20. August 2003 Die Alterung der Bevölkerung ereilt in den kommenden Jahrzehnten alle großen Industriestaaten, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. Allerorten wird das demographische Problem für die Rentenkassen erkannt, und es werden Lösungen gesucht.
Drei Möglichkeiten stehen grundsätzlich zur Verfügung. Man kann erstens die Ansprüche im gesetzlichen Rentensystem kürzen und die Beiträge erhöhen. Zweitens kann man auf mehr Eigenvorsorge und kapitalgedeckte Zusatzrenten setzen. Das kommt dem Eingeständnis gleich, daß die gesetzlichen Renten im Umlagesystem nicht mehr sicher sind, und dient dazu, die Folgen von Kürzungen dort abzumildern. Drittens lassen sich die absehbaren Finanzprobleme der Rentenkassen dadurch lindern, daß die Tendenz zur Frühverrentung gebrochen wird und wieder mehr Menschen zwischen 55 und 64 Jahren arbeiten.
Unsere Korrespondenten schildern, wie andere Industriestaaten für das Alter vorsorgen. Der direkte Vergleich zeigt, daß Deutschland in vielem Nachholbedarf hat. Betriebliche oder private Zusatzrenten und damit die Kapitaldeckung sind hierzulande vergleichsweise wenig verbreitet. Und das tatsächliche Renteneintrittsalter liegt im internationalen Vergleich am unteren Rande.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2003, Nr. 193 / Seite 10 , pwe.
Bildmaterial: F.A.Z.