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Musikindustrie bietet Hits im Netz

Phonoline soll die Alternative zur Raubkopie bieten

Phonoline soll die Alternative zur Raubkopie bieten

18. März 2004 Nach monatelanger Verzögerung hat die deutsche Musikwirtschaft ihre gemeinsame Internet-Musikbörse Phonoline gestartet. Bei einem Rundgang von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf der Computermesse Cebit in Hannover wurde am Donnerstag der erste Musiktitel heruntergeladen. An der Vertriebsplattform sind alle großen Musikkonzerne beteiligt.

Das Angebot richtet sich nicht an Privatnutzer, sondern an Onlinehändler, die auf ihren Websites selbst die Preise für die Titel festlegen - bislang zwischen 99 Cent (eventim-music.de)
und 1,49 Euro (popfile.de). Damit werde „endlich eine legale Alternative zu den illegalen Tauschbörsen“ geboten, erklärte der Deutschland-Chef von Warner Music, Bernd Dopp.

Mit dem Startschuß für Phonoline beginne für die Vermarktung und den Vertrieb von Musik eine „neue Ära“, erklärte Dopp. Auch wenn andere Anbieter schneller gewesen seien, könne Phonoline als industrieeigene Plattform eine „wichtige Rolle im deutschen Markt spielen“, erklärte Edel-Music-Chef Michael Haentjes.

Anbegot der Musikfirmen für Onlinehändler

Legale Musikbörsen werden in Deutschland bislang schon von zahlreichen Internetanbietern betrieben. Bei Phonoline handelt es sich aber um die weltweit erste Plattform, über die Musikfirmen selbst ihr Repertoire Onlinehändlern anbieten, wie der Vorsitzende der Phonoverbände, Gerd Gebhardt, erklärte. Bislang stünden 250.000 Titel zum Abruf bereit. Als erster großer Handelspartner hat der Eintrittskartenhändler cts eventim die Musikstücke im Angebot, auch der Fernsehsender Viva will sich den Angaben zufolge bald zuschalten.

Nur dreimal brenn- und exportierbar

Zum Schutz vor Raubkopien sollen die Titel im MP3-Format nur dreimal brenn- und exportierbar sein. Zusätzlich sind sie mit einem digitalen Wasserzeichen ausgestattet, das die Verbreitung über das Internet kontrollieren läßt. Die Technik für die Internet-Plattform stellt die Telekom-Festnetzsparte T-Com zur Verfügung. Damit solle auch das Interesse an Breitband-Netzzugängen wie T-DSL geweckt werden, erklärte T-Com-Vorstand Achim Berg. Die zuletzt kriselnde Musikbranche erhofft sich mit dem Internetvertrieb neue Zuwächse. Ursprünglich hatte Phonoline bereits im Herbst starten sollen, was sich wegen technischer Schwierigkeiten aber verzögerte.

Konkurrenz kommt

Phonoline und dessen Umsetzungen für Endkunden stehen in Konkurrenz zu Musik-Download-Portalen anderer Anbieter. Sony will im Juni ein eigenes Portal starten. Die in den Vereinigten Staaten sehr erfolgreiche Apple-Plattform iTunes soll im Laufe dieses Jahres auch in Europa eingeführt werden. Apple-Sprecher Georg Albrecht sagte, zum Start von Phonoline, es sei zu begrüßen, daß es einen lebhaften Wettbewerb gebe. Der Start von Phonoline bereite die Verbraucher auch auf die Einführung von iTunes vor.

Text: AFP, AP
Bildmaterial: gms

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