16. August 2008 Frankfurt. Arcandor-Chef Thomas Middelhoff stellt seinen Aktionären trotz korrigierter Gewinnprognose erstmals eine Ausschüttung in Aussicht. Von 1,1 Milliarden Euro Ergebnis (EBITDA) wird 2008/2009 so viel übrig bleiben, dass auch die Aktionäre etwas davon haben. Wir werden dividendenfähig, sagte der Vorstandsvorsitzende Middelhoff der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Den tiefen Sturz der Arcandor-Aktie führte der Manager auf die Irrationalität der Märkte zurück. Die Börse ist nicht immer rational, sagte Middelhoff. Ich bin sehr gelassen, weil ich die operative Entwicklung des Konzerns sehe und damit die wahren Werte kenne. Der Manager betont in der Sontagszeitung, er fühle sich nicht unter Druck seiner Großaktionärin. Mein Verhältnis zu Frau Schickedanz leidet nicht unter dem Aktienkurs.
Vom angekündigten Personalabbau bei Karstadt blieben die Kaufhäuser selbst verschont, betonte Middelhoff. Wir werden die Zentrale verschlanken. Die Häuser lassen wir unangetastet. Da streichen wir keine Stellen. Zudem bekräftigte der Arcandor-Chef seine Strategie, internationale Partner für die Karstadt-Häuser zu suchen: Daran arbeiten wir mit voller Kraft. Ich bin ständig im Ausland unterwegs, um den nächsten Schritt zu tun. Zu seinen persönlichen Plänen sagte Middelhoff, dass er Ende 2009 ins Private-Equity-Geschäft zurückkehren werde.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: dpa