In der Zeitschrift meiner Krankenkasse, "Tk-Aktuell", von Ende 2007 war zu lesen: "Beitäge 2008". Die Dauer der Gültigkeit anzugeben ist doch eine Selbstverständlichkeit. Auch 2007 wurden die Beiträge erhöht, aber selbstverständlich nicht so viel. Ende 2008 werden wir sicher lesen: "Beiträge Sommer 2009". Auch die Bahn paßt ihre Fahrpreise mittlerweile zweimal im Jahr an. Eigentlich bekomme ich die Zeitschrift Tk-Aktuell jeden Quartal: wäre es nicht logisch, die Beiträge jeden Quartal anzupassen? Oder noch besser, täglich, automatisch nach einem Index des ruhmvollen statistischen Bundesamtes. Alles wird teurer, das ist doch eine Selbstverständlichkeit. Auch Trichet ist ein Hoffnungsträger, denn er hält die Inflation möglichst nah, aber unter 2%. Alles selbstverständlich.
Professor Bernanke muss heute mit einer Krise fertig werden, die ihm letzten Endes sein Vorgänger Greenspan einbrockte, als er damals nach der Attacke vom 11. September den Leitzins auf 1 % senkte. -- Die Fed hat die doppelte Funktion, die Wirtschaft zu stützen, gleichzeitig aber auch vor Inflation zu bewahren. Bei fallendem Dollar ist Letzteres die geringere Gefahr, was der Fed jetzt einigen Spielraum erlaubt, den Leitzins noch weiter zu senken
Die EZB weigert sich, dabei mitzuspielen, denn ihre Funktion ist ausschließlich auf die Gefahr der Inflation beschränkt. Noch sitzt uns schließlich die deutsche Inflation von 1923 in den Knochen. Sollte diese einseitige Antiinflationspolitik der EZB bei steigendem Euro aber in eine europäische Rezession ausarten, so wird man sie vermutlich nach Trichet benennen.