christlich-jüdisch abendländischen Werten!
Tip von mir: versuchen Sie nur, sich etwas weniger der Lächerlichkeit preiszugeben, indem Sie Fakten bringen statt Ressentiments und unpassender Behauptungen!
empfiehlt sich der Vergleich von Äpfeln mit Birnen und eine Reise durch Raum und Zeit, so wie uns das Leserin Annette Lotz regelmäßig vorführt.
Mögen die 50er und 60er auch spießig gewesen sein, hatte doch gerade zu dieser Zeit Deutschland eine enorme wirtschaftliche Entwicklung genommen.
Und genau das, Frau Lotz, ist (neben anderen) ein wesentlicher Unterschied zu den muslimischen Gesellschaften weltweit. Von Ausnahmen abgesehen halten die wirtschaftlich das Niveau der 50er. Die Dauerbeleidigten halten sich wegen ihres überlegenen Glaubens für den Nabel der Welt, wissen dass sie alles besser machen (die Postings der muslimischen Leser in der FAZ kann jeder lesen) und außerdem immer die anderen (vorzugsweise der „große Satan“ und der „kleine Satan“) an allem Schuld sind.
Außerdem geht es mitnichten darum, über andere zu tratschen. Persönlich ist mir ziemlich egal, wie andere in ihren Ländern leben. Nicht egal ist mir jedoch, wenn die drangehen mir deren Wertmaßstäbe und Lebensweise aufzuzwingen. Mag sein dass es Ihnen egal ist, mir gefällt jedenfalls nicht, wenn der Imam mich und meinesgleichen als „stinkende Schweine“ einstuft.
zeigt Frau Kelek hier, wie negativ sie alles, aber auch alles, was mit dem Islam zu tun hat, anrührt. Das ist legitim - jeder hat die Freiheit, etwas zu mögen oder nicht zu mögen. Man sollte jemand wie Frau Kelek nur nicht als Vertreterin eines "säkularen Islam" hinstellen und gläubige Muslime zwingen, mit ihr und anderen eingeschworenen Feinden einen gemeinsamen Nenner zu finden, wenn sie denn in den Genuss der Segnungen des Schäuble'schen Wohlwollens kommen wollen. Auf ein solches Hase-und-Igel- Rennen sollten sich die Muslime nicht einlassen. Dabei können sie nur verlieren.
Ebenfalls dankenswert ist die Unvoreingenommenheit, mit der manche Kommentatoren die abgrundtiefe Voreingenommenheit des Kelek'schen Textes erkannt und auf den Punkt gebracht haben. Damit sollen patriarchalisch-machohafte Misstände in der Provinz- Anatolischen Gesellschaft (und deren Ablegern in der Diaspora!) nicht schöngeredet werden. Aber ob es wirklich 200 Jahre dauen muss, bis sich da etwas ändert?
Auch da spricht wieder die schiere westliche Überheblichkeit. Als Therapie schaue man sich Texte über gesellschaftliche Verhältnisse in Süditalien, Spanien und Portugal an - in den dreissiger bis sechziger Jahren Jahren des vergangagenen Jahrhunderts.
Da fand auch kein unverheiratetes Paar oder irgendein Single eine Wohnung aus Sittenwächterei. Meistens heirateten alle ganz schnell, um nicht bei Mama und Papa leben zu müssen, sondern allein für sich halbwegs erwachsen zu werden, später ließen sich dann alle wieder scheiden. :-)
Und bei Frauen galt da auch ein doppelt hohes Maß. Und manche alten Menschen in abgelegenen Provinzen finden das auch heute noch ganz richtig so und beklagen den Sittenverfall.
Trotz unseres ach so liberalen Christentums hatten wir solche gesellschaftlichen Zustände und von manchem werden sie auch heute noch wieder herbeigesehnt. Bloß nicht zu viel persönliche Freiheit im Rahmen der gesetzlich verbrieften negativen Freiheit, es ist einfach zu unschön, wenn jeder da macht, was er will. Ja, wo gibt es denn so was.
Ich bin der Meinung, es gibt immer und überall Menschen, die es einfach nicht ertragen, daß andere anders leben als sie selbst meinen für alle verbindlich machen zu müssen. Meist ist ihnen im eigenen normierten Leben zu langweilig, und deshalb muß auch ständig hinter anderen herumgerüsselt und gelästert werden. Frau Nergis hat das nicht nötig, sie hat offenbar ein erfülltes Leben und kaum nötig ständig über andere zu tratschen.
Fünf Jahre habe ich in der Türkei gelebt und gearbeitet. Das war vor rund 40 Jahren. Seitdem hat sich in den Köpfen und im Verhalten der Türken weing geändert. Im Gegenteil: islamisches Denken und entsprechende Moralvorstellungen haben weiteren Platz gewonnen (nicht nur in Anatolien, sondern auch in Kreuzberg), ganz entgegengesetzt zu den Vorstellungen von Atatürk.
