
ist ein sehr negativ behafteter Begriff. Wertefrei gemeint, drückt dieser aber doch am präzisesten den Status Quo der deutschen Bildungspolitik aus. Einfach mal beim CIA World Factbook (nach "education" suchen) nachsehen. Ich glaube mich daran erinnern zu können, mal von Exzellenzinitiative und Eliteuniversitäten, in Zusammenhang mit Deutschland, gehört zu haben. In Wirklichkeit streicht Deutschland bei der Bildung zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die super Idee mit Studiengebühren die Haushaltslöcher der Universitäten zu stopfen, darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht unerwähnt bleiben. Alles in einem ist es nicht nur lächerlich, dass Deutschland sich in Sachen Bildung mit den USA und England messen will, nein es spottet dem gesunden Menschenverstand. Also liebe Politmarionetten (einige von diesen Exemplaren bringen es sogar auf 18 Nebentätigkeit, inklusive 5 Aufsichtsräte) - schön, dass es solch armselige Geschöpfe wie Euch gibt und schön, dass wir alle wieder so richtig viel heiße Luft rund ums Thema Bildung fabrizieren durften. Von Menschen die solch hohe Stundensätze haben, sollte man eigentlich mehr erwarten dürfen als dieses ständige Dummgeschwätz.

Wenn man sich die Geldsummen ansieht die hier ausgegeben werden, und vergleicht diese mit der Beschreibung der schulischen Realität, muß man sich fragen was eigentlich wirklich mit dem Geld geschieht. Es nur für die Lehrergehälter und den politischen Apparat auszugeben wird kaum zur Lösung der Probleme führen. Sowohl die Landespolitiker als auch die Kommunalpolitiker haben in den letzten 50 Jahren irrwitzige Summen zur Verfügung gehabt, aber leider nichts damit erreicht. Für die Lehrerbezahlung wäre jedenfalls ein Stundenlohn für die in den Schulen abgeleisteten Stunden eine sinnvolle Bezahlung. Üppige Monatsgehälter bei minimalem Zeitaufwand können es nicht sein. Viele Lehrer lassen sich ihre politischen Hobbies vom Steuerzahler finanzieren. Mehr Geld kann und wird also kaum die Lösung sein.

C. Schmid und K. Adenauer haben bei der Schaffung des Art. 7 (4) GG mitgewirkt. Demnach haben die Eltern das Bürgerrecht, eine freie Schule zu gründen. Kinder dürfen dabei nicht nach den Besitzverhältnissen unterschieden werden, Lehrer freier Schulen nicht benachteiligt werden. Autonome Schulen haben eine GG-Grundlage. Die politischen Parteien unterlassen es aber seit nunmehr sechzig Jahren, dieses Bürgerrecht mit einem angemessenen Schulgesetz zur Umsetzung zu verhelfen, keine freie Schule kann ohne Verwaltungsgericht auf den Weg gebracht werden, die Kirchen und andere Träger schweigen aus Eigeninteresse. Die geforderten tiefgreifenden strukturellen Reformen bleiben schwarz-rot-bunte Seifenblasen, solange die Parteipolitiker die ideologische Lufthoheit über die Klassenzimmer nicht freiwillig räumen. Ein bundeseinheitliches Schulgesetz auf der Basis der Art. 7 (1) und 7 (4) wären Ausgangspunkt eines nachhaltigen qualitativen Wachstums. Die derzeitige Kultusbürokratie ist seit 20 jahren nicht mehr in der Lage, die Gebäude instant zu halten. Und diesen Sesselpuhpern sollen wir eine bessere Ausbildung unserer Kinder zutrauen? Das "Aufholprogramm" zur Gebäudesanierung zeigt die Denke der Kultusbürokratie, mehr nicht. Hermann Meemken

