02. Mai 2008 Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im März wider erwarten gesunken, insgesamt schlägt für das erste Quartal dieses Jahres aber ein positives Ergebnis zu Buche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte, setzte der Einzelhandel saison-, kalender- und preisbereinigt 0,1Prozent weniger um als im Februar. Dennoch lagen die Umsätze im ersten Quartal immer noch um 1,2 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2007.
Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten für März einen Zuwachs der Einzelhandelsumsätze um 1,0 Prozent erwartet, nachdem die Umsätze im Februar um revidiert 0,7 Prozent gefallen waren. Gegenüber März 2007 wurde wegen eines Kalendereffekts ein Minus von real 6,3 Prozent verzeichnet. Für Februar wurde ein revidierter Anstieg von real 2,5 Prozent binnen Jahresfrist verzeichnet.
Weniger Verkaufstage und hohe Vergleichsbasis
Destatis verwies darauf, dass der März 2008 drei Verkaufstage weniger hatte als der Vorjahresmonat. Damals hatte der Einzelhandel das beste Ergebnis für diesen Monat seit dem Jahr 2003 erzielt. Nominal waren die Umsätze im März im Vergleich zum Vormonat stabil, während auf Jahressicht ein Minus von 3,7 Prozent registriert wurde.
Nach Angaben von Destatis wurde im März im Einzelhandel vor allem ein massiver Umsatzrückgang bei Lebensmitteln verzeichnet. Real belief sich das Minus dabei auf gut 9 Prozent im Vorjahresvergleich. Nominal gingen die Umsätze vor dem Hintergrund der deutlichen Preissteigerungen bei vielen Nahrungsmitteln um 4,4 Prozent zurück.
Bankvolkswirte rechnen trotzdem mit steigendem privatem Konsum
Bankvolkswirte zeigten sich von den März-Daten enttäuscht, diese Enttäuschung hielt sich aber wegen der Aufwärtsrevisionen in den Vormonaten und angesichts des Umsatzzuwachses im Quartalsvergleich in Grenzen. Alexander Koch von HVB/UniCredit sagte, die schwachen März-Umsätze seien nicht nur mit den steigenden Verbraucherpreisen zu begründen, sondern nach Angaben von Einzelhändlern auch mit dem schlechten März-Wetter.
Dennoch erklärte er, dass für das erste Quartal mit einem soliden Beitrag der Umsätze zum privaten Verbrauch und damit zum Wirtschaftswachstum zu rechnen sei. Zuletzt hatte seine Bank für das erste Quartal ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2007 vorhergesagt. Koch merkte an, dass auch für das gesamte Jahr mit einem positiven Wachstumsbeitrag des privaten Konsums zu rechnen sei.
Etwas günstiger als die von Destatis ausgewiesenen Zahlen fielen die von der Deutschen Bundesbank gemeldeten Einzelhandelsumsätze aus, die auch die Umsätze mit Kfz und in Tankstellen enthalten. Demnach wurde hier im März ein Umsatzplus im Monatsvergleich von 0,2 Prozent verzeichnet, nachdem sich im Februar ein Anstieg um 0,1 Prozent ergeben hatte. Auf Jahressicht lagen die Umsätze in dieser Abgrenzung um 0,1 Prozent niedriger.
Text: Dow Jones
Bildmaterial: AP
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