
warum ? Aus Eigennutz, natürlich !
Unter Freunden und in der Familie ist der Mensch um Einiges verletzlicher als z.B. in der Wirtschaft heute oder "früher" auf der Jagd, wo er auf Konkurrenz und Angriff gefaßt ist.
Unterschiedliche Situationen erfordern - im ureigenen Interesse - naheliegenderweise verschiedene Verhaltensmuster.
Der altruistische "Selbstmord auf Raten", die Aufzucht von eigenem Nachwuchs, - nichts anders als Eigennutz, eigene Gene weiterzugeben.
Nur wer darauf verzichtet, der allein kann als wahrhaft altruistisch bezeichnet werden. Denn er läßt anderen Raum für eigenen Egoismus und schont die Umwelt.
Das sollte zumindest mit "Verschmutzungszertifikaten" belohnt werden.
Leider ist das Gegenteil der Fall - egozentrische Vermehrer werden gehätschelt und damit Überbevölkerung und Ressourcenknappheit befördert.
Diese hemmungslose Weitergabe eigenen Genmaterials rechtfertigt jegliche Anpassung an jedes Erfordernis, was diesem Ansinnen nützlich zu sein scheint. Opportunismus, Scheinheiligkeit und Lüge in jeder erdenklichen Form dienen diesem einzigen Ziel.
So einfach kann das sein - fatalerweise scheint es auch noch zu stimmen.

...und eben doch tröstlich, dass es keine vollständige Beschreibung menschlichen Verhaltens geben kann. Das Modell des oeconomicus ist jedoch die bisher beste Beschreibung des menschlichen Antriebs. Zu kritisieren ist dieses Modell freilich sehr einfach - daran ein besseres zu liefern, ist bisher jeder Versuch gescheitert!

Die mit jedwedem Spiel einhergehende Unsicherheit ist für den homo oec. leider nicht tragbar. Denn er lebt hart am Rande des Existenzminimums und müßte im Falle des Verlustes auch nur eines Spieles fast sicher damit rechnen zu verhungern.

Die Folgerung Ihres Artikels heisst: "Grundsätzlich fänden die Menschen kollektive Sozialhilfe zwar richtig. Echte Ausgewogenheit in den Sozialsystemen hieße aber: Wer Hilfe bezieht, soll eine Gegenleistung erbringen."
Wenn man diesen exzellenten Satz auf die heutige Debatte über Hartz IV, bedingungsloses Einkommen, Staatskapitalismus u.v.m. projeziert, dann ergibt sich, dass die Ansätze der Sozialhilfe ("Geld als Unterstützung") und des Werner'schen bedingungslosen Einkommens ("Geld, um dem Arbeitsmarkt fernzubleiben") beide falsch sind. Öffeltliches Geld sollte nur gegen Arbeitsleistung bezahlt werden, aber die Sicherheit, diese Arbeitsleistung auch tatsächlich zu erbringen, sollte hochheitliche Aufgabe des Staates sein, weil die Privaten sie nie garantieren können.

Hier wird die menschliche Eigenschaft des Besitzneides außer acht gelassen. Es muß doch beachtet werden, auf welcher Grundlage der Handel stattfindet. Wenn ich schon entsprechend Besitz habe, kann ich leicht auf einen Zusatzgewinn verzichten. Zumal, wenn der Andere durch mein Handeln auch nichts bekommt. Das stand ja vorher fest! Er wird also durch meine Entscheidung geschädigt. Anders sieht die Lage doch auch, wenn man zwei von verhungern bedrohten Menschen ein Stück Brot gibt. Da wäre die die Entscheidung auf Verzicht, damit der Andere auch nichts bekommt, doch sicher sehr viel schwerer bzw. seltener. Man stürzt sich ja selber mit ins Unglück.

Nicht nur soziologische Wissenschaftler haben ein ethikloses Menschbild entwickelt ohne Rücksicht auf die Realitäten der ethischen Kernforderung von Religion an den Menschen rund um den Globus: Die Gerechtigkeit. Offenbar legen mehr Menschen im Gebet und Nachdenken über Ihr Handeln den Maßstab der Gerechtigkeit an als man in der angeblichen postreligiösen Moderne wahrhaben will. Befreien wir unser Denken einen Moment aus der christlich geprägten Religionstabuisierung. Tatsächlich ist die Beweislage um Christus archäologisch und historisch mehr als dünn. Dennoch ist die psychologische Kraftentfaltung der Seeligpreisungen offenbar wirksam. Die Beweise für die Existenz von Moses, Buddha, Krishna, Zoroaster, Muhammad, Bab, Bahaullah und anderen Ethikplehrern rund um den Globus sind wissenschaftlicher teils unbestreitbar. Sie alle stellten die Richtlinie in den Raum 'Gerechtigkeit ist mir das Kostbarste.' Nach 100 Jahren Pareto ist es Zeit unser Menschenbild den neuen Erkenntnissen anzupassen (und Adam Smith als Ethiker neuerlich zu studieren).