Ich mag die Türkei und die Türken!
Aber ich mich schaudert es bei dem Gedanken, dass ich meine Probleme in meinem Land und ergo in der EU unter Berücksichtigung islamischer Denkmodelle und Moralvorstellungen beurteilt sehen müsste.
Es ist schon amüsant, das Menschen über die Türkei urteilen die gar nicht in der Türkei leben. Woher wisst Ihr denn soviel? Ich habe 22 Jahre in Deutschland gelebt, lebe jetzt seit 12 Jahren in der Türkei. Das einzige Problem der Türkei ist die Schulbildung. Ein Grossteil der Menschen ist einfach ungebildet. Das ist auch der Grund dafür, das viele den Unterschied zwischen Religion und Tradition nicht auseinanderhalten können. Die türkische Bevölkerung setzt sich aus 22 Nationen und über 130 Sipschaften zusammen. Deshalb gibt es auch immer wieder debatten über Glaubensfragen und Tradition. Der Islam sieht die Frau als gleichberechtigt mit dem Mann. Einige möchtegern Maenner versuchen unter dem Vorwand der Religion nur die ungebildeten Frauen zu unterdrücken. Da ich auch in Deutschland gelebt habe weiss ich, das es dort nicht mehr Menschenrechte gibt als in der Türkei. Die Türkei ist noch ein freies Land, indem einen nicht mit unsinnigen Gesetzen das Leben schwergemacht wird. Gerade Deutschland kann es sich meiner Meinung nach nicht herausnehmen eine Mustergesellschaft zu sein.
Herr Öztaskin, es ist sehr gut, dass die Brüder ihre Schwestern beschützen. Und noch besser ist, dass Schutz nicht so engstirnig aufgefasst wird nur als Schutz gegen äußere Gefahren. Nein, lobenswerterweise beschützt der türkische Mann die Frau/Schwester auch gegen Dekadenz und unmoralischen Lebenswandel.
Hatun Sürücü ist freut sich sehr über diesen weit gefassten Schutzbegriff. D.h. sie würde sich freuen, wenn sie denn noch lebte.
diese kultur in der "anatolischen" türkei ist archaisch,
sie ist auf kriegerische stammesrituale gegründet,
wie man sieht. nicht kompatibel mit einer intellektuellen, materialistischen, "aufgeklärten" industriegesellschaft.
die sexualität im sinne ausschliesslich der zeugung, wenn möglich von kleinen machos, steht im vordergrund. kreuzberg,neukölln, etc. grüsst.
diese frau ist eine ausnahme-erscheinung in anatolien.
die menschen dort haben noch einen geistig-intellektuellen evolutionsprozess von ca. 100-200 jahren vor sich, bevor "kompatibilität" mit der eu - einem moloch der zerstörerischen gewinnmaximierung wie die gesamte weltwirtschaft zur zeit - erreicht ist. bis dahin wird die welt anders aussehen - im sinne eines wahren, nachhaltigen friedens zwischen menschen, und der natur.
Warum sollten wir so eine intollerante Gesellschaft in die EU aufnehmen? Wir würden uns nur selbst schaden und zukünftig nicht mehr "Frau" im eigenen Land sein. NEIN DANKE!!!
Geschlechtloses Leben
Reich ist sie bisher nicht geworden, obwohl sie sehr gut verdient und das Leben hier billig ist. Aber SIE hat ELTERN, die KRANK sind und deren ARTZTRECHNUNGEN bezahlt sein wollen. Und sie hat eine SCHWESTER, die noch studiert und deren Studium SIE BEZAHLT.
Auch für Nergis gilt: Die Familie IST ALLES, was du hast und was du bist, selbst als Direktorin und erwachsene Frau. Selbstverantwortlich TUN und LASSEN können, was man will, ginge einher mit dem Preis der sozialen Ächtung.
<-- In diesem Falle wäre es fragwürdig ob die beschriebene Situation (eltern krank/finanz. studium schwester) nicht auch in Deutschland zutreffen könnte , und ob die Auslassung der Unterstützung nicht auch gesellschaftlich verächtet wäre.
Andere Frage :
Ist es nicht erstrebenswert ein solch inniges und verantwortungsvolles Verhältnis zu seinen Eltern zuhaben?
Die Frau ist die Ehre des Mannes
Wir sind die Attraktion dieses Nachmittags in den Straßen der Altstadt und werden aus Türen und Fenstern beobachtet.
<-- Wie gesagt Attraktion bzw. Unbekannt / Intressant / Angst einflößend / BÖSE
In wie fern wird ein Feinbild geschaffen?
Die Intention des Beitrages mag wohlmöglich eine gute sein jedoch ist der rhetorische Aufbau eher ideologisch geleitet und verführt den Leser dazu ein falsches bzw überspitzes Bild der Situation zusehen.FRAGE: Wozu soll Berichterstattung dienen? Soll es dem Leser helfen sich eine ansatzweise objektive Meinung zu bilden oder soll es dem Leser durch rhetorische Mittel ( schwarzmalerei / überspitzung ) eine Meinung vorgeben ???
