
Es ist schön, wenn eine Gemeinde Leute hat, die mit Eifer und Sachkenntnis das Stromnetz effektiver betreiben können als ein Großanbieter. Ähnliche Beispiele sehen wir ja auch bei der Bahn, angeblich unrentable Strecken können von kleineren Unternehmen wieder rentabel betrieben werden. Aber wo kauft die Gemeinde den Strom? Es gibt ja mehrere Varianten: feste Verträge oder Börse. Wenn man das eine oder andere falsch macht, zahlt man einen zu hohen Preis, den dann der Verbraucher auch zahlen muß, denn so eine Gemeinde kann nicht ein oder zwei Jahre zuschießen, wenn sich der Stromeinkäufer verspekuliert hat. Bisher ging es wohl gut, wie man liest, was aber für die Zukunft nichts aussagt.
Wir werden uns alle darauf einstellen müssen, daß wir Haushaltskunden einen mittleren Börsenpreis zahlen werden, der aber damit auch nicht fest ist. Manche werden Glück haben, daß ein Anbieter günstig eingekauft hat und diese Strommenge uns verkauft. Für alle reicht es nicht, die müssen dann woanders kaufen. Genauso wie nicht alle "Öko"-Strom kaufen können, so viel gibt's davon nicht.

Wenn man diesen Artikel liest, erschließt sich nicht, warum z.B. der Berliner Senat die stadteigenen Versorger wie Bewag und Gasag an Vattenfall vertickt hat.
Ich wünsche mir viel mehr Autonomie der Städte, Kommunen und Kreise bei der infrastrukturellen Versorgung - den regional geht vieles sehr viel besser und vor allem transparenter - und das Geld bleibt in der Region.