28. September 2006 Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche ist mit der augenblicklichen Lage der amerikanischen Automarke Chrysler nicht zufrieden. Wegen der hohen Verluste im Nordamerika-Geschäft hat Zetsche das langfristige Renditeziel für Chrysler von 5 Prozent noch nicht kassiert. Chrysler muß die Produktivität erhöhen, die Qualität verbessern und insgesamt effizienter werden“, sagte Zetsche auf dem Autosalon in Paris. Oberste Priorität haben neue Produkte, mit denen Chrysler den veränderten Kundenwünschen der Amerikaner begegnen will. Wir brauchen mehr Kompaktautos wie den Dodge Calibre“, sagte Zetsche.
Erst vor wenigen Wochen hatte der Konzern die Aktienmärkte mit der Ankündigung eines Milliardenverlusts im laufenden Geschäftsjahr von Chrysler geschockt. Als Reaktion auf die Marktverwerfungen in Nordamerika ist nun ein ganzes Bündel von Maßnahmen geplant. Im dritten und vierten Quartal will Chrysler die Auslieferungen zurückschrauben. Zetsche sprach in Paris von einer temporären Produktionskürzung um 130.000 Autos.
Platz schaffen für die neuen Modelle
Bei den amerikanischen Chrysler-Händlern will er Platz schaffen für die neuen Modelle. Im kommenden Jahr soll rund ein Drittel der Chrysler-Verkäufe aus zehn neuen Modellen stammen. Damit reagiert die Mercedes-Schwestermarke auf das geänderte Kaufverhalten der Amerikaner, die sich in Zeiten hoher Benzinpreise für Autos mit leistungsärmeren Motoren interessieren, wie sie vor allem Toyota und Honda im Angebot haben.
Einer Studie zufolge ist in Nordamerika der Kraftstoffverbrauch bei den Gründen für eine Kaufentscheidung von Rang fünf auf eins gestiegen. Zetsche räumte ein, daß Chrysler-Modelle diese Eigenschaft noch nicht für sich beanspruchen könnten. Um derartige Autos künftig schneller entwickeln zu können, setzt Zetsche auf eine Kooperation im sogenannten B-Segment. Entsprechende Gespräche mit Volkswagen waren kürzlich gescheitert, mit anderen Herstellern sei man aber noch im Gespräch: Es gibt noch eine Handvoll möglicher Partner, Volkswagen war nur einer davon.“
Chrysler kann sich der Preisschlacht nicht entziehen
Hoffnungen, daß sich die Wettbewerbslage in Nordamerika entspannt, hat Zetsche nicht. Der Preisschlacht könne sich Chrysler zur Zeit nicht entziehen. Aber mittelfristig müsse Chrysler die Nettopreise seiner Autos verbessern, sagte der Vorstandschef, der bis vor einem Jahr noch selbst die Marke in Nordamerika geführt hatte.
Optimistischer zeigte sich Zetsche in bezug auf die Schwestermarke Mercedes-Benz, die ein Jahr nach den einschneidenden Restrukturierungsmaßnahmen eine gute Ausgangsbasis gefunden habe, die Profitabilität weiter zu erhöhen. Daß der BMW-Chef in Paris verkündete, auch 2006 größter Premiumhersteller werden zu wollen, störte Zetsche nach eigener Aussage nicht: Größe allein ist nicht relevant. Für uns zählt, daß die Mehrheit der Menschen auf dem Globus glaubt, daß Mercedes-Benz die bedeutendste Luxusmarke der Welt ist.“
Text: hpe./F.A.Z.
Bildmaterial: Reuters
Wie wir reich wurden (12): Freie Preise sind ![]()
Citigroup droht Milliarden-Strafe wegen Wertpapierverkauf
Allensbach-Analyse: Der Statusfatalismus der Unterschicht
EU-Kommission: Bei Windows künftig mehr Browser-Auswahl
Haushaltsentwurf 2010: Ein Spiegelbild der Wirtschaftskrise
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.893,59 | +1,42% |
| TecDAX | 821,34 | +1,15% |
| MDAX | 7.423,41 | +0,79% |
| SDAX | 3.561,26 | +0,71% |
| REX | 377,45 | +0,07% |
| Eurostoxx 50 | 2.922,40 | +1,17% |
| Dow Jones | 10.498,80 | +0,45% |
| Nasdaq 100 | 1.812,16 | +0,78% |
| S&P500 | 1.107,93 | −0,55% |
| Nikkei225 | 10.177,40 | +0,93% |
| EUR/USD | 1,4573 | +0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 73,80 $ | +2,39% |
| Gold | 1.122,00 $ | +0,18% |
| Bund Future | 122,84 € | +0,27% |