Schüler lernen nicht mehr weil die Tafel silber schimmert-ist klar. Aber wie steht es z.. Bsp. um Nachmittagsbetreuung. Welche Schule wird das schon anbieten, wenn sie das gesamte Gebäude offen lassen und heizen muss, nur weil es keine abegtrennten Bereiche gibt? Vielleicht wiegen sich ja die Investitionen mit gespartem Geld im Gesundheitswesen auf (s. Bild)... Als Student stelle ich auch irrtiert fest, dass die Debatte bzgl Studengebüheren irgendwie - hier auf FAZ - genau andersrum geführt wird. Nur mit mehr Geld ist noch im Hinblick auf die Elite etwas zu machen. An meiner Uni (Bonn) lassen sich in mancher Fakultät auch Noteneffekte durch mehr Tutorien fesstellen, aber das geht nur, weil SHKs nichts kosten. Es gibt in der Zentralbibliothek genau 3 Gruppenarbeitsräume. Die positiven Effekte werden nicht lange nachhalten. Mit 500.000€ aus Studiengebühren werden bald Toiletten saniert - so lerne ich bestimmt nicht mehr. Ferner fressen in den geisteswissenschaftlichen Fächern die allgemeinen Mittelkürzungen (des Landes) das zusätzliche Geld auf. Ein Nullsummenspiel. Ich begrüße die Investitionen sehr. Dann können meien Nachfolger sich richtig hinsetzen und lernen, und zwar nicht auf dem Pott sondern in ordentlichen Räumen.

Das größte Manko der derzeiteigen Bildung (darf ich das eigentlich noch so nennen?) ist meines Erachtens der hier völlig unangebrachte, extensiv durchgeführte, und geflissentlich gepflegte, Föderalismus. In einer Zeit der, auch von der politischen Führung gewollten, Europäisierung und Globalisierung ist es unangebracht, die unmittelbar auf diese Globalisierung wirkende Entwicklungspotenziale durch 'Zerstreuung' und Zersplitterung' zu verschenken! Das gilt für das Schul-/Bildungssystem ebenso wie für die inzwischen staatenübergreifene Polizeiarbeit, die auch nicht (mehr) in Länderhand gehört!

Gewiss, mit Geld allein werden wir das dürftige deutsche Bildungsniveau nicht heben können. Die Experten haben diesbezüglich nicht Unrecht - in Deutschland haben wir viele systembedingte und hausgemachte Probleme, wovon ich nur die 16 verschiedenen Schulsysteme im eher kleinen Land Deutschland, die Ignorierung vieler Elemente der neueren internationalen Bildungsforschung sowie die haarsträubende Benachteiligung von Kindern niedriger sozialer Schichten nennen möchte. Nur sollte man im Hinblick auf Bildungsausgaben nicht vergessen, wo Deutschland steht und wo erfolgreiche Länder stehen. Deutschland gibt etwa 4,5% vom BIP für Bildung aus, internationale Spitzenländer wie Kanada, Finnland, die Niederlande oder Südkorea zwischen 6,5 und 8 Prozent. Die Lücke klafft also sowohl bei den Ergebnissen als auch bei den dafür aufgewendeten Mitteln. Wer bei der Qualität der Bildung ins internationale Spitzenfeld möchte, muss sich fragen, warum die entsprechenden Länder alle mehr Geld aufwenden als Deutschland. Meiner Meinung nach schlägt sich das deutsche Bildungswesen im Hinblick auf die dafür aufgewendeten Gelder doch recht wacker. Trotz der nicht implementierten Systemverbesserungen, die wir schon lange hoch und runter deklinieren...

Hier werden Äpfel und Birnen zusammen geschmissen! Eine gute Infrastruktur (Schulgebäude etc.) ist die Grundlage einer vernünftigen Bildung. Wer sich über die Haltungsschäden von Schülern beklagt sollte sich einmal das Mobiliar der Schulen ansehen. Das ist von der Ergonomie her irgendwo in der Kaiserzeit steckengeblieben! Von höhenverstellbaren Tischen und Stühlen nicht zu reden. Auch die sanitären Anlagen sind oft in einem beklagenswerten Zustand. Jede Investition darin ist gut und richtig allerdings verbessert sie in keinster Weise den Unterricht. Diesen Schuh dürfen sich die Bildungspolitiker anziehen die in den letzten Jahren im Pisa-Stress dilletieren. Es gab noch nie soviele verschiedene Schulsysteme wie heute und ein Wechsel in ein anderes Bundesland wird zum Glücksspiel. Wo ordnet sich jemand der aus dem neuen Bremer System mit nur 2 Schulformen kommt im bayrischen klassischen 3 Schulformen-System ein? Wo bleibt die Entrümpelung des Schulstoffes? Mehr Geld für die schulische Infrastruktur löst EIN Problem der Schulen und ist somit zu begrüßen, nun müssen aber endlich auch die bildungspolitischen Probleme angepackt werden!