Finanzprognosen

Warum verschätzen sich die Steuerschätzer?

Der Arbeitskreis Steuerschätzung berät ab diesem Dienstag in Görlitz. Am Freitag werden die Finanzexperten ihre Prognose präsentieren. Doch auch Fachleute können irren. Warum die Vorhersagen schon so oft daneben lagen, erklärt Carsten Germis.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Mai 2007 17:06

Steinbrück auf dem Bärenfell

Bernhard Schmitz (DerKetzer)

Und ich dachte immer, die wären unabhängig.

"Sie müssen sich an der Wachstumsprognose der Bundesregierung orientieren. "Wenn die Konjunkturprognose irrt, dann schätzen wir natürlich auch falsch", berichtet Rüdiger Parsche, der lange der Steuerschätzer des ifo-Instituts war. [...] "Sie erörtern die Vorgaben zwar, legen diese aber ihren Schätzungen unverändert zu Grunde", heißt es dazu in einem Bericht des Bundesrechnungshofs."

Also machen die Steuerschätzer nur die Kleinarbeit beim Rechnen. Dann könnte der Finanzminister das auch gleich selbst machen. Aber es sieht doch wenigstens besser aus, wenn er sich auf die Steuerschätzer berufen kann: irgendwie unabhängig, sozusagen die 2. Meinung - die dann doch dieselbe wie die 1. ist.

Wie heißt es so schön:
Wenn zwei einer Meinung sind, ist einer überflüssig.

Also läuft das Spiel so, wenn es am Willen zu sparen mangelt (was auch die EU der BRD unterstellt, s. FAZ):
Finanzminister braucht Geld.
Also stellt er eine optimistische Wachstumsprognose.
Die Steuerschätzer rechnen die passenden Steuern aus.
Jetzt kann der Finanzminister schon mal das Geld verteilen, bevor das Geld erlegt wurde.
Wenn die Prognose nicht eintrifft, sagt der Finanzminister "Leider Pech gehabt."

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