FAZ.NET-Spezial „Kyrill“

Orkan-Schäden auf eine Milliarde Euro geschätzt

Alternativen sind rar: Suche nach einer Mitfahrgelegenheit

Alternativen sind rar: Suche nach einer Mitfahrgelegenheit

19. Januar 2007 Der Orkan „Kyrill“ war einer der schwersten Stürme der vergangenen 20 Jahre und könnte die Versicherungsunternehmen in Deutschland rund eine Milliarde Euro kosten. Auf diese Summe bezifferte der
Versicherungsverband GDV den geschätzten versicherten Schaden.

Der Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte, die höchste Windgeschwindigkeit des Orkans habe in der Nacht bei 202 Kilometern pro Stunde auf dem Wendelstein in Bayern gelegen. Das Besondere an dem Sturm sei gewesen, dass er Deutschland flächendeckend getroffen habe. Üblich seien eher regionale Schäden. Aus Sicht der Meteorologen sei „Kyrill“ am ehesten mit „Jeanette“ aus dem vergangenen Oktober vergleichbar.

Berliner Bahnhof wieder freigegeben

Der bundesweite Bahnverkehr hat sich im Laufe des Freitags weitgehend normalisiert. Nach 14-stündiger Sperrung wurde am Freitagmittag auch der Berliner Hauptbahnhof wieder freigegeben. Um 13.15 Uhr fuhren erste Züge den Bahnhof an, wie ein Bahn-Sprecher sagte. Die Ursache für den Absturz eines tonnenschwerer Stahlträgers von der Bahnhofsfassade konnte bisher nicht benannt werden. Architekt und Statiker müssten dies zunächst begutachten.

Bei Entschädigungen wolle sich die Bahn kulant zeigen. Aber dies sei ein Notfall gewesen. „Wir können nicht alle entschädigen“, sagte Mehdorn. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) lobte die Mitarbeiter der Deutsche Bahn, die auf die Situation „schnell, flexibel und professionell“ reagiert hätten. Die Organisation dieses Notfalls habe „nahezu perfekt geklappt“.

Mehdorn sagte, die Bahn sei vorbereitet gewesen. Der Zugverkehr sei rechtzeitig heruntergefahren worden. Nur ein Zug habe einen Bahnhof nicht erreicht, er sei dann aber später eingeschleppt worden. Das komplette Ausmaß der Sturmfolgen habe die Bahn aber nicht voraussehen können. „Wir sind keine Propheten.“ Die Fahrgäste, die sich in der Nacht in den Bahnhöfen aufhalten mussten, seien gut versorgt worden, sagte Mehdorn. Zeitweise seien mehr Bahnbeschäftigte als Fahrgäste in den Bahnhöfen gewesen.

Dutzende Tote

Nach dem schweren Orkan „Kyrill“ ist die Zahl der Todesopfer in West- und Mitteleuropa bis zum Freitagmorgen auf über 40 gestiegen. Allein in Deutschland starben laut Polizei und Innenministerien zwölf Menschen in Zusammenhang mit dem Sturm.

Außerhalb Deutschlands kamen mindestens 34 Menschen durch den Sturm ums Leben. Allein in Großbritannien starben 14 Menschen, darunter ein Kleinkind, das in London von einer einstürzenden Wand
erschlagen wurde. In den Niederlanden meldeten die Behörden sechs Tote, ebenso die Feuerwehr in Polen. In Tschechien und Frankreich kamen jeweils drei Menschen ums Leben, aus Belgien wurden zwei Todesopfer gemeldet. Die meisten starben bei Verkehrsunfällen. Dutzende Menschen wurden verletzt, mehr als eine Million Haushalte hatten wegen des Orkans keinen Strom. Tausende Zugreisende saßen fest, auf zahllosen Straßen behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr. In Tschechien erreichte „Kyrill“ Geschwindigkeiten bis 180 kmh. Der Stromversorger CEZ berichtete, mehr als eine Million Haushalte hätten keine Elektrizität. Die Schweiz kam ohne Verletzte oder größere Schäden davon, dort wurde auch nur in höheren Lage
Orkanstärke gemessen.