Die Kopftücher, die die Gesichter einschnüren, und die schlechtgeschnittenen farblosen Mäntel, die die Köper verbergen sollen, sind modisch das Unvorteilhafteste, was Schneider je zusammengenäht haben, nur noch übertroffen von dem schwarzen Zelt, dem Tschador, der die Frauen total verhüllt und zu einem entpersönlichten Nichts macht.
<-- In wie fern ist es erlaubt westliche Werte auf andere Kulturen zu übertragen?
Beitrag ist seltenschlecht und vermittelt ein verfälschtes bzw übertriebenes Bild der Lage.
Den Artikel hat wohl jemand geschrieben, der zum ersten mal aus Deutschland in die weite Welt rauszog und dabei gleich seinen ersten Kulturschock erleben musste. Und diesen nun mit recht voreingenommener Schreibe abarbeitet. Einige Passagen sind ja ziemlich gehässig gegenüber einer traditionellen Gesellschaft geschrieben, ob sie nun islamisch geprägt ist oder nicht. Ernstnehmen möchte man solche Kritiker lieber nicht. Auch wenn sich beim genaueren Hinsehen herausstellt, dass die Autorin wohl aus dieser Gesellschaft kommt und stark von ihr geprägt wurde. Das ist aber noch keine Garantie dafür, dass sie mit ihrer Kritik richtig liegt.
Polemik, aber keine gute, ich meine: unter FAZ-Standard.
Ich kann den Unmut von Herrn Öztasin nachvollziehen. Der Artikel ist voll von Wertungen und müsste daher als Kommentar erscheinen und nicht als Bericht. Gerade der Abschnitt über die modischen Aspekte der Bekleidung ist mit Worten wie eingeschnürt, schlechtgeschnitten sowie entpersönlichtem Nichts ein Musterexemplar von Kommentar.
Denn das in der islamischen Kultur Personen nicht gleich Individuen sind, heißt nicht, dass Nicht-Individuen keine Personen sind. Die muslimische Persönlichkeit definiert sich eher durch die Anpassung und Dazugehörigkeit an eine Gemeinschaft und ob man das wiederum gut findet oder nicht, ist dann eine andere Frage.
Wir sollten aufpassen, dass die Selbstbeschreibung der Dialogfähigkeit der westlichen Welt nicht nur zur Beruhigung ihres Gewissens dient. Der Dialog sollte nicht die gleiche Funktion wie bei Papst Benedikt dem XVI. besitzen. Herr Ratzinger benutzt einerseits Worte wie Dialog und Vernunft und sagt andererseits, dass es nur einen Glauben geben kann. Und am Ende gibt es dann nur einen der dialogfähig und vernünftig ist und das ist dann die katholische Kirche oder analog dazu die westliche Welt mit ihren guten Werten.
Wenn wir diesen Beitrag als Kommentar werten, sind wir dialogfähig.
Wenn man die vorherigen Bücher von Frau keleg gelesen hat stellt man fest das sie die türkische Tradition mit der Religion verwechselt.
Diese Trennung ist zu machen, weil keinesfalls die Tradition die Werte des Islams darstellt.
Auch wird besonders in ihrem Werk "Die fremde Braut" sichtbar das sie in Ihre Kindheit bzw. Familie diese tradionellen Probleme durchgemacht hat.
Aber sie hat nicht das Recht diese auf den Islam zu schieben, welche sie gerne in Ihrten Büchern betont.
Dieser feiner Unterschied sollte beachtet werden.
Finde diesen Roman-Auszug eigentlich nur Traurig und auf das Schlechte und Rückständige in der Türkei fixiert. Der Roman ist keineswegs eine Lüge, aber der Roman ist auch nicht repräsentativ für die ganze Türkei und auch nicht für die Mehrheit. In der Türkei gibt es nebenbei nicht DIE Mehrheit, die wir kennen. Es gibt mehrere, aber trotzdem ist es falsch, wenn man nun mit solch einem Roman hier in Deutschland und Europa den Eindruck hinterlässt, alle Muslime, besonders in der Türkei seien rückständig und nur auf Heirat (und Essen) fixiert, sprich Türkei disqualifiziert sich für modernes Leben, für Demokratie, für die EU. Für mich ist das viel zu gestrickt und nicht im Sinne der Annäherung der Türkei, weder aus unserer Sicht, noch aus türkischer muslimischer Sicht. Ich will nicht über die Probleme der türkischen Gesellschaft hinwegschweigen, aber sie ganz groß überall, besonders in Europa zu präsentieren nährt doch nur den Boden für Islam- und Türkei-Gegner.
Also mir gefällt nicht, dass man diesen Roman-Auszug hier präsentiert. Wenig taktvoll und politisch unkorrekt.