Herr Droll, auf die Gefahr hin, Ihren Glauben an die Menschheit zu zerstören: Listinggelder sind ein völlig übliches Vorgehen insbesondere von größeren Handelsketten. Wenn Sie Ihr Produkt bei einer Kette im Sortiment haben wollen, müssen Sie a) kräftig zahlen und b) bei den Konditionen bluten. Und da reden wir nicht über tausend Euro oder über eine Palette Wein, sondern über Beträge im 10-100k€-Bereich und Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich. Teils jeweils mehr. Warum machen das die Händler? Nun, wenn Sie nicht bei den großen Namen gelistet sind, kennt und kauft man Sie nicht. Das hat nichts mit Korruption zu tun, sondern mit Markt. Andererseits zahlen z.B. Red Bull oder Bionade, die Sie als Händler im Sortiment haben *müssen*, wohl keine Listinggelder und reden auch nicht über Konditionen. Böser Markt also? Naja. Schauen Sie mal, wieviel die letztgenannten Produkte gegenüber sonstigen Produkten, deren Namen Sie nicht kennen, kosten. Dem Verbraucher hilft der Wettbewerb besonders insoweit, als daß die Margen im Handel wegen des weltweit größten Konkurrenzdrucks geringer sind als anderswo. D.h., wenn der Handel statt der Hersteller Gewinn macht, wird dieser in der Regel an den Kunden weitergegeben.
Wo ist hier der Unterschied zur Korruption, z.B. wie z.B. bei SIEMENS? SIEMENS hat offenbar geschmiert, um bei Entscheidern / Einkäufern an Geschäfte zu kommen. Egal, ob es nun Listung, Einstiegsrabatt oder ähnlich heisst, Schmieren bleibt Schmieren - auch wenn man es hier vielleicht Marktgesetze oder Markteinstieg nennt. Die "Macht" der Mächtigen rechtfertigt ein solches Handeln nicht. Am Ende verliert hier wieder der Verbraucher, weil den Mächtigen die Moral zunehmend abhanden kommt.
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