Text: FAZ.NET mit Material der Agenturen
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, FAZ.NET, REUTERS, ZB

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht. Beim Wechsel Ihrer Kfz-Versicherung winken bis zu 500 € Ersparnis. Jetzt online vergleichen und gleich abschließen.

Die Promenade in Westerland auf SyltVon Kyrill zerstörte Hochspannungsleitung“Kyrill“ stoppt die BahnKopf nicht in den Sand stecken: Holländische EinsamkeitEin Kohleschiff kämpft am Donnerstag bei OrsoyNoch mal gut gegangenKein DurchkommenSchief wie die Bäume: Gehversuche in FreiburgWarten wegen Wind: Fluggäste vorm Lufthansaschalter in FrankfurtWirklich bequem ist andersLastwagen bieten sehr viel AngriffsflächeWolkenbildung über EuropaSicher ist sicher: Die Dom-Platte wurde gesperrtFast wie durchgewachsen: Dachschaden in DüsseldorfDüstere Windsäulen in OostendDer Berliner Hauptbahnhof bleibt gesperrtEin Beton-Pfeiler liegt in Berlin auf den Treppen vor dem Hauptbahnhof, nachdem er aus der Gebäudekonstruktion zu Boden gestürzt istBahn-Mitarbeiter begutachten die Lücke in der Dachkonstruktion des Berliner Hauptbahnhofes - dann wurde er gesperrtDie Werkstätten werden in den nächsten Tagen genug zu tun habenDas Glände um den Dom in Köln wurde weiträumig abgesperrtZum Glück saß keiner im AutoNach dem Regen kamen Benzin und Öl: Inspektion der Feuerwehr in SachsenUmfallende Bäume versperren die WegeDen braucht man nicht mehrDieser Autofahrer hatte keine Chance: Er starb auf einer Landstraße bei HeidelbergDas Schloss zugesperrt: Am Nymphenburger Kanal in MünchenViele Flieger müssen am Boden bleibenBereit zum Abtauchen: Belgischer SturmschutzWeg damit: Halteversuche in Frankfurt (Oder)Nur wenige Züge fahren wieder: Warten auf dem Frankfurter Hauptbahnhof Ein Baugerüst wurde in Hannover vom Vinzenz-Krankenhaus gerissenWer will bei dem Wetter noch fliegen? Flughafen Shiphol in HollandDeutschland im GegenwindDer Wartesaal wurde für manchen zur ÜbernachtungsstätteAuf Sylt muss der Strand befestigt werdenKein Fortkommen auf dem Fahrrad: Zwei Schüler im niederrheinischen VluynEin Hauch von Landschulheim: Eine Schulklasse in einer Notunterkunft am Hauptbahnhof in KölnEs hätte schlimmer kommen könnenWer soll dann noch helfen? Ein ratloser SchaffnerFür die Feuerwehren gab es viel zu tunKeine Chance gegen den Sturm: Lastwagen bei IlmenauUngleicher Kampf: Plastik gegen NaturSonnenschirme stehen zum Glück im Winter nicht so häufig herumAuf der A 4 bei WaltershausenTrümmer vor einem zerstörten Zweifamilienhaus in Barsinghausen. Durch extreme Böen hatte sich das Flachdach einer Hochhausreihe gelöst und wurde auf das Doppelhaus geschleudertEin Baum hebt ab: Schäden im Stadtteil Frankfurter Berg in FrankfurtWeniger am Meer: Sylt verliert StrandHindernisse auf den Gleisen ließen den Bahnverkehr zum Erliegen kommenImmer schön cool bleiben: Stuttgarter GelassenheitAbgeknickt - nicht die Antenne, gleich der ganze SchornsteinNicht nur in Düsseldorf wurden solche Maßnahmen ergriffenUnd noch ein umgekippter LkWWenig Sicht, viel Wind in Berlin am Brandenburger TorQuergelegt auf der A 7: Lkw bei RottendorfDa hilft kein Dreiwettertaft mehr: Fliegende Haare in FrankfurtEin Schild, wie es viele gab, als der “Kyrill“ Einzug hieltHier kommt nichts Gutes von oben: Frankfurter InnenstadtBetreuung in einer Notunterkunft der BahnBei der CSU standen die Zeichen am Freitag auf Sturm - nicht nur wegen “Kyrill“