Die Wirtschaftsforscher, die Makro- wie die Mikroökonomen, werden einmal bei dem Naheliegendsten ankommen, und das ist eine Steuerungssystemtheorie des Evolutionsprozesses mit den Elementen 1. organisierendes Ziel, 2. mögliche Prozesspfade der Zielerreichung und 3. die Prämierungs- und Widerstands-Instrumente.
Bis dahin puzzeln die Herren an ihren Subsystem-Modellen herum 'und sind froh, wenn sie Regenwürmer finden'. Warum wird der Ansatz, der so nah liegt, so tatkräftig ignorieren? Er ist aus machtpolitischen Gründen mit hohen Strafen belegt. Wissenschaftler dürfen nicht nach dem organisierenden Ziel des Evolutionsprozesses fragen, es sei denn, sie wollen Selbstmord als Wissenschaftler begehen oder sie sind als Theologen am Rande der Wissenschaftsgemeinde angesiedelt - wie der ehemalige Kardinal Ratzinger und sein geistiger Freund, der Wiener Kardinal Schönborn. Diese sagen etwa: ohne die Annahme eines Evolutionsziels geht nichts auf, nichts auf der Erkenntnisebene und nichts auf der ökonomisch-politisch-gesellschaftlichen Ebene.
Den Machtsystemspitzen ist das gerade recht. Denn wo evolutions- und sachlogisch nichts aufgeht, da sind TOP-Machtspiele a la Rumpelstilzchen möglich. Angela Merkel möge diese Lage beenden.

Nur, um ein paar Missverstaendnisse auszuraeumen:
(1) Zu Herrn Mayerhofer: Person A schlaegt in dem Spiel eine Verteilung vor, Person B kann akzeptieren, dann bekommt jeder den entsprechenden Teil gemaess Vorschlag, oder ablehnen, dann bekommt niemand etwas. Das Spiel IST also hochgradig asymmetrisch. Und es wäre in der Tat rational besser fuer Spieler B JEDES Angebot anzunehmen, da er sonst eben leer ausgeht.
(2) Hermeneutische Ansaetze mogen ja beispielsweise gut fuer Marketing-Fragen (sprich: Psychologie) sein. Wenn es darum geht, z.B. ein gutes Steuersystem zu finden, dann sind mir mathematische Modelle (die reales Verhalten und nicht nur den homo oeconomicus modellieren!) dann aber doch lieber als Assoziationsketten...
(3) Rationale Modelle helfen uns natuerlich, vieles zu verstehen. Von Makrooekonomie (was passiert, wenn ich die Steuern erhoehe?) bis zu Finanzmaerkten (wieviel ist eine Aktienoption wert?). Leider lernt man davon in Deutschland nichts in der Schule, und diejenigen Wirtschaftswissenschaftler, die in den Medien auftauchen, hinterlassen leider meist den Eindruck, Wirtschaftswissenschaft sei im Wesentlichen Geschwaetz...
Ein dickes Lob an die FAZ, dass sie so engagiert Wissen vermittelt!

"Homo Oeconomicus" bedeutet, daß die Annahme gemacht wird, der Mensch verhalte sich rational in dem Sinne, daß er unter gegebenen Umständen/Rahmenbedingungen aus mehreren zur Verfügung stehenden Handlungsalternativen diejenige wählt, die seinen persönlichen Nettonutzen (Nutzen minus Kosten) maximiert.
Diese Prämisse schließt altruistisches Verhalten keineswegs aus, im Gegenteil, sie schließt es als Möglichkeit des Handelns ein, nämlich dann, wenn der Mensch als seinen sibjektiven Nutzen eben nicht die persönliche Bereicherung zu jedem Preis sieht.
Sind Altruismus, Gerechtigkeit, Gleichheit, Mitmenschlichkeit etc. relevante Werte im Normensystem eines Menschen, verhält er sich rational, wenn er sie in seinen Handlungen berücksichtigt, sich also entsprechend verhält. Egoistisches Verhalten würde den Nutzen eines solches Menschen eben gerade nicht maximieren und für ihn auch nicht rational sein.
"Home oeconomicus" ist nicht gleich Egoist - wer das postuliert, hat die Grundannahmen der ökonomischen Theorie falsch verstanden. Im übrigen handelt es sich beim "Homo Oeconomicus" auch nicht um ein empfohlenes Menschenbild, er ist nicht präskriptiv, sondern um eine Annahme im Rahmen einer erklärenden Theorie.

Diese Experimente mit kleinen Geldbeträgen gibt es schon länger. Fraglich bleibt, ob der "Gerechtigkeitssinn" auch noch so ausgeprägt bleibt, wenn 1000 Euro im Spiel wären - würde ein beschränkt rationaler Spieler (bounded rationality, nicht der einfache Homo oeconomicus, ist schon längst in die Wirtschaftswissenschaft eingegangen) ein Angebot vom 50 oder 100 Euro tatsächlich auch ablehnen würde. Auch Gerechtigkeit hat einen Preis, nämlich den Nutzen, der durch das Gerechtigkeitsgefühl nach Ablehnung erhalten wird. Wie hoch dieser ist, hängt vom jeweiligen Spieler ab.
Die Annahme des Homo Oeconomicus ist deshalb so erfolgreich, da sie grundlegende Verhalten aufzeigen kann. Die Annahme ist natürlich vereinfacht - Wirtschaftswissenschaften mit diesem Modell zu identifizieren ist zu einfach, fast schon polemisch.

Diese Experimente mit kleinen Geldbeträgen gibt es schon länger. Fraglich bleibt, ob der "Gerechtigkeitssinn" auch noch so ausgeprägt bleibt, wenn 1000 Euro im Spiel wären - würde ein beschränkt rationaler Spieler (bounded rationality, nicht der einfache Homo oeconomicus, ist schon längst in die Wirtschaftswissenschaft eingegangen) ein Angebot vom 50 oder 100 Euro tatsächlich auch ablehnen würde. Auch Gerechtigkeit hat einen Preis, nämlich den Nutzen, der durch das Gerechtigkeitsgefühl nach Ablehnung erhalten wird. Wie hoch dieser ist, hängt vom jeweiligen Spieler ab.
Die Annahme des Homo Oeconomicus ist deshalb so erfolgreich, da sie grundlegende Verhalten aufzeigen kann. Die Annahme ist natürlich vereinfacht - Wirtschaftswissenschaften mit diesem Modell zu identifizieren ist zu einfach, fast schon polemisch.

Wirtschaftliche Entscheidungen können nicht immer auf der Basis von gesicherten Informationen gefällt werden. Es gibt den weiten Bereich der Unwägbarkeiten.
Es kann egoistisch sein, durch Kooperation verlässliche Beziehungen aufzubauen. Das Motiv ist also nicht unbedingt Gleichmacherei und Angst vor Ungleichheit.
Nehmen wir mal an, ich werde im öffentlichen Raum von einem aggressiven Menschen angegriffen. Dann bin ich auf Zufallskoalitionen mit Menschen angewiesen, die mich nicht kennen und die mir trotzdem helfen, obwohl sie nicht wissen, ob es sich für sie rentiert. Da möchte ich nicht auf einen Menschen wie Sie angewiesen sein, der erst einmal eine Kosten Nutzen Analyse macht.

Der Witz ist: in Teildisziplinen der Ökonomie -bspw. Marktforschung für das Marketing von Konsumgütern- hat man sich bereits von diesem Paradigma verabschiedet und verfolgt hermeneutische Ansätze. Ergo: was assoziiert ein Mensch mit bestimmten Bildern / Situationen / Merkmalen und mit welchem Nutzen steht das für ihn in Verbindung.
An diesen Assoziationsketten entlang lassen sich dann hervorragend Kommunikationsstrategien etc. pp. aufbauen.

Zitat: "In den meisten Analysen von Wettbewerbssituationen lieferte dieses Modell auch sehr brauchbare Ergebnisse."
Da kann ich nur fragen: Wo denn?
Der "homo oeconomicus" ist vor allem eine völlig inhaltsleere Konstruktion. Es wird postuliert, daß der Mensch bestrebt ist, seinen "Nutzen" zu maximieren, ohne zu sagen, worin dieser Nutzen bestehen soll. Entsprechend armselig sehen auch die Modelle aus, die angeblich auf diesem Menschenbild beruhen.

Die Auffassung, der Nehmende müsse vernünftigerweise auch einen Cent akzeptieren, ist falsch. Die Bedingungen sind für beide gleich. Auch der Gebende verliert alles, wenn der Nehmende das Angebot nicht akzeptiert. Der Nehmende könnte also ebensogut den Löwenanteil für sich beanspruchen. Es ist vorhersehbar, dass beide sich in der Mitte treffen. Und es ist nicht klar, warum jemand sich unökonomisch verhält, wenn er die vorhersehbare Einigung mit seinem Vorschlag vorwegnimmt.