25. März 2004 In den Vereinigten Staaten sind die Benzinpreise so hoch wie nie zuvor. Ein steigender Rohölpreis und knappe Lagerbestände von Öl und Benzin haben die Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen in die Höhe getrieben.
Für eine Gallone (rund 3,8 Liter) Normalbenzin müssen Autofahrer in Amerika derzeit im Durchschnitt knapp 1,74 Dollar bezahlen, berichtet das Energieministerium in Washington. Das entspricht rund 38 Euro-Cent je Liter und ist dem Betrag nach das höchste jemals erreichte Niveau. Dabei gibt es zwischen und innerhalb der Bundesstaaten starke Schwankungen. Inflationsbereinigt ist Benzin - auf unserem Foto an einer Tankstelle in Kalifornien - nun wieder so teuer wie zuletzt vor fast 20 Jahren.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Die Förderbeschränkungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gelten in Amerika als wichtigster Grund für die geringen Öl- und Benzinvorräte. Weil mit einer schnellen Besserung der Lage nicht zu rechnen sei, müsse mit einem weiteren Anstieg der Preise auf in der Spitze 1,83 je Gallone Normalbenzins in diesem Frühjahr gerechnet werden, sagt das Ministerium voraus. Erst vor wenigen Tagen haben die Marktbeobachter in der Regierung den als Jahresdurchschnitt erwarteten Benzinpreis um 10 Cent auf 1,67 Dollar je Gallone erhöht.
Den Wahlkampf erreicht
Unterdessen haben die Berichte über Kraftstoffpreise auf Rekordniveau auch die Politik und den Präsidentschaftswahlkampf erreicht. Der demokratische Herausforderer von Präsident George Bush, John Kerry, forderte "zum Schutz der Verbraucher vor hohen Benzinpreisen" eine ausgewogene Energiepolitik, die in erneuerbare Energiequellen investiere und das Energiesparen fördere. Bush hielt Kerry vor, im vergangenen Herbst die Verabschiedung eines neuen Energiegesetzes verhindert und sich Anfang der neunziger Jahre für eine Erhöhung der Kraftstoffsteuer um 50 Cent je Gallone eingesetzt zu haben. "Kerry wollte, daß ihr so viel Geld an der Zapfsäule bezahlt, und war noch nicht einmal bereit, eine kostenlose Wagenwäsche zu spendieren", sagte Bush auf einer Wahlkampfveranstaltung in Florida.
Eine Reihe von Demokraten hält der Regierung zudem vor, durch ihre umfangreichen Käufe von Öl zum Auffüllen der strategischen Reserve des Landes die Preise zusätzlich in die Höhe zu treiben. In der Reserve befinden sich derzeit rund 650 Millionen Barrel (Faß zu 157 Liter) Öl. Sie soll auf 700 Millionen Barrel erhöht werden. Forderungen nach einer Unterbrechung der Käufe wies Energieminister Spencer Abraham mit der Begründung zurück, das Vorhaben sei für die "nationale Sicherheit des Landes" von großer Bedeutung.
Text: ctg., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2004, Nr. 72 / Seite 16
Bildmaterial: AP